Apokalypse und die Thora


Moses sieht in seiner Abschiedsrede an die Israeliten (5. Mose 28) ihre Untreue voraus und kündigt ihnen deswegen eine lange Zeit im Exil an, und dass sie in alle Himmelsrichtungen bis zu den fernen Inseln zerstreut werden. Unter dem Begriff „ferne Inseln“ verstand man damals unbekannte Länder und Kontinente, womit, wenn man dies zeitgemäß deutet, Amerika gemeint sein kann, denn die Juden wurden ja bis dort hin zerstreut.

Für die Endzeit aber kündigt Moses ihre Rückkehr aus dem Exil in das nach wie vor dem jüdischen Volk verheißene Land an. Selbst Atheisten geben zu, dass die Rückkehr der Juden nach einer so unermesslich langen Zeit ein Phänomen ist, das sie mit ihrem Ratio nicht erklären können.

Die Tatsache, dass das Volk Israel nicht untergegangen ist, obwohl es furchtbare Schicksalsschläge hat hinnehmen müssen, die wahrscheinlich jedes andere Volk zur Auflösung verurteilt hätten, zeigt, dass hier eine höhere Gewalt im Spiel ist. Und diese höhere Gewalt ist kein anderer als der einzige Gott JHWH, der voraussagte, dass das jüdische Volk zwar von Ihm zerstreut, aber zu seiner Zeit von Ihm auch wieder gesammelt und zurückgeführt wird (Jeremia 31,10). Also organisiert in Wahrheit Gott die Heimkehr der Juden und nicht die zionistische Einwanderungsbehörde, die dabei allerdings eine große Hilfe ist, um die Juden nach Zion heimzubringen.

Während der ganzen Zeit des Exils blieben indessen die Juden der Thora verbunden, und sei es auch nur im Inneren einer Restgemeinschaft, die gerade noch dem Tode entrinnen konnte. Bei vielen war es nur noch ein Thora-Glimmen, doch das reichte aus, um das jüdische Volk als Juden durch alle Verfolgungen und Versuchungen, eine andere Religion anzunehmen, bis in unsere Zeit als Juden zu erhalten, denn die für die Endzeit gültigen Verheißungen für das jüdische Volk setzten voraus, dass sie als Juden die Endzeit erreichen. Und unsere Generation erlebt den geschichtlichen Augenblick, an dem die Israeliten aus allen Himmelsrichtungen in das verheißene Land ihrer Väter zurückkehren.

Diese Rückkehr der Juden nach Zion und die damit verbundene Besiedlung ihres Landes, von dem Gott durch den Propheten Amos (9,13-15) sagt, dass die Juden „nie wieder aus ihrem Grund und Boden herausgerissen werden, den ich, der HErr, ihnen gegeben habe“, wird gewissermaßen eine „Bekehrung“ der Völker zu JHWH bewirken. Wir wissen weder wann noch wie das geschehen wird, nur, dass dies weder friedlich noch gutwillig geschehen wird, sondern durch Konflikte, die am Ende das unmittelbare Eingreifen Gottes erforderlich machen. Durch ihren Widerstand gegen die Rückkehr Israels erfüllen die Völker, ohne es zu wollen, den Heilsplan Gottes.

Dadurch, dass sich die Menschheit in der letzten Phase des göttlichen Heilsplanes gegen Israel formiert, kommt es zum Eingreifen Gottes, was zur Folge hat, dass Gottes Sieg zur Errichtung Seines Königreiches auf Erden führt, in dem Gerechtigkeit und Frieden wohnt. Was wir derzeit an Hass und Gewalt gegen Israel sehen, ist der notwendige Negativstreifen des Films, der dann ins Positiv umgekehrt wird. Daraufhin wird Jerusalem, jene Stadt, die derzeit politisch wie auch religiös zum Brennpunkt des Geschehens mutiert, auf wunderbare Weise nicht nur als Hauptstadt Israels anerkannt, sondern zur Hauptstadt des göttlichen Friedensreiches.

Dies ist die Endzeitvision, die bestimmte Teile der Thora, im wesentlichen aber Moses Abschiedsworte dem Gläubigen offenbaren. Ist es ein Zufall, dass die Propheten in voller Harmonie mit den Aussagen der Thora übereinstimmen? Ist es ein Zufall, wenn die Endzeitreden Jesu sich in Fokus mit den Aussagen der Thora und der Propheten decken und dass sich Jesus derselben Terminologie bedient, um die Zeit seiner Wiederkunft anzukündigen? Und wenn wir heute die Weltlage betrachten, kommen wir zu der Erkenntnis, dass sich alles buchstäblich so erfüllt, wie Moses und die Propheten, Jesus und die Apostel es vorhergesagt haben, was uns jedoch nicht das Fürchten, sondern das Hoffen lehren soll.

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Die Verheissung
Gott ist ein Gott der Ordnung