Operation „Gebetsschild“ für Israel

Von Michael Freund, Jerusalem Post

Welch einen Unterschied ein paar Minuten doch machen können. Dieser Gedanke ging sicherlich Dutzenden Eltern und Teenagern an der Netiv Jeschivati Schule in Sederot durch den Kopf, nachdem dort letzten Sonntag eine palästinen-sische Kassam-Rakete durch das Dach eines Klassenraums eingeschlagen war. Der Tag hatte wie jeder andere begonnen. Die Schüler nahmen am Morgengebet in der nahe liegenden Synagoge teil und blieben danach noch dort, um einer kurzen Thora-Auslegung ihres Lehrers zuzuhören.

Knapp am Tod vorbei

Der Klassenraum war immer noch abgeschlossen, und einige der Schüler hatten sich vor der Tür versammelt, wo sie auf den Lehrer mit dem Schlüssel warteten. Plötzlich erschütterte eine laute Explosion das Gebäude als das unwillkommene Geschoss durch die Decke einbrach und im Klassenraum explodierte. Ein Augenzeuge beschrieb es folgendermassen: „Einige Schüler warteten draussen, und der Lehrer war auf dem Weg – dann brach plötzlich die Rakete ein und traf den Stuhl des Lehrers. Der Lehrer war ziemlich erschüttert, da die Rakete genau dort einschlug, wo er Minuten später gesessen hätte.“ Und so wurde eine Katastrophe knapp verhindert. Wäre das Morgengebet früher zu Ende gewesen oder hätte man die Thora-Auslegung abgekürzt, Sederot wäre in eine ausgedehnte Trauerzeit katapultiert worden.

Mehr als nur ein Zufall

Skeptiker werden dieses knappe Entrinnen zweifellos dem Zufall oder dem Glück zuschreiben und es als eine weitere sonderbare oder unerklärlichen Wendung des Schicksals ansehen. Aber eine solche Erklärung reicht nicht aus. Weit stärkere Kräfte sind hier am Wirken, und wir müssen alle aufwachen und uns zum Handeln an-spornen. Israel ist in Gefahr, in wirklicher Gefahr. Die von der Hamas kontrollierte PA, Hisb`Allah-Terroristen im Libanon und die wachsende Al-Kaida-Präsenz entlang unserer Grenzen sollte genug sein, um selbst den hartnäckigsten Optimisten um seinen Schlaf zu bringen.

Unser Leben liegt in Gottes Hand

Fügt man noch die Existenzbedrohung durch die mörderische iranische Regierung gepaart mit dem ansteigenden islamischen Fundamentalismus in der Region hinzu, hat man das Rezept für eine wirkliche Katastrophe. Und genau deshalb sollte die Sederot-Episode alle diejenigen wachrütteln, die den Jüdischen Staat lieben und unterstützen. Der fehlgeschlagene Raketenangriff auf die Schule war tatsächlich eine Grenzerfahrung mit dem Tod, wenn auch auf rein lokaler Ebene. Wann immer eine Person, eine Gemeinschaft oder eine Nation nahe am Tod vorbei schlittern, ist es Zeit, einen Schritt zurück zu tun und zu verinnerlichen, was gerade passiert. Um es einfach zu sagen, dieser letzte Vorfall ist eine wunderbare und gleichzeitig beängstigende Erinnerung daran, wie sehr unser Leben, sowohl als Individuen als auch als Kollektiv, absolut in Gottes Händen liegt.

Die Macht des Gebetes

Ich maße mir nicht an, für Ihn zu sprechen, aber es scheint ziemlich klar, dass wir hier eine wichtige Lektion über die Macht des Gebetes lernen können. Schließlich sind diese Kinder in Sederot und ihr Lehrer gerade deshalb am Leben geblieben. Die Schlagzeile in der Jerusalem Post vom Montag drückte es am besten aus: „Wunder in Sederot: Gebete retten Schüler vor Kassam-Rakete.“ Tatsächlich haben wir schon viel zu lange an Menschen und an uns selbst geglaubt, überzeugt davon, dass unsere Probleme irgendwie verschwinden werden. Die letzten Jahr haben uns jedoch gezeigt, wie sehr wir darin irrten. Weder die Diplomatie hat uns Trost ge-bracht, noch sind die Politiker eine Quelle der Erlösung.

Keine menschliche Lösung

Wir sind stolz auf unsere Leistungen in der Wissenschaft, auf unseren Fortschritt und unsere Tapferkeit auf dem Schlachtfeld, und das zu recht. Aber mit allem gebührenden Respekt, hat irgendetwas davon die aktuelle Krise, in der wir uns befinden, verhindern können? Dasselbe könne wir über unsere Politker sagen. Die Rechten haben uns betrogen, die Linken haben uns entmutigt, und unsere Feinde zeigen keine Anzeichen des Rückzugs. Für ein Land, das mit dem Rücken zur Wand steht, umgeben von Gefahren und bedrängt von Feindseligkeiten, war es noch nie so notwendig wie jetzt, sich nach Hilfe von oben und von außerhalb auszustrecken.

Es ist Zeit, sich an Gott zu wenden

Es hört sich vielleicht dumm oder sogar naiv an, aber die Zeit ist gekommen, sich an Gott zu wenden. In seiner Geschichte hat sich das Jüdische Volk immer angesichts von Gefahren an den Himmel gewandt und die machtvollste Waffe gezückt, über die wir in unserem Arsenal verfügen: die Macht des Gebets. Jetzt ist die Zeit, es noch einmal zu tun. Wenn unsere Feinde es darauf angelegt haben, einen Heiligen Krieg gegen uns zu führen, sollten wir nicht auch unser geistliches Arsenal einsetzen?

Als Student an der Princeton Universität belegte ich einige Kurse in Politikwissenschaften. Wir wurden ständig gelehrt, dass internationale Beziehungen das Endergebnis des Zusammenspiels zwischen verschiedenen Akteuren auf der Weltbühne seien, seien es Völker, Nationen oder Politiker. Was die gelehrten Professoren jedoch natürlich vergassen zu erwähnen, war, dass es neben den Akteuren auch einen Direktor gibt, und Er schreibt das Drehbuch über das, was noch kommen wird. Gebet gibt jedem von uns die Chance, eine einmalige Möglichkeit, uns direkt an den Direktor zu wenden, und das Ergebnis dieser Produktion, die Geschichte genannt wird, zu beeinflussen.

Internationale Gebetskampagne für Israel

Aber wir müssen schnell handeln, weil die Uhr tickt, und die Gefahr eines nuklearen Irans näher und näher rückt. Juden, Christen und andere sollten eine internationale Gebetskampagne für Israel starten. Wir müssen den Himmel bestürmen und Gott anflehen, in dieser Stunde der Not für das Jüdische Volk einzugreifen. Synagogen, Kirchen und andere Gebetshäuser sollten diesen Gebetsaufruf anführen und einen „Gebetsschild“ um den Jüdischen Staat bilden. Jetzt, mehr als jemals zuvor, müssen wir unseren Glauben einsetzen. Die Ereignisse dieser Woche in Sederot waren ganz bestimmt erschreckend für alle Anwesenden, die dem Tod nur knapp entrannen.

Für uns sollten sie eine rechtzeitige Mahnung sein, dass Gebet nicht nur die Macht hat, das Leben von Menschen zu verändern, sondern auch, es zu retten. Wenn wir nur verstehen, es richtig einzusetzen.

Ihr Gebet per Email an die Klagemauer

Es ist eine alte jüdische Tradition, Gebetsanliegen auf Zettel zu schreiben und in die Ritzen der Klagemauer zu stecken. Nun schon seit Jahren erhält die israelische Post aus aller Welt Briefe und Faxe, um sie zur Klagemauer weiterzuleiten. Jetzt haben Sie hier die Möglichkeit, dass Ihre Gebete und Gebetsanliegen direkt an die Klagemauer zu gelangen. In Zusammenarbeit mit der israelischen Telefongesellschaft Bezek und ISRASWISS [com/net/ch] möchten wir Ihnen diesen Service bieten.

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