Iran warnt Israel vor Angriff auf Atomanlagen
Die iranische Regierung hat Israel in scharfen Worten vor einem Angriff auf ihre Atomanlagen gewarnt. Die Reaktion Teherans wäre «verheerend», erklärte Außenamtssprecher Hamid Resa Assefi, wie die Nachrichtenagentur ISNA am Montag berichtete. Er reagierte damit auf die Forderung des konservativen israelischen Politikers Benjamin Netanjahu, Israel sollte iranische Atomanlagen aus der Luft angreifen, um Teherans Atomprogramm zu stoppen.
Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats erklärte dagegen vor Journalisten in Teheran, Teheran nehme die israelischen Drohungen nicht ernst. «Sie (die Israelis) haben schon früher derartige Drohungen erhoben. Wir haben das nie ernst genommen und tun das auch jetzt nicht», fügte Ali Laridschani hinzu, der auch Chefunterhändler im Streit um das Nuklearprogramm des Landes ist. «Es ist allen klar, dass Iran (...) in der Lage ist, sich zu verteidigen.»
Außenamtssprecher Assefi hatte zuvor zu Netanjahus Drohung erklärt: «Das zionistische Regime weiß, dass die iranische Reaktion verheerend sein würde, sollte es einen solch schweren Fehler begehen.» Netanjahu, der bei der vorgezogenen Parlamentswahl im März gegen Regierungschef Ariel Scharon antreten will, hatte am Sonntag erklärt, «Israel sollte Iran nicht erlauben, zur nuklearen Bedrohung zu werden». Natanjahu verwies dabei auf das Vorgehen des ehemaligen Ministerpräsidenten Menachem Begin, der vor einem Viertel Jahrhundert einen Luftschlag gegen den im Bau befindlichen Atomreaktor Osirak im Irak Saddam Husseins angeordnet hatte.
Iran plant in der Provinz Chusistan im Südwesten des Landes den Bau eines weiteren Atomkraftwerkes. Das Kabinett habe am Sonntagabend grünes Licht für eine Machbarkeitsstudie für ein zweites Kraftwerk in Chusistan gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Das bestehende Atomkraftwerk - ein Gemeinschaftsprojekt mit Russland - liegt in der Hafenstadt Buschehr am Persischen Golf im Süden des Landes. Das Kraftwerk, das von 1974 an von der Siemens-Tochter Kraftwerk Union (KWU) gebaut wurde, ist noch nicht in Betrieb.
Laridschani sagte dazu, die Atom-Verhandlungen mit der EU seien von dem Plan, der bereits seit langem bekannt sei, nicht betroffen. Experten beider Seiten würde in den nächsten zwei Wochen über eine Fortsetzung der ausgesetzten Verhandlungen sprechen. Die EU will Iran zur Aufgabe seines Programms zur Urananreicherung bewegen.
Zu dem Atomstreit mit Iran kamen Paris und Peking überein, «eine langfristige Lösung» zu finden. Bei einem Besuch des chinesischen Premierministers Wen Jiabao in Paris sagte der französische Präsident Jacques Chirac, er hoffe, dass Teheran den Dialog mit den Europäern «und in Übereinstimmung mit Chinesen, Russen und Amerikanern» wieder aufnehmen werde. Peking unterstützt die Verhandlungen der EU- Troika Deutschland, Frankreich und Großbritannien, lehnt jedoch internationale Sanktionen gegen Teheran ab.
Russland bestätigt Rüstungsgeschäfte mit dem Iran
Die russische Regierung hat am Samstag (3.12.05) Berichte über ein Rüstungsgeschäft bestätigt, das Russland mit dem Iran unterzeichnet hat. Das israelische Außenministerium kritisierte die russische Regierung und erklärte: „jeder Staat, der die militärischen Fähigkeiten des Regimes in Teheran stärkt, stärkt die negativen Tendenzen im Nahen Osten.“
In einer Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums wurde nicht genannt, welche Art von Waffen dem Iran verkauft wurden, doch es hieß, dass es sich um „Waffen handelt, die nur zur Verteidigung dienen“.
Politiker in Israel protestierten gegen das „Doppelspiel, das die Russen mit Israel spielen“. Nach ihren Angaben bezeichnen die Russen die Beziehungen mit den Israelis gerne als „freundschaftliche Beziehungen“, verkauften dem Iran jedoch Waffen unter dem Vorwand, dass es sich um Verteidigungszwecke handle.
Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:59:10 Uhr.
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