Nach der Popularität der Horoskope und Wahrsager zu urteilen, glauben viele Menschen an die Astrologie. Menschen suchen in Horoskopen, die in fast jedem Boulevardblatt zu finden sind, Antwort auf ihre Probleme. Vergleicht man jedoch die verschiedenen Horoskope miteinander, findet man, dass sie für ein und dieselbe Person und Stunde total unterschiedliche Vorhersagen bringen. Das müsste den Fragenden stutzig machen. Doch meistens sucht sich der Leser die für ihn beste „Sternstunde“ bzw. das günstigste Horoskop heraus und baut darauf, was sich hinterher als auf „Sand gebaut“ herausstellt.
Die Bibel verbietet Wahrsagerei und Zeichendeuterei jeder Art und dazu gehört auch die Sterndeuterei: „Wendet euch nicht an die Totengeister und Wahrsager; sucht sie nicht auf, damit ihr nicht durch sie verunreinigt werdet: Ich bin der HErr, euer Gott!“ (3. Mose 19,31) und „Es soll sich niemand in eurer Mitte finden, der Zeichendeuterei, Wahrsagerei, Beschwörungskünste und Zauberei treibt. Jeder, der einen Wahrsagergeist befragt und sich mit solchen Dingen befasst, ist dem HErrn ein Greuel“ (5. Mose 18, 10–12). Dass zu biblischer Zeit dennoch ein Sternenkult existierte, verrät uns Jesaja 47,13–14: „Du hast es dir sauer werden lassen mit deinen vielen Ratgebern: Lass sie doch hertreten, dass sie dich retten, die Himmelsvermesser, die Sterngucker, die nach den einzelnen Neumonden feststellen wollen, was dich treffen wird. Fürwahr, sie werden der Spreu gleichen, die das Feuer verzehrt.“ Beim Betrachten des Sternenhimmels sollen wir dagegen Gott als Schöpfer des Universums preisen (Psalm 8; Jesaja 40,26).
Man sagt den Juden nach, dass sie an Sterne glauben, weil sie sich zu gewissen Anlässen „Masal tov!“ wünschen, was „Gutes Sternbild“ heißt. Doch im Talmud (Nedarim 32a) lesen wir: Als Gott Abraham versprach, dass er einen Sohn haben werde, entgegnete Abraham: „Ich habe die Konstellation der Sterne, welche mein Schicksal bestimmen, beobachtet und habe gesehen, dass es mir nicht vergönnt ist, Nachkommen zu haben.“ Hierauf erwiderte Gott: „Gehe fort von deinen astrologischen Spekulationen. Israel ist nicht den planetarischen Einflüssen unterworfen, sondern mir.“ Im Talmud (Schabbat 156a) lesen wir von einem Disput unter Rabbinern. Rabbi Chanina erklärte: „Die planetarischen Einflüsse verleihen Weisheit und Reichtum; auch Israel unterliegt diesem planetarischen Einfluss“. Da konterte Rabbi Jochanan: „Israel unterliegt nicht dem Einfluss der Sterne!“ und der Schulchan Aruch (Joreh Deah 179,1) stellt kategorisch fest: „Man soll weder die Astrologen um Rat fragen, noch das Los werfen, um die Zukunft zu erfahren, denn wir glauben mit ganzem Herzen an Gott und nur Er ist unser Leitstern. Anders zu handeln ist verboten.“
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