Priesterausbildung am neuen Tempelmodell
Seit mehreren Monaten arbeiten bei glühender Hitze in der Nähe des Toten Meeres fachkundige Juden am Bau des Dritten Tempels. In der jüdischen Siedlung Mitzpe Jericho (zwischen Jerusalem und Jericho, etwa 30 km östlich vom jüdischen Tempelberg in Jerusalem entfernt) soll ein Tempelmodell im Maßstab 1:1 auf einer Fläche von 25.000 qm errichtet werden. Es soll als Ausbildungsobjekt dienen, um jüdische Tempelpriester (Kohanim) auf ihren Dienst im Dritten Tempel in Jerusalem vorzubereiten. Genauso wie israelische Militäreinheiten an 1:1-Modellen auf ihre Einsätze vorbereitet werden, so soll diese Methode nun auch bei den zukünftigen Tempelpriestern angewendet werden.
Das jüdische Volk wartet auf die göttliche Erlösung und bereitet sich auf das Kommen des Messias vor. „Dieses Tempelmodell wird zur priesterlichen Ausbildungsgrundlage werden“, sagte der Rabbiner von Mitzpe Jericho, Jehuda Kreuser, der für das Tempelprojekt verantwortlich ist.
„Nach dem Sechstage-Krieg 1967, als wir den jüdischen Tempelberg wieder in unseren Händen hatten, hofften wir alle auf die Errichtung des Dritten Tempels. Das ist aber bis heute nicht geschehen. Außerdem gab es in unserem Volk niemanden, der den heiligen Priesterdienst im Dritten Tempel übernehmen konnte. Jetzt aber möchten wir uns auf den neuen Tempel vorbereiten!“
Nach dem Ersten und Zweiten Tempel kommt folgerichtig der Dritte Tempel!
Der Erste Tempel war Realität! Den Zweiten erlebte das jüdische Volk ebenso und deshalb wird auch der Dritte Tempel Wirklichkeit werden. Ein Tempel ist aber laut Rabbi Kreuser kein Einkaufszentrum oder ein Museum, sondern die Heilige Stätte Gottes.
Jemand muss in dieser Heiligen Stätte den täglichen Dienst verrichten und das können bestimmt keine Angestellten einer kommerziellen israelischen Firma leisten. „Wer bei der geheiligten Tempelarbeit Fehler macht, wird mit dem Tod bestraft“, so Rabbi Kreuser, „denn in 4. Mose 18,1 steht geschrieben“:
„Da sagte der Herr zu Aaron: Du und deine Söhne und alle Leviten, ihr müsst die Folgen tragen, wenn beim Dienst im Heiligtum irgendetwas falsch gemacht wird; für einen Fehler beim Priesterdienst aber trifft die Strafe dich und deine Söhne allein.“
Den Priesterdienst darf nicht jeder Jude im Land ausüben. Schon vor vielen Jahren wurden die Vorschriften für die geheiligte Arbeit der Tempelpriester in Büchern zusammengefasst. „Ein Mensch, der als Priester im Tempel dienen möchte, muss äußerst verantwortlich sein“, erklärte der Rabbiner. „Und das ist nichts für jedermann. Die Tempelpriester sind die Botschafter des Allmächtigen auf Erden und können sich deshalb keine Fehler leisten.“
Zu den biblischen Aufgaben der Priester, die dort in den nächsten Jahren speziell ausgebildet werden sollen, gehören die Verrichtung von Opferhandlungen, die Befragung Gottes nach seinem Willen, richterliche und rituelle Entscheidungen, das Begleiten der Bundeslade sowie die Lehre der göttlichen Gebote. Die priesterlichen Vorbereitungen laufen mittlerweile auf Hochtouren, denn in orthodoxen Kreisen erwartet man den baldigen Bau des Dritten Tempels in Jerusalem.
Foto: Tempelmodell aus Holz von Rabbi Jehuda Kreuser
Quelle: israelheute
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