Nachweis der Zugehörigkeit

Hintergrund

Um Aliyah beantragen zu koennen, muss der potenzielle Oleh nachweisen koennen, dass er juedisch ist, oder dass er wenigstens einen juedischen Eltern- oder Großelternteil hat. Dazu gibt es mehrere Moeglichkeiten. Auf dieser Seite stellen wir die gelaeufigsten vor.

Auf jeden Fall muss jedes Dokument im Original vorgelegt werden. Gefaxte oder fotokopierte Dokumente haben selten Aussicht darauf, akzeptiert zu werden.

Standesamtliche Dokumente

In allen Faellen ist das Innenministerium berechtigt, eine Geburtsurkunde nebst beglaubigter amtlicher Kopie (Apostille) zu verlangen. Manchmal ist dies selbst schon Teil des Nachweises der Zugehoerigkeit zum Judentum. In anderen Faellen hingegen gereicht es dem Misrad Hapnim auch nur dazu, die persoenlichen Angaben des Antragstellers in das Bevoelkerungsregister einzutragen.

Verheiratete, Geschiedene und Witwen/Witwer muessen dem Misrad Hapnim die entsprechenden standesamtlichen Dokumente vorlegen nebst beglaubigter amtlicher Kopie (Apostille).

Eine Apostille ist ein beglaubigendes Zertifikat, durch das das zugehoerige Dokument von allen Staaten anerkannt wird, die die Haager Konvention unterzeichnet haben. Meist wissen die oertlichen Schlichim, wer eine solche Apostille ausstellen kann. Eine Apostille ist in der Regel gebuehrenpflichtig.

Nachweis der elterl. Zugehörigkeit zum Judentum

Orthodoxe Gemeinden verheiraten nur Paare miteinander, die von ihnen als juedisch angesehen werden. Daher ist die Heiratsurkunde (Ketuba) der Eltern ein ausreichender Nachweis dafuer, dass der potenzielle Oleh gemaeß der Halacha juedisch ist. Zusammen mit einer standesamtlichen Geburtsurkunde, die die familiaere Verbindung zwischen dem Antragsteller und seinen Eltern nachweist, ist die Ketuba also ein ausreichender Nachweis der eigenen Zugehoerigkeit zum Judentum. Weil eine Ketuba jedoch an jeder Ecke gekauft werden kann, verlangt das Misrad Hapnim ein der Regel auch eine standesamtliche Heiratsurkunde nebst Apostille (s.o.).

Analog zu diesem Vorgehen, kann der Antragsteller alternativ auch nachweisen, das ein Großelternteil juedisch ist. Zusaetzlich muss er dann seine eigene und die Geburtsurkunde seiner Eltern vorlegen, um so die Abstammung nachzuweisen.

Bestätigung einer Gemeinde-Mitgliedschaft

Viele juedische Gemeinden im Ausland haben einen anerkannten Standardbrief, mit dem sie potenziellen Olim die Zugehoerigkeit zum Judentum bestaetigen. Der Brief sollte im Briefkopf eher den Namen einer Gemeinde als den eines Rabbiners tragen (also etwa „Juedische Kultusgemeinde X.“ anstatt „Rabbiner Y.“). Aus dem Brief muss klar hervorgehen, dass der Rabbiner unzweifelbar weiß, daß die entsprechende Person juedisch ist.

Konversionsbescheinigung

Eine Konversionsbescheinigung ist ein anerkannter Nachweis der Zugehoerigkeit zum Judentum.

Konversionen, die im Ausland vorgenommen wurden, werden vom israelischen Innenministerium anerkannt, unabhaengig von der religioesen Bewegung. Innerhalb Israels vorgenommene Konversionen wurden lange Zeit nur anerkannt, wenn sie nach orthodoxem Ritus vollzogen wurden. Aufgrund neuer Richtlinien besteht jedoch fuer Personen, die in Israel konvertieren, zur Zeit kein automatischer Anspruch mehr auf Erwerb der Staatsbuergerschaft.

Die auf dieser Seite erlaeuterten Moeglichkeiten sind die gelaeufigsten, wenn es darum geht, die Zugehoerigkeit zum Judentum nachzuweisen. Kommt keine der hier geschilderten Moeglichkeiten in Betracht, kann eine Einzelfallpruefung anberaumt werden. Die oertlichen Schlichim helfen gerne weiter und suchen zusammen mit dem potenziellen Oleh nach alternativen Moeglichkeiten.

Aufgrund des weltweiten Trends weg von der organisierten Religion und der damit verbundenen Schwierigkeiten in der Zukunft empfehlen Aliyah-Experten, dass auch Personen, die nicht Aliyah machen wollen, dennoch ueber eine Bescheinigung verfuegen sollten, die ihre Zugehoerigkeit zum Judentum nachweist.

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Wie finde ich meinen Shaliach?
Aliyah Tachles