Propehtie und Geschichte

Viele Prophezeihungen der Bibel beschäftigen sich mit der Zukunft des Volkes Israel, mit dem Heiligen Land und der Stadt Jerusalem. Im folgenden werden einige Beispiele dafür angeführt, wie sich die Aussagen der Propheten über die Zukunft Israels erfüllt haben. Das Eintreffen der Ereignisse fand teilweise in biblischer aber auch erst in nachbiblischer Zeit statt. Ein Teil hat sich noch nicht erfüllt und steht für die Zukunft aus.
Ereignisse in biblischer Zeit
Die meisten Ereignisse, die für die Geschichte Israels wichtig waren, wurden von Propheten vorausgesagt - meist als Warnung, um zur Umkehr zu Gott aufzurufen.

Ein Beispiel von genauen Prophezeihungen in bezug auf das Volk Israel betrifft die Sklaverei der Hebräer in Ägypten:

»Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, dass deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre. Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen müssen. Danach sollen sie ausziehen mit großem Gut.«
(1. Mose 15, 13-14)

»Die Zeit aber, die die Israeliten in Ägypten gewohnt haben, ist vierhundertunddreißig Jahre. Als diese um waren, an eben diesem Tage zog das ganze Heer des HERRN aus Ägyptenland.«
(2. Mose 12, 40-41)

Ereignisse in jüngerer Geschichte
Schon Mose warnte sein Volk vor den Folgen des Ungehorsams gegenüber Gott:

»Denn der HERR wird dich zerstreuen unter alle Völker von einem Ende der Erde bis ans andere, und du wirst dort andern Göttern dienen, die du nicht kennst noch deine Väter: Holz und Steinen. Dazu wirst du unter jenen Völkern keine Ruhe haben, und deine Füße werden keine Ruhestatt finden. Denn der HERR wird dir dort ein bebendes Herz geben und erlöschende Augen und eine verzagende Seele, und dein Leben wird immerdar in Gefahr schweben; Nacht und Tag wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein. Morgens wirst du sagen: Ach dass es Abend wäre! und abends wirst du sagen: Ach dass es Morgen wäre! vor Furcht deines Herzens, die dich schrecken wird, und vor dem, was du mit deinen Augen sehen wirst.« [1]

Er prophezeihte somit vor etwa 3500 Jahren die Zerstreuung der Juden in alle Welt, die 70 n. Chr. eintrat. Darüber hinaus deutet er schon die Heimatlosigkeit und Misshandlung der Juden in der fast 2000-jährigen Diaspora an.

Jeremia beschreibt die Diaspora so: »Man nennt dich: 'die Verstoßene' und: 'Zion, nach der niemand fragt'« [2].

Doch die Propheten sahen nicht nur die Zerstreuung und die Diaspora voraus, sondern auch die Rückkehr ins alte, gelobte Land, die sich in unserem Jahrhundert vollzogen hat.

Der Prophet Jesaja: »Habt keine Angst, denn ich, der HERR, bin bei euch! Wohin ihr auch vertrieben wurdet - ich werde euer Volk wieder sammeln. Vom Osten und vom Westen hole ich euch zurück. Ich fordere die Völker im Norden und Süden auf: 'Gebt mein Volk heraus! Haltet es nicht mehr fest! Bringt meine Söhne und Töchter auch aus den fernsten Winkeln der Erde zurück!'« [3]

Die Propheten Amos und Hesekiel sagten voraus, dass mit der Rückkehr des jüdischen Volkes das Land wieder aufblühen würde, von dem Mark Twain noch im Jahre 1867 schrieb: »Kommen Sie nach Galiläa, diese unbevölkerten Wüsten, diese rostfarbenen Hügel der Unfruchtbarkeit ... Palästina sitzt in Sack und Asche, verwüstet und hässlich - es ist ein unwirkliches Land.« [zitiert in 4, Seite 164]

»Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von süßem Wein triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein. Denn ich will die Gefangenschaft meines Volks Israel wenden, dass sie die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen sollen, dass sie Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, Gärten anlegen und Früchte daraus essen. Denn ich will sie in ihr Land pflanzen, dass sie nicht mehr aus ihrem Land ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott.«
(Amos 9, 13-15)

Prophezeihungen für die Zukunft
Es gibt einige Prophezeihungen für Israel, die sich noch nicht erfüllt haben. Sollten sie sich erfüllen, wird sich nach den Angaben des Propheten Joel folgendes ereignen:

»Denn siehe, in jenen Tagen und zur selben Zeit, da ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden werde, will ich alle Heiden zusammenbringen und will sie ins Tal Joschafat hinabführen und will dort mit ihnen rechten wegen meines Volks und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heiden zerstreut und sich in mein Land geteilt haben; ...
Rufet dies aus unter den Heiden! Bereitet euch zum heiligen Krieg! Bietet die Starken auf! Lasst herzukommen und hinaufziehen alle Kriegsleute! Macht aus euren Pflugscharen Schwerter und aus euren Sicheln Spieße! Der Schwache spreche: Ich bin stark! Auf, alle Heiden ringsum, kommt und versammelt euch! - Dahin führe du hinab, HERR, deine Starken! - Die Heiden sollen sich aufmachen und heraufkommen zum Tal Joschafat; denn dort will ich sitzen und richten alle Heiden ringsum. Greift zur Sichel, denn die Ernte ist reif! Kommt und tretet, denn die Kelter ist voll, die Kufen laufen über, denn ihre Bosheit ist groß! Es werden Scharen über Scharen von Menschen sein im Tal der Entscheidung; denn des HERRN Tag ist nahe im Tal der Entscheidung.
Sonne und Mond werden sich verfinstern, und die Sterne halten ihren Schein zurück. Und der HERR wird aus Zion brüllen und aus Jerusalem seine Stimme hören lassen, dass Himmel und Erde erbeben werden. Aber seinem Volk wird der HERR eine Zuflucht sein und eine Burg den Israeliten.« [5]

Viele Völker sollen demnach gegen Israel antreten, um es zu bekämpfen. Dann würde Gott eingreifen und sein Volk verteidigen.

Ein weiteres wichtiges Ereignis, das geschehen wird, sagt Sacharja voraus: »Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen.« [6]

Der Prediger und Israel-Experte Lance Lambert sagt über diesen Satz: »Es wäre ein unwahrscheinlicher Zufall, wenn sich diese Worte nicht auf den Herrn Jesus beziehen würden.« [7, Seite 207]

Quellen:

[1]: 5. Mose 28,64-67
[2]: Jeremia 30,17
[3]: Jesaja 43,5-6
[4]: Philister - oder: Die große Täuschung, Ramon Bennett, Arm of Salvation, Jerusalem 1995,

ISBN 965-90000-4-9
[5]: Joel 4,1-2 und 9-16
[6]: Sacharja 12,10
[7]: Israel - Zentrum der Weltgeschichte?, Lance Lambert, Hänssler, Neuhausen 1996, ISBN 3-7751-1788-1

 

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