Die Erde ehren |
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Rosch Haschana ist eine Zeit der Wiedergeburt, doch unterscheidet sich diese im Herbst stattfindende Wiedergeburt von jener des Frühlings. Nach Monaten der Hitze wird die Erde durch das Grün des Septembers aufgefrischt: In Israel blühen im Herbst die Palmen mit ihren honigsüssen Datteln und sorgen für das süsse Aroma, wenn wir den Geburtstag des Universums feiern. |
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Gottes Schöpfungen betrachten
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Denken wir zurück an den vergangenen März, als Jerry Falwell, Gründer der Moral Majority, einer der grössten politisch-evangelischen Interessengruppen der USA, kurz vor seinem Tode eine heftige Tirade vom Stapel liess, in der er Umweltschützer lächerlich machte und sich gegen jeden stellte, der die Möglichkeit einer globalen Erwärmung nicht ausschloss. Anstelle wissenschaftlicher Beweise interpretierte Falwell Bibelverse in seinem Sinne und gelangte zum Schluss: «Ich bin einverstanden, dass jeder Christ ein Umweltschützer der vernünftigen Art sein sollte. Natürlich sollten wir Abfall aufheben, und wir sollten die Erde nach bestem Können verschönern.» Falwell sagte aber auch: «Wir sollten nicht Bäume umarmen und die Schöpfung mehr anbeten als den Schöpfer. Die globale Erwärmung ist nicht mehr als das.» Auch wenn Falwell eine religiöse Perspektive der Erde und des Umweltschutzes offerierte (erwartungsgemäss teilten nicht alle Evangelisten diese Ansicht), steht sie in diametralem Widerspruch zur jüdischen Perspektive. Schliesslich ehrt jeder der Thora entstammende jüdische Feiertag die Erde und den Jahreszyklus. Hinzu kommt, dass Maimonides uns lehrt, dass wir dann verstehen werden, wie Gott zu lieben, zu würdigen und zu verstehen ist, wenn wir «Gottes wundersame und grossen Taten und Schöpfungen betrachten». |
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Das Gleichgewicht erhalten
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Die grundlegende Lehre von Rosch Haschana und den Feiertagen des Herbstes ist eine zweifache: Wir Menschen verfügen über eine unglaubliche Macht, für die wir dankbar sein müssen. Gleichzeitig haben wir diese Macht einzugrenzen. Während der Feiertage des Herbstes gestehen wir unsere Vergehen ein, unser selbstsüchtiges Handeln, unsere Egozentrik und unsere Selbstgerechtigkeit. Falwell sah die Sache effektiv in verkehrter Richtung: Indem wir die Erde lieben und ihren übergeordneten Wert schützen, dienen wir in der Tat Gott als Schöpfer und zollen ihm Ehre. Wir sind die obersten Wächter über die Erde, und haben den Garten zu hegen und zu pflegen (Gen. 2:15). Würden wir uns auf das Aufheben von Abfall beschränken, würden wir die Absichten von Gottes Schöpfungswerk verniedlichen. Unsere Weisen erklären dazu: Als Gott die ersten Menschenwesen schuf, führte er sie durch den Garten Eden und sagte: «Schaut euch meine Werke an! Schaut wie schön sie sind, wie ausgezeichnet! Um euretwillen habe ich das alles geschaffen. Seht zu, dass ihr meine Welt nicht beschädigt und zerstört, denn dann wäre niemand da, um sie zu reparieren» (Midrasch Rabba). |
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Weitere Berichte:
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