Al Qaida in Jerusalem? Zehn Tage nach Bekanntwerden der Attentatspläne von Al Qaida auf die Knesset in Jerusalem wurde heute morgen (17.3.) Anklage gegen fünf Personen in Israel erhoben. Hauptangeklagter ist der israelische Araber Murad Alian, 19 Jahre alt, aus Ras Al Amud, Initiator des Attentats. Die anderen Angeklagten sind Husam Marisat, Bahjat Hashim, Marwan Abu Laban und Shaaban Hamad. Sie werden der Mitgliedschaft in der Gruppierung der Al Qaida verdächtigt. Die Zelle hatte außerdem weitere Anschläge geplant.
Entsprechend der Anklageschrift, die dem Bezirksgericht in Jerusalem durch Staatsanwalt Nick Kaufman vorgelegt wurde, sammelte Alian unter anderem Material zur Herstellung von Gift, mit dem Autogriffe bestrichen werden können, und das für Menschen tödlich ist. Alian wurde beschuldigt, Internetseiten besucht zu haben, in denen es um internationalen Terror und Terror in Israel geht. Er soll im Jahr 2004 eine Gruppierung gegründet haben, die Terroranschläge in Israel durchführen sollte.
Alian wollte junge Leute für die Gruppierung rekrutieren. Im Januar 2005 traf er Husam Marisat, der auf dem Weg zum Gebet in der Al Aqsa-Moschee war. Die beiden unterhielten sich. Alian sagte, er hoffe, dass die Gruppierung, die er aufbauen wolle mit Hilfe dieser Anschläge zum Arm der Al Qaida in Israel werde.
Marisat und drei weitere junge Männer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren schlossen sich zu einer Gruppe zusammen, die Attentate plante. So planten zwei der Angeklagten z.B. den Beschuss eines Armeekontrollpunktes bei Kfar Anata und beobachteten den Bereich sogar einige Zeit lang.
Marisat sagte Alian sogar, dass er beabsichtigte, Arbeit auf dem Baugelände der Knesset aufzunehmen. Die Anklageschrift besagt, dass er durch die Arbeit auf dem Knessetgelände außerdem Informationen über die Wandstärke, die Bauqualität und weitere Details sammeln wollte, um dort einen Anschlag auszuüben.
Ein anderer Angeklagter, der 19-jährige Shaaban aus Jerusalem, sagte den Mitgliedern der Gruppe, dass seiner Meinung nach der Kontrollposten der israelischen Armee am Eingang zum Flüchtlingslager Shoafat der beste Ort für einen Anschlag sei.
Alian wandte sich an ein Mitglied und bat darum, ihm eine Axt zu besorgen, mit dem er einen Mitarbeiter einer „Sonol“-Tankstelle töten wollte. Dabei wollte er diesem auch das Geld stehlen, womit Aktionen der Gruppierung finanziert werden sollten.
In der Anklageschrift steht außerdem, dass Alian und Marisat bei ihrem Treffen über die Herstellung von Sprengsätzen und verschiedene Möglichkeiten sprachen, um an Waffen für Anschläge zu kommen. Marisat schlug vor, einen drusischen Soldaten aus Kfar Magar zu töten und seine Waffe an die Gruppierung zu übergeben, damit diese zu Anschlägen genutzt werden kann.
Alian wird des Betrugs sowie des Hochverrates beschuldigt. Gegen ihn wurde eine gesonderte Anklagschrift eingereicht. Gegen die vier anderen Angeklagten wurde eine gemeinsame Anklageschrift eingereicht. Sie werden des Betrugs, des Verstoßes gegen das Waffengesetz und des Hochverrats beschuldigt. Die Staatsanwalt bat um eine Haftverlängerung bis um Abschluss des Prozesses. (ynet)
© Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
|