Seine Geburt war unordentlich |
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Vorläufer statt Nachfolger
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Doch ob dieser Sidur mit seinen Gebeten, liturgischen Bräuchen und religionsgesetzlichen Lehren wirklich auf den Weisen aus Troyes zurückgeht wird heute bestritten. Noch der Grossvater Martin Bubers, der Privatgelehrte Salomon Buber meinte, es sei ihm gelungen, aus drei spätmittelalterlichen Handschriften Raschis Urtext herauszudestillieren. Ein Trugschluss, wie sich herausstellte. Der Mainzer Lehrstuhlinhaber für Judaistik, Andreas Lehnardt, wies in Worms darauf hin, dass die Forschung heute etwas anderes für wahrscheinlich hält: der Machsor Vitry, eine Sammlung, die einst für ein Nachfolgewerk des Sidur Raschi gehalten worden war, sei tatsächlich sein Vorläufer. Klar scheint, dass dieser Sidur in seinen verschiedenen Varianten ein Produkt von Raschis Anhängern und deren Nachgeborenen ist. Sie schmückten das Buch mit seinem Namen und verhalfen seinem Inhalt so zu grösserer Autorität. |
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Raschis Existenz
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Selbst von Raschis berühmtem Thora-Kommentar gibt es keine verbürgte Urversion. Stattdessen stehen neben zahlreichen Fragmenten mehr als 100 vollständige Manuskripte zur Auswahl. Die wiederum weichen zum Teil so stark voneinander ab, hat Hanna Liss festgestellt, «dass man sich fragt, ob man noch ein und denselben ‹Autor› vor sich hat, wenn man überhaupt noch von einem ‹Autor› sprechen möchte.» Ihre These lautet deshalb, «dass es ‹den› Raschi literarisch nicht nur nicht gibt, sondern auch, dass es ihn nie gab». Vielleicht erklärt das, warum sich mit seinem Namen ein so umfangreiches Werk verbinden konnte. |
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Weitere Berichte:
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