Die erste Bresche

„... durch das unaufhörliche Stossen und der unwiderstehlichen Kraft des Nikon-Rammbocks, fing die Mauer an, nachzugeben. Die belagerten Juden aber waren von den vielen Gefechten und Nachtwachen längst ermattet, hatten auch, sei es aus Leichtsinn oder aus gänzlichem Mangel an Überlegung, die Bewachung der Außenmauer angesichts der beiden inneren Mauern, für überflüssig gehalten. So kletterten die Römer, während die Wachtposten hinter die zweite Mauer flüchteten, an der vom Nikon beschädigten Mauerstelle empor.

Sobald die ersten Römer über der Mauer waren, öffneten sie die Tore und ließen das ganze Heer einziehen. So gelangten die Römer am 15. Tag der Belagerung – es war der 17. Tammus – in den Besitz der ersten Mauer. Daraufhin rissen sie große Strecken der Mauer nieder, wodurch sie in die Stadt eindrangen und Jerusalem und den Tempel zerstörten und alle Juden, die Widerstand leisteten oder sich verschanzt hatten, niedermetzelten ...“

So beschreibt der Augenzeuge Flavius Josepus in seinem Werk „Der jüdische Krieg“ wie die Römer im Jahre 70 n. Chr. die erste Bresche in Jerusalems Stadtmauer schlugen, was für den damaligen jüdischen Staat der Anfang vom Ende war. Ein Trauma, das die Juden bis zum heutigen Tag quält, denn es vergeht kein Tag, an dem man nicht in irgendeiner Weise an die Zerstörung des Tempels denkt, der am 9. Aw, 22 Tage nach dem 17. Tammus, zerstört wurde.

Dass Ministerpräsident Scharon und Verteidigungsminister Mofaz den Beginn der Räumung des Gazastreifens und die damit verbundene Vertreibung der jüdischen Gusch-Katif-Siedler auf den 20. Juli festlegten, erinnert in flagranter Weise an den 17. Tammus, der in diesem Jahr auf den 24. Juli fällt und daher schreckliche Assoziationen wachruft. So wie es im Jahre 70 n. Chr. am 17. Tammus den Römern gelang, die erste Bresche in Jerusalems Stadtmauer zu schlagen (seither ist der 17. Tammus ein Fastentag), so scheint es nun den Palästinensern zu gelingen, die erste Bresche in Israels verheißenes Land zu schlagen, denn die Räumung des Gazastreifens ist in ihren Augen der Anfang vom Ende der zionistischen Idee.

Das drückten die Palästinenser auch auf Transparenten aus, die sie triumphierend durch ihre Strassen trugen. Darauf las man: „It´s not peace – it´s piece by piece!” Das heißt übersetzt: „(Hudna) ist kein Friede – (Hudna) bedeutet Stück für Stück!“ Leider wird in den allgemeinen Medien das arabische Wort Hudna mit „Frieden“ übersetzt. Das stimmt nicht, denn Hudna heißt „strategische Waffenruhe“, die nur so lange anhält, bis die Palästinenser militärisch wieder stark sind – also alles andere als Frieden.

Mit der Räumung des Gazastreifens beginnt die „Stück für Stück“ Taktik. Zuerst der Gazastreifen und seine jüdischen Siedlungen, danach einige Siedlungen in Judäa und Samaria, dann ganz Judäa und Samaria und zum Schluss Gesamtpalästina vom Jordanfluss bis zum Mittelmeer. Nun stellt sich die Frage, ist der diesjährige 17. Tammus wie im Jahre 70 der Anfang vom Ende oder aber der Anfang der Wende, denn Gott hat verheißen, dass Er das Geschick Israels zum Guten wenden wird?

„So spricht der HErr: Ich will euer Schicksal wenden und euch aus allen Völkern sammeln wohin ich euch verstoßen habe und euch wieder an den Ort zurückbringen, von wo ich euch verstoßen habe“ (Jeremia 29,14).

„Ich will das Geschick meines Volkes Israel wenden, dass sie die verwüsteten Städte wieder aufbauen und darin wohnen ... ich will sie in ihr Land fest einpflanzen, und sie sollen nie wieder ausgerissen werden aus ihrem Grund und Boden, den ich ihnen gegeben habe – der HErr, dein Gott hat es verheißen“ (Amos 9,14-15).

Also warten wir ab, denn das letzte Wort spricht der allmächtige Gott und bis zum 20. bzw. 24. Juli 2005 fließt noch viel Wasser den Jordan hinunter. Und bisher hat Gott jede Abgabe verheißenes Landes verhindert.

Letzte Änderung am Sonntag, 6. Juli 2008 um 13:34:43 Uhr.

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Die erste Bresche „... durch das unaufhörliche Stossen und der unwiderstehlichen Kraft des Nikon-Rammbocks, fing die Mauer an, nachzugeben. Die belagerten Juden aber waren von den vielen Gefechten und Nachtwachen längst ermattet, hatten auch, sei es aus Leichtsinn oder aus gänzlichem Mangel an Überlegung, die Bewachung der Außenmauer angesichts der beiden inneren Mauern, für überflüssig gehalten. So kletterten die Römer, während die Wachtposten hinter die zweite Mauer flüchteten, an der vom Nikon beschädigten Mauerstelle empor.

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Judenhass hat viele Gesichter
Brennpunkt Jerusalem