Eva Herman spaltet Juden und Katholiken

Hat ihren Job beim NDR verloren und sorgt weiterhin mit ihren Ansichten zur Familienpolitik für Ärger: Eva Herman.

Verstimmung zwischen dem Zentralrat der Juden und der katholischen Kirche: Nach einem Auftritt der Ex-TV-Moderatorin Eva Herman beim „Forum Deutscher Katholiken" am Wochenende hat der Zentralrat scharfe Kritik an der Kirche geübt. Die Katholiken zeigen sich empört.

Eva Hermans Rede in Fulda zur Familienpoltik in Fulda spaltet Juden und Katholiken in Deutschland. Der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, attackierte die katholische Kirche scharf. Er warf dieser mehrfaches Fehlverhalten in jüngster Zeit vor und forderte eine Klarstellung.

Graumann erwarte ein „klärendes Wort“ von Kardinal Lehmann „angesichts der hässlichen Häufung von kritikwürdigen Vorfällen – die wirren Vergleiche des Kölner Kardinals Joachim Meisner mit entarteter Kunst, die Ausfälle während der Israel-Reise der Bischofskonferenz im Sommer sowie der jetzige Vorfall beim Forum Deutscher Katholiken“. Graumann kritisierte auch den Kongressleiter in Fulda, Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein. Es scheine „ein seltsamer Geist in der Leitungsspitze“ des Forums Deutscher Katholiken zu herrschen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, zeigte sich brüskiert. Auf Anfrage nannte eine Sprecherin der Bischofskonferenz die Äusserungen Graumanns „auf befremdliche Weise einseitig und im Ton unangemessen“. Sie würden dem Verhältnis der katholischen Kirche zum Judentum in keiner Weise gerecht und seieseien einer seriösen Auseinandersetzung nicht dienlich.

Herman hatte am Wochenende in Fulda zu den Themen Liebe, Familie und Kinder gesprochen. 700 Besucher lauschten 40 Minuten lang den Ausführungen der ehemaligen „Tagesschau“-Sprecherin. Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Alois Riehl (CDU) zog offenbar wegen des Auftritts von Herman seine Schirmherrschaft für den Kongress zurück. Das Ministerium wollte dazu am Dienstag keine weitere Stellungnahme abgeben, das Forum Deutscher Katholiken meldete sich ebenfalls nicht zu Wort. Das Forum hat den Status eines Vereins und gilt als Plattform konservativer Katholiken.

Der „tosende Beifall“ für Herman auf dieser Veranstaltung sei nicht nur ein Armutszeugnis für die Teilnehmer, „sondern auch eine Ohrfeige für all diejenigen, die sich über 60 Jahre in der Aufarbeitung der Nazi-Diktatur engagiert haben“, kritisierte Graumann. „Frau Herman wurde völlig zu Recht (vom NDR) entlassen, nicht etwa, weil sie die Grundwerte von Ehe, Familie und Kindern propagierte, sondern weil sie den Ursprung dieser Werte in direkten Zusammenhang mit nationalsozialistischer Familienideologie brachte und diese damit teilweise verherrlichte.“

Ex-Moderatorin beteuert Unschuld

Herman hat wiederholt bestritten, die NS-Familienpolitik gelobt zu haben. „Ich bin falsch wiedergegeben worden“, hatte Herman im September erklärt. Anlass für die Auseinandersetzungen waren Äusserungen bei der Präsentation ihres Buches „Das Prinzip Arche Noah. Warum wir die Familie retten müssen“ gewesen. Dabei hatte sie auch Bezug zum Nationalsozialismus genommen.
In ihrem Internetangebot (www.eva-herman.de) präsentierte Herman die Passage, wie sie nach ihren Angaben bei der Pressekonferenz gefallen ist. Darin heisst es: „Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war 'ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft.“

Eva Herman war am 9. September nach missverständlichen Äusserungen über die NS-Familienpolitik vom Norddeutschen Rundfunk gekündigt worden.

Quelle: jns und Agenturen
9.Oktober 2007

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