Syrien - Israel Feind im Norden

Nordgrenze nach Hesekiel 47,13-23, bearbeitet von Prof. M. Avi-Yonah und Prof. Yohanan Aharoni

Syrien hat sich dem Druck des UN-Sicherheitsrates gebeugt, der per Resolution 1559 Syrien aufforderte, seine Truppen aus dem Libanon abzuziehen. So verließ am 28. April 2005 der letzte der 30.000 syrischen Soldaten den Libanon. Nun sollten die UNO und die USA eigentlich zufrieden sein. Doch stimmten sie kein “Hurra” an, denn die Syrer haben immer noch 5000 Geheimdienstler im Libanon stationiert, die das politische und wirtschaftliche Leben der Zedernrepublik kontrollieren.

Seit Syrien auf der Anklagebank sitzt, weil es aus dem Irak geflohene Anhänger Saddam Husseins und Al Kaida Terroristen Asyl gewährte und somit auf der Liste der Terrorstaaten steht, opferte der syrische Präsident Assad in diesem politischen Schachspiel den Libanon als nebensächliche Figur, um nicht mit UN-Sanktionen belegt zu werden.

Über Syrien verhängte Sanktionen würden Assad und seine moslemische Alawiten-Sekte (7 % Bevölkerungsanteil) beim Volk, das zu über 80 % aus sunnitischen Moslems und 9 % Christen besteht, nur noch unbeliebter machen als er schon ist. Dass Syrien noch seine Geheimdienstleute im Libanon hat, die vor allen Dingen Libanons Wirtschaft kontrollieren, hat seinen guten Grund, denn das Bruttosozialprodukt der Syrer beträgt nur 800 Euro pro Jahr und Person, das der Libanesen dagegen 3.100 Euro.

Die Libanesen waren nie ein kriegerisches Volk. Ihr Metier ist das Bankund Versicherungswesen, hieß der Libanon doch nicht umsonst Schweiz des Orients. Die libanesische Bevölkerung besteht zu 60 % aus Moslems und 40 % Christen.

Nachdem Syrien 1967 im Sechstagekrieg die Golan-Höhen an Israel verlor und 1973 im Jom-Kippur-Krieg eine Niederlage gegen Israel einstecken musste, verhielt sich Syrien gegenüber Israel ruhig, unterstützt dafür aber die im Südlibanon lebenden Palästinenser und schiitischen Hisbollah-Moslems für den Terrorkrieg gegen Israel. Damit diese Kriegsfront gegen Israel aktiv bleibt, ließ Damaskus 5000 Geheimdienstagenten im Libanon, denn mit dem Rückzug der syrischen Truppen aus dem Libanon hat Syrien nicht sein Ziel aufgegeben, Israel von der Landkarte zu streichen. Zeitgleich mit dem Rückzug der syrischen Truppen aus dem Libanon verpflichtete sich Moskau, Syrien militärisch aufzurüsten. Das hieße im doppelten Sinn: Israels Feind kommt aus dem Norden.

Da Israel nie einen Angriffskrieg führte, um das von Gott verheißene Land zu erobern – dazu waren und sind Israels Regierungen zu bibelfern – fielen die Gebiete, die Israel heute besitzt, Israel immer nur dann zu, wenn es angegriffen wurde. Wenn wir uns Israels verheißene Grenzen anschauen, wie sie uns in Hesekiel 47,13-20 detailliert beschrieben sind, stellen wir fest, dass im Westen, Osten und Süden (mit Ausnahme von Eilat, das Israel verlieren wird) diese Grenzen schon erreicht sind. Nur im Norden noch nicht. Und wenn wir bei dem Schema bleiben, dass Israel nur Gebiete hinzugewinnt, wenn es angegriffen wird, könnte man daraus schließen, dass Syrien vom Norden aus mit Hilfe der Russen Israel angreifen wird. Bei diesem Angriffskrieg wird Syrien Gebiete inkl. Damaskus an Israel verlieren und damit die von Gott verheißenen Gebiete an Israel abtreten, auf dass die in Hesekiel 47 genannten Grenzen erreicht werden. Und das wären ein Viertel von Syrien und vier Fünftel vom Libanon. So ist Russlands Militärpakt mit Syrien ein apokalyptischer Schritt dahin.

Letzte Änderung am Sonntag, 6. Juli 2008 um 13:34:42 Uhr.

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Judenhass hat viele Gesichter