Hamas zu Waffenstillstands-Gesprächen bereit?

Eine Woche nach ihrem Wahlsieg bei den Palästinenserwahlen hat die radikalislamische Hamas-Bewegung in ihrem harten Kurs gegenüber Israel Kompromissbereitschaft angedeutet. Die Hamas sei angeblich bereit, mit der "internationalen Gemeinschaft" über einen Waffenstillstand zu diskutieren. Die wurde von einem Hamas-Führungsmitglied Mussa Abu Marsuk in Damaskus kommuniziert.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will die künftige Regierung zur Einhaltung aller Vereinbarungen zwischen Israelis und Palästinensern auffordern. Die Hamas wies jede Art von Vorbedingungen vor der Erteilung des Regierungsauftrags zurück.

Ein Waffenstillstand mit Israel sei "eine Option", über die mit der internationalen Gemeinschaft verhandelt werden könne, sagte Abu Marsuk, der dem Politbüro der Hamas angehört. Seine Bewegung habe die mit Israel vereinbarte Waffenruhe seit März eingehalten und werde dies auch weiter tun.

Bereits am Wochenende hatte der Anführer der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen, Mahmud Sahar, gegenüber der britischen Zeitung "Sunday Telegraph" die Bereitschaft seiner Organisation betont, über einen dauerhaften Waffenstillstand zu verhandeln. Die Hamas hatte bei der Parlamentswahl am 25. Januar 76 der 132 Abgeordnetensitze errungen und damit die seit einem Jahrzehnt regierende Fatah-Bewegung von Abbas besiegt.

Abbas will nach Angaben eines Diplomaten am Freitag mit der Hamas-Führungsspitze zusammenkommen, um diese mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Der Palästinenserpräsident werde die regierungsbildende Partei auffordern, sämtliche mit Israel getroffenen Vereinbarungen einzuhalten, sagte sein Sprecher Nabil Abu Rudeina in Ramallah. Die Autonomiebehörde stehe unter der Führung von Abbas, deshalb müsse deren Regierung auch der politischen Linie des Präsidenten folgen.

Rudeina machte keine Angaben zu Äußerungen des ägyptischen Geheimdienstchefs Omar Suleiman, wonach Abbas die Hamas nur mit der Regierungsbildung beauftragen werde, wenn diese das Existenzrecht Israels anerkenne und auf Gewalt verzichte. Hamas-Führer Abu Marsak wies in diesem Zusammenhang jede Art von Vorbedingungen zurück: Dem "palästinensischen Volk" dürften keine "Bedingungen auferlegt werden".

Die Hamas begrüßte am Mittwoch Ankündigungen Russlands, an der Zusammenarbeit mit den Palästinensern festhalten zu wollen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor ein Aussetzen der internationalen Finanzhilfen für die Palästinenser als "Fehler" bezeichnet.

zum Seitenanfang

Weitere Berichte:

zum Seitenanfang
Druckbare Version
Hamas will an der Zerstörung Israels festhalten
Hamas-Führer lehnt Anerkennung Israels ab