Was Sie schon immer wissen wollten ...
Für den Schabbat bereit sein: Da der Schabbat 18 Minuten vor Sonnenuntergang am Freitag Abend beginnt, ist es nur natürlich, dass die meisten Schabbatvorbereitungen am Donnerstag und Freitag vor sich gehen. Aber es ist möglich, sich die ganze Woche auf den Schabbat vorzubereiten. Es ist eine alte jüdische Tradition, besondere Delikatessen für den Schabbat bereits unter der Woche einzukaufen. Eine intellektuelle und spirituelle Vorbereitung ist, jeden Tag ein Stück des Wochenabschnittes zu lesen.
Erew Schabbat: Am Freitag intensivieren sich die Schabbatvorbereitungen. Das Haus wird geputzt und geschrubbt, die Küche füllt sich mit dem besonderen Aroma der Schabbatspeisen. Die letzten Minuten vor Schabbateingang sind durch besonders hektische Geschäftigkeit gekennzeichnet. Und die Wahrheit ist: man wird mit den Schabbatvorbereitungen niemals fertig, man hört einfach auf!
Schabbatkleidung: Die Wochentagskleidung wird weggeräumt, besondere Kleider betonen die einzigartige Verbindung mit dem Schabbat. Wenn wir die Geschichte betrachten, sehen wir, dass sich bei den Juden aller Generationen besondere Bräuche rund um die Schabbatkleidung entwickelten.
Schabbatkerzen: Die Schabbatkerzen werden vor Sonnenuntergang entzündet. Es genügt zwar eine Kerze, aber traditionellerweise werden zwei Lichter entzündet.
Warum? Die beiden Lichter sind Symbole der beiden Gebote "Sachor" (Gedenke des Schabbattages) und "Schamor" (Hüte den Schabbattag).
Die Frau entzündet die Lichter und bedeckt ihre Augen mit den Händen. Dabei sagt sie den Segen "Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns mit Seinen Geboten geheiligt und uns befohlen hat, die Schabbatlichter anzuzünden.
Und warum werden die Augen bedeckt? Normalerweise verlangt die Halacha von uns, den Segen vor der Ausführung einer Mitzwa zu sprechen. Im Fall des Schabbat werden zuerst die Lichter entzündet und danach der Segen gesprochen. Mit dem Segen beginnt der Schabbat und man dürfte daher keine Flamme mehr entzünden. Daher bedeckt man die Augen mit den Händen, während der Segen gesagt wird - und dann nimmt man die Hände weg! Oft wird noch ein Gebet gesprochen (für den Frieden, für Familienmitglieder, Freunde). Wenn es keine Frau in einem Haushalt gibt, entzündet der Mann die Schabbatlichter. Selbstverständlich ist es nicht erlaubt, Lichter nach Schabbateingang zu zünden.
Manche Leute entzünden mehr als zwei Lichter, da mehr Licht die Freude erhöht. Es gibt auch den Brauch, sieben Kerzen anzuzünden, für jeden Wochentag eine. Andere nehmen zehn Kerzen, um die Zehn Gebote zu symbolisieren.
Kabbalat Schabbat: Kabbalat Schabbat ist ein Teil des Gottesdienstes am Freitag Abend und wird traditionell zu Sonnenuntergang gebetet. Die Nacht senkt sich herab, Stille verbreitet sich, die Spannungen der Woche verflüchtigen sich und die zusätzliche Seele erfüllt die Menschen.
Zuerst werden sechs Psalmen gebetet (95, 96, 97, 98, 99 und 29), die die sechs Schöpfungstage symbolisieren. Danach wird Lecha Dodi gesungen, jene Hymne aus dem 16. Jahrhundert, die den Schabbat als Braut personifiziert. Lecha Dodi wurde in der mystischen Stadt Safed verfasst. Dort pflegten Rabbi Jitzchak Luria und seine Schüler am Freitag Abend über die Felder zu gehen, wo sie die Schabbatbraut bei ihrer Ankunft willkommen hiessen. Heute erinnert der Gesang dieser Hymne an den Brauch der Mystiker von Safed. Während der letzten Strophe dreht man sich zum Synagogeneingang um, um die Schabbatbraut bei ihrem Eintritt zu begrüssen. Bei den Worten "Kehre ein, Braut, kehre ein, Braut!" verbeugt man sich und anerkennt damit den Eintritt des Schabbat und seine Präsenz.
Danach folgt das Abendgebet.
Nach der Heimkehr aus der Synagoge wird "Schalom Aleichem" und "Eschet Chajil" gesungen, danach werden die Kinder gesegnet.
Schabbattisch: Am Schabbat symbolisiert das Heim den Tempel. Einige der wichtigen Tempelsymbole liegen auf dem festlich gedeckten Schabbattisch. Die Kerzen erinnern an die Menora, die beiden Challot an die Schaubrote. Der Tisch selbst erinnert an den Altar. Und das Salz ist ein Symbol der Tempelopfer.
Kiddusch: "Da waren vollendet die Himmel und die Erde ..." Das Schabbatmahl beginnt mit der Rezitation des Kiddusch, eine Heiligkeitserklärung des Schabbat. Der Kiddusch wird über ein volles Glas Wein oder Traubensaft gesprochen, ein Symbol der Freude und des Luxus, denn Schabbat ist ein Tag des Genusses für Körper, Geist, Seele und Sinnne. Der Text bezieht sich auf die beiden grundlegenden Themen des Schabbat:
Gedenken an das Schöpfungswerk
Erinnerung an den Auszug aus Ägypten
Der Kiddusch beginnt mit den Worten "Und es ward Abend und es ward Morgen" und schliesst mit der Bracha "Gelobt seist Du, Ewiger, der du den Schabbat heiligst."
Gott ist nicht nur der Schöpfer des Universums, sondern offenbart sich auch in der Geschichte. Der Kiddusch bedankt sich für die Erlösung aus Ägypten, für das Auserwähltsein und das Geschenk des Schabbat.
Die Challot: Diese Brote werden speziell zur Ehre des Schabbat gebacken. So wie zwei Lichter, gibt es auch zwei Brote.
Warum? Auch sie symbolisieren "Sachor" und "Schamor". Die Challot werden auch "Lechem mischne" (doppeltes Brot) genannt, zur Erinnerung an die doppelte Portion Manna, das die Kinder Israel in der Wüste am sechsten Tag einsammelten.
Die Challot sind mit einem Deckchen bedeckt.
Warum? Auch hier wird an das Manna erinnert, das von zwei Lagen Tau umhüllt war. Das Tischtuch erinnert an den Tau unter dem Manna, das Challadeckchen an den Tau, der das Manna bedeckte.
Schabbatessen: Ein besonderer Teil ist das feierliche Mahl, zu dem spezielle Speisen serviert werden, je nach Familientradition und Ort. Es ist Brauch, Fisch und Fleisch zu essen, denn beide Speisen gelten als Zeichen von Feierlichkeiten.
Am Schabbat gibt es drei Mahlzeiten, jede vermehrt die Schabbatfreude. Es ist lobenswert, gut und viel zu essen.
Smirot: Smirot und liturgische Dichtungen wurden von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Sie sind mit dem Schabbat untrennbar verbunden. Sie verleihen dem Schabbatessen Frohsinn. Es ist auch Brauch, chassidische Geschichten zu erzählen und über den wöchentlichen Torahabschnitt zu sprechen.
Morgengottesdienst: Am Schabbatmorgen steht der Besuch der Synagoge auf dem Programm. Der Morgengottesdienst besteht aus drei Teilen: Schacharit, Torahlesung und Mussaf. Die besondere Atmosphäre wird durch die speziellen Schabbatmelodien hervorgerufen. Das Mussafgebet ist eine zusätzliche Amida und erinnert an das Zusatzopfer im Tempel.
Lesung aus Torah und Haftarah: Zwischen Schacharit und Mussafgebet wird ein Abschnitt aus der Torah gelesen, gemäss der Ordnung der Wochenabschnitte. Auch im Laufe der Woche, am Montag und am Donnerstag, wird aus der Torah gelesen, aber am Schabbat am ausführlichsten. Sieben Gemeindemitglieder werden zur Torah aufgerufen, ausserdem gibt es eine zusätzliche Alijah, den Maftir.
Was ist die Haftarah? Ein Abschnitt aus den Prophetenbüchern, der zum Wochenabschnitt passt. Wochenabschnitte mit Kommentar von Nechama Leibowitz
Verbotene Arbeiten am Schabbat: Sie sind das bekannteste Kennzeichen des Schabbat. Unsere Weisen entschieden, dass es am Schabbat 39 Tätigkeitskategorien gibt, die verboten sind.
Mukze: Gegenstände, die an den Wochentagen benutzt werden und deren Benutzung am Schabbat verboten ist, werden Mukze genannt: "ausgeschlossen" oder "weggestellt".
Es ist aber wichtig, daran zu erinnern, dass die Schabbatgesetze aufgehoben sind, wenn sich jemand in Lebensgefahr befindet oder schwer erkrankt. "Entheilige für ihn einen Schabbat, so dass er leben möge, viele Schabbattage zu erfüllen."
Das Ende des Schabbat - die dritte Mahlzeit: Die dritte Schabbatmahlzeit wird am späten Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang eingenommen.
Hawdala: Die Nacht bricht herein. Es ist Zeit, sich vom Schabbat zu verabschieden, der 42 Minuten nach Sonnenuntergang endet, wenn drei Sterne am Himmel stehen. Der Ausgang des Schabbat ist durch eine besondere Zeremonie gekennzeichnet, die den Schabbat von der neuen Woche trennt: Wein, Gewürze und Licht werden gesegnet.
Warum?
Um für den Moment des Abschiedes gestärkt zu sein, wird Wein getrunken und an den Gewürzen gerochen. Auch Hawdala wird über einen Becher Wein rezitiert, diesmal übervoll, ein Symbol der Hoffnung auf eine von Freude und Produktivität überfliessende Woche. Der dritte Segen wird über eine speziell geformte Kerze gesprochen. So wie der Schabbat durch das Anzünden von Lichtern empfangen wurde, wird er mit dem Licht der Hawdalakerze hinausgeleitet. Die Welt des Alltags wird wieder betreten, das Entzünden des Feuers symbolisiert Kreativität und die Fähigkeit, die Welt zu gestalten.







