Wachsender Unmut in Ägypten

In Ägypten stösst das Verhalten der Hamas nach dem Durchbruch der Grenze zum Gaza-Streifen in Rafiah auf immer schärfere Kritik. Ein prominentes Beispiel dafür hat nun der ägyptische Dramatiker Ali Salem geliefert, der die Führer der palästinensischen Terrororganisation in einem Kommentar für die Zeitung Asharq Alawsat der Doppelzüngigkeit geziehen hat.

„Der revolutionäre Extremist verfolgt eine Methode, die besagt: ‚Nimm immer an einem Dialog teil. Und wenn es zu einem Abkommen kommt – unterzeichne es. Danach stehe von deinem Stuhl auf, und drücke deinem Rivalen einige warme Küsse auf die Wange. Dann versetze ihm einen Schlag, und dann fordere einen neuen Dialog. Bereite dich immer auf den nächsten Dialog vor.“ So beschreibt Salem das dialogische Prinzip der Hamas gegenüber Ägypten und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA).

Dass Salems Artikel in der zwar in London erscheinenden, aber sich in saudischem Besitz befindenden und unter saudischer Zensur stehenden Zeitung Asharq Alawsat veröffentlicht worden ist, deutet darauf hin, dass nicht nur in Ägypten Verstimmung über die palästinensische Terrororganisation herrscht, sondern auch in Saudi-Arabien.
Dabei ist Salem nur einer von einer ganzen Reihe von ägyptischen Intellektuellen, die das Verhalten der Hamas anprangert, insbesondere ihre Attacken auf ägyptische Polizisten und Grenzschützer. Wenn man jemanden darum bitten würde, den Grad der Feindschaft gegenüber Israel mit dem gegenüber der Hamas zu vergleichen, würde die Hamas – so scheint es - als Verlierer daraus hervorgehen.

Zakaria Azmi, der Leiter des Büros von Ägyptens Präsident Hosni Mubarak, erstattete dem ägyptischen Parlament vor kurzem ausführlich Bericht über das Einsickern von Terroristen auf die Sinai-Halbinsel. Dabei wandte er sich nicht zufällig an das Parlament. Schließlich war es von hier aus, dass die Muslim-Brüderschaft ihre scharfen Attacken gegen Mubarak und seine angebliche Kollaboration mit Israel von sich gegeben hatte.

Ein ausführlicher Artikel zum Thema in englischer Sprache findet sich unter dem folgenden Link: http://www.haaretz.com

11.Februar 2008


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