Glaube

»Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der Herr ist einer« (5. Mose 6,4).
Das Grundlegende am Judentum der Glaube an den einen Gott, den Gott Israels. Jüdischer Glaube drückt sich aus in einer ganzen Fülle von Gebetstraditionen, in biblischen Psalmen oder im Achtzehnbittengebet. Die wichtigsten Maßstäbe für einen Juden sind die Thora und der Talmud. Die Heilige Schrift der Juden umfasst die Bücher, die im Christentum als »Altes Testament« bezeichnet werden:

  • Die 5 Bücher Mose, die zusammenfassend als »Thora« bezeichnet werden.
  • Die »Propheten« (einschließlich der geschichtlichen Bücher Josua, Richter, Samuel und Könige).
  • Die »Schriften« (Psalmen, Sprüche, Hiob und kleinere Schriften, sowie solche aus späterer Zeit wie z.B. Daniel, Chronik).
Neben der hebräischen Bibel ist der Talmud für Juden die wichtigste Schrift. Im Talmud ist die jüdische mündliche Überlieferung zusammengestellt.

Der Talmud wurde nach der Zerstörung des Tempels und der Vertreibung des israelischen Volkes in die Diaspora geschrieben. Die Notwendigkeit ergab sich daraus, dass das Volk unter fremden Völkern und Kulturen leben musste. Dort war der Zusammenhalt und die Glaubensüberlieferung gefährdet. Daher entschloss man, die bis dahin gelehrte »mündliche Thora« auch schriftlich niederzulegen. So entstand Ende des zweiten Jahrhunderts die Mischna (schana = wiederholen). Die Mischna wurde von mehreren Schreibern verfasst. Einer unter ihnen war Gamaliel I., ein Lehrer des Apostels Paulus.
Die Mischna beinhaltet 63 Lehrabschnitte. Sie beeinflusst das Leben, Handeln und Denken frommer Juden.

Im Laufe der Zeit wurde die Mischna unverständlich aufgrund anderer geschichtlicher Zusammenhänge und neuen Lebenssituationen, die andere Lösungsansätze im Glaubensleben erforderten. So fing man an, die Mischna zu kommentieren, um sie den Menschen weiterhin zugänglich zu machen. Ende des fünften Jahrhunderts wurden die bisherigen schriftlichen Ergebnisse unter dem Namen Gemara (gamar = vollenden) der Mischna hinzugefügt. Zusammen bilden Mischna und Gemara den Talmud, was man mit »Lehre« ins Deutsche übersetzen kann.

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