„Strategisch wird der Terror weitergehen“

Nach Treffen mit Abu Ala in Damaskus

Ein Anführer einer Terrororganisation in Damaskus nach einem Treffen mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Abu Ala (Ahmed Qureia): „Strategisch wird der Terror weitergehen“

Der palästinensische Ministerpräsident Abu Ala, der sich derzeit in Syrien aufhält, veranstaltete am 22. August ein Treffen mit den Führern der Terrororganisationen, die mit der Genehmigung des syrischen Regimes von den Kommandanturen und Büros in Damaskus aus agieren. An dem Treffen nahmen u.a. Ramajan Abdallah Salah, Generalsekretär des „Islamischen Jihad in Palästina“, Musa Abu Marzouk, Mitglied des „Politbüros der Hamas“ und Maher Altahar, Stellvertretender Generalsekretär der „Volksfront“, teil.

Ramajan Salah erklärte, dass bei dem Treffen eine Absprache über eine gemeinsame Strategie erzielt wurde, die darauf basiert, dass der „Widerstand“ (d.h. die Gewalt) eine „strategische Option“ ist, die nicht beendet werden darf und auf der Basis der nationalen palästinensischen Einheit fortgeführt werden muss. Außerdem sei beschlossen worden, dass der „Widerstand“ (d.h. die Terrororganisationen) nicht entwaffnet werden dürften, „solange der palästinensische Boden besetzt“ ist (Al-Jazirah, 22.8.2005). Zuvor hatte Abu Ala in einem Interview mit „Al-Mahar“ betont, dass dies außer Frage stehe.

Musa Abu Marzouk betonte auf einer Pressekonferenz, die nach dem Treffen stattfand, dass der wirkliche Feldzug gegen Israel in der Westbank stattfände und fügte hinzu: „Wir hoffen, dass es keine Meinungsverschiedenheiten mit der Palästinensischen Autonomiebehörde über die Waffe des Widerstandes geben wird, denn solange die Besatzung andauert, muss auch diese Waffe weiter bestehen.“ Auch Maher Altahar sagte auf der Pressekonferenz, dass mit Abu Ala ein Abkommen erzielt worden sei, nach dem „die Waffe des Widerstandes“ nicht zu Schaden käme und weiterhin gegen Israel gerichtet sei (AFP, 22.8.2005). (The Intelligence and Terrorism Information Center at the Center for Special Studies C.S.S., 23.8.)

Aufruf zur Fortführung des bewaffneten Kampfes

Auch diese Woche setzen die palästinensischen Terrororganisationen ihre militärischen „Siegesparaden“ über den israelischen Rückzug fort: Am 22. August veranstaltete die Hamas-Organisation Versammlungen in Gaza und Nablus (Westbank). An dem Aufmarsch in Nablus nahmen ca. 3.000 ihrer Anhänger teil. Sie trugen die Fahne der Hamas, Modelle des Tempelbergs sowie Modelle von Panzern, Luft-Boden-Raketen und Häusern israelischer Siedler.

Die Organisation „demokratische Front zur Befreiung Palästinas“ organisierte in Kan Younis, Gazastreifen, einen Aufmarsch, an dem Hunderte teilnahmen. Anhänger der „Jerusalem-Gruppierungen“, dem operativen Arm des „Islamischen Jihad in Palästina“, veranstalteten unter der Teilnahme von Hunderten Anhängern eine Demonstration in Rafah. Zum Abschluss veranstalteten sie eine Pressekonferenz, in der sie betonten, „auf allen Wegen“ für die Freilassung der Gefangenen zu kämpfen, hauptsächlich mit Hilfe der Entführung israelischer Soldaten und Siedler.

Nach Rückzug: Kassam-Angriffe gehen weiter

Erstmals nach dem Abschluss des Gaza-Rückzugs haben Palästinenser am Donnerstag eine Kassam-Rakete auf die israelische Wüstenstadt Sderot abgeschossen. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt.

Die Rakete landete auf offenem Feld außerhalb der Stadt. Der Bürgermeister von Sderot, Eli Mojal, stellte nach dem Angriff die Frage: "Wo bleibt die angemessene Reaktion, die die Regierung nach dem Rückzug angekündigt hat?" Er fügte hinzu: "Ich habe dem Premier mitgeteilt, dass eine Bildungseinrichtung, deren Dach nicht gegen Kugeln gesichert ist, einfach nicht geöffnet wird. Ich bin nicht bereit, die Verantwortung für die Kinder von Sderot zu übernehmen." In Israel beginnt das neue Schuljahr am 1. September.

Angriff auf Nordisrael

Bereits am Donnerstagmorgen wurden vom Libanon aus zwei Raketen auf Israel abgeschossen. Eine traf einen Hühnerstall in der nordisraelischen Ortschaft Margaliot. Die zweite landete auf libanesischem Gebiet. Verletzt wurde niemand.

Zu den Angriffen bekannte sich zunächst keine Organisation. Ein Vertreter der radikal-islamischen Hisbollah sagte, ihm sei nichts darüber bekannt. Das berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz".

Ein Sprecher der UN-Friedenstruppen im Libanon, Milos Struger, forderte beide Seiten auf, "Ruhe zu bewahren". Die Truppen hätten eine Untersuchung des Vorfalls gestartet.

Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:58:45 Uhr.

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