Wenn sie wieder im Lande wohnen werden

Auf der diesjährigen Frühjahrstagung des Vereins für Freikirchenforschung, die am Theologischen Seminar Beröa in Erzhausen abgehalten wurde, unternahm man einerseits den Versuch, das Versagen der Freikirchen gegenüber den Juden im „Dritten Reich“ zu klären, andererseits aber warnte Wilrens Hornstra vom Missionswerk „Jugend mit einer Mission“ (Hurlach) vor der Gefahr, die alttestamentlichen Verheißungen auf das aktuelle Israel zu beziehen. D.h. gegenüber den Juden der Vergangenheit zeigte man Betroffenheit, den Israelis der Gegenwart gegenüber aber Ablehnung.

Sicher gibt es „Israel-Fans“, die Israel schon als Himmel auf Erden sehen. Doch das Fehlverhalten Einzelner als Alibi zu benutzen, um auf Israel bezogene Verheißungen Gottes für ungültig zu erklären, beweist nicht nur Bibelunkenntnis bzw. dass man Gottes Wort nicht beim Wort nimmt, sondern auch einen moralischen Error, denn wie könnte man sonst aus der Euphorie einzelner Israel-Fans theologische Schlüsse ziehen.

Außergemeindliche Israelvereine und Israel-Gebetskreise wären überflüssig, wenn in Kirchen und Freikirchen das prophetische Wort der Bibel in der rechten Proportion neben Evangelisation usw. verkündet werden würde. Hier und da ist das Weissagen zwar gern gesehen, doch Weissagen (hebr. hitnabut) ist etwas anderes als Prophetie (hebr. newua). Auch Mitläufer wie Saul können weissagen. Damit sind sie aber noch lange keine Propheten, denn Prophetie ist das direkte Reden Gottes – und da gibt es nichts Sicheres als das prophetische Wort der Bibel. Mir ist unverständlich, dass man das prophetische Wort der Bibel nicht mehr beim Wort nimmt und sogar schon in Erfüllung gegangene Prophezeiungen anzweifelt.


In Jesaja 43,5-6 sagt der HErr:

„Fürchte dich nicht, Israel, denn ich bin mit dir. Vom Osten will ich deine Volksgenossen heimbringen und vom Westen deine Angehörigen sammeln; ich will dem Norden gebieten: Gib sie heraus! Und dem Süden: Halte sie nicht zurück! Bringe meine Söhne aus der Ferne heim und meine Töchter vom Ende der Erde“.

Wer diese Aussage Gottes auf die Heimkehr aus dem babylonischen Exil bezieht, irrt, denn damals kehrten sie nur aus Babylon zurück. Heute dagegen aus all den in Jesaja 43 genannten Himmelsrichtungen, denn seit Staatsgründung kehrten Juden aus über 140 Nationen nach Zion zurück. Daher kann man diese Prophetie nur auf das heutige Israel beziehen.


In Hesekiel 39,25-26 lesen wir:

„Ich will das Geschick Jakobs wenden und mich des gesamten Hauses Israel erbarmen und für meinen heiligen Namen eifern. Dann soll ihre Treulosigkeit und Schmach, die sie gegen mich haben zuschulden kommen lassen, vergessen sein, wenn sie wieder in ihrem Lande wohnen werden.“

Dass bereits die Hälfte der Juden wieder im Lande ihrer Väter wohnen, ist offensichtlich, da braucht man nur Israel zu besuchen, um die heimgekehrten Juden zu erleben. Wer dies nicht wahrhaben will, will nur nicht wahrhaben, dass mit der Tatsache, dass sie wieder in ihrem Lande wohnen, auch die Vergebung ihrer Schuld und der Treulosigkeit verbunden ist. Dies bekräftigt der HErr durch Sein Wort in Jeremia 31,37, dass Er „die gesamte Nachkommenschaft Israels nicht verwerfen wird wegen alles dessen, was sie begangen haben.“

Nun kommt der Einwand, dass es politisch ja noch nicht sicher ist, dass dieses Land zwischen Mittelmeer und Jordan den Juden gehört, denn die Palästinenser beanspruchen ja auch dieses Land. Dazu aber sagt der HErr:

„Ich will euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land zurückbringen“ (Hesekiel 36,24).

Erstens: Es ist der HErr (Ich will), der die Juden aus allen Ländern sammelt. Die Zionisten sind nur Seine Handlanger. Zweitens: Das euer bezieht sich auf die Juden als Besitzer des Landes und das waren weder die Römer oder die Palästinenser, sondern allein die Juden, was Gott durch den Nachsatz unterstreicht, dass Er die Juden in ihr Land zurück bringen wird, also dahin, wo sie hergekommen sind, und das ist allein Eretz-Israel.

Wer das in Erfüllung gegangene prophetische Wort nicht auf das gegenwärtige Israel bezieht, macht aus dem Wort Gottes eine Brücke, über die er nicht gehen kann, wenn er einmal persönlich darauf angewiesen sein wird, denn das Wort Gottes ist keine Menükarte, aus der wir uns heraussuchen dürfen, was uns gefällt oder was wir logisch einordnen können.
Quelle 2005 Israel Heute


Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 22:09:05 Uhr.


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