Ahmadinedschad nennt Holocaust erneut "Mythos"

Zum 27. Jahrestag der islamischen Revolution in Iran hat Präsident Machmud Ahmadinedschad seine Verbalttacke gegen Israel wiederholt und den Holocaust erneut als "Märchen" bezeichnet.

Die Palästinenser würden eines Tages mit Hilfe "anderer Nationen" den Staat Israel beseitigen, sagte Ahmadinedschad bei einer Kundgebung vor zehntausenden Zuhörern am Samstag in Teheran. "Wir haben den Westen aufgefordert, das zu beseitigen, was er vor 60 Jahren geschaffen hat. Wenn sie (die Europäer) unseren Vorschlägen nicht folgen, werden das palästinensische Volk und andere Nationen das am Ende für sie erledigen", erklärte der ultrakonservative Präsident.

Die Europäer seien Geiseln der "Zionisten" in Israel geworden, erklärte Ahmadinedschad. Sie ließen keine unabhängige wissenschaftliche Forschung zu, um die "Wahrheit über das Märchen des Holocaust" herauszufinden. Zum Streit um die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen erklärte Ahmadinedschad: "Sie sagen, dass ihre Länder frei sind, aber sie lügen. Sie werden von den Zionisten als Geiseln genommen und dafür müssen die Amerikaner und Europäer bezahlen."
"Wie ist es möglich, dass die Beleidigung des Propheten der Muslime weltweit mit Pressefreiheit gerechtfertigt wird, nicht aber eine Untersuchung über das Märchen des Holocaust?" Der iranische Präsident hat in der Vergangenheit die Judenvernichtung als Mythos bezeichnet. Die Tötung von sechs Millionen Juden durch die Nazis sei eine Fälschung, die israelischen Interessen dienen solle.
In seiner Rede drohte Ahmadinedschad zudem, angesichts des Streits um das iranische Atomprogramm den Atomwaffensperrvertrag aufzukündigen. Bis jetzt habe sich der Iran an die Vorgaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und des Atomwaffensperrvertrags gehalten. Sollte der Westen aber weiterhin dem Iran das Recht auf eigenes atomares Material verwehren, werde das iranische Volk seine Politik ändern, sagte Ahmadinedschad. "Bis jetzt war es die Politik der Islamischen Republik, die Kernkrafttechnologie für friedliche Zwecke, für die Industrie, Wirtschaft und Medizin zu nutzen", fügt er hinzu.

In Teheran versammelten sich hunderttausende Menschen, um an die Revolution von 1979 zu erinnern. Sie demonstrierten zugleich für das Recht des Iran auf Uran-Anreicherung und riefen Parolen wie "Tod den USA" oder "Atomkraft ist unser unveräußerliches Recht". Im iranischen Staatsfernsehen war von Millionen Demonstranten die Rede.

Ahmadinedschads Bemerkungen seien keinesfalls hinnehmbar, erklärte die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik. Dass sie dennoch regelmäßig wiederholt würden, dürfe nicht stillschweigend hingenommen werden. "Sie sind und bleiben verstörend."

Außerdem schienen die Äußerungen des iranischen Staatschefs "in völligem Widerspruch" zu den Bemühungen zu stehen, die zahlreiche Politiker und religiöse Würdenträger in den vergangenen Tagen unternommen hätten, um einen "von Achtung geprägten Dialog zwischen den Kulturen" zu erreichen, erklärte die Ministerin. Für die Zukunft des Nahen Ostens könne es nur eine Antwort geben: "Ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern, ohne Gewalt und Terrorismus, auf der Grundlage von zwei Staaten, wie es der Friedensfahrplan für Nahost vorsieht."


EU-Ratsvorsitz weist Äusserungen zurück

Der Ratsvorsitz der Europäischen Union hat die jüngsten Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad über die Judenvernichtung im Nationalsozialismus entschieden zurückgewiesen. Derartige Bemerkungen seien keinesfalls hinnehmbar, erklärte die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik am Samstag. Dass sie dennoch regelmäßig wiederholt würden, dürfe nicht stillschweigend hingenommen werden. "Sie sind und bleiben verstörend."


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