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Aufhetzung zum Terror und Hass gegen Juden und gegen Israel
haben den israelisch-palästinensischen Konflikt routinemäßig
begleitet. Sein Ende, oder zumindest ein spürbarer Rückgang ist
Voraussetzung für den Fortschritt in den
israelisch-palästinensischen Verhandlungen und wichtiger
Indikator der Absichten der Palästinensischen Autonomiebehörde
(PA) in der Zeit nach Arafat.
Seit der Wahl Abu Mazens zum Vorsitzenden der PA macht sich ein
Wandel in der Gestaltung der palästinensischen TV-Sendungen
bemerkbar. Die Fülle antiisraelischer Propaganda und Hetze hat
abgenommen. Dies ist zum Teil auf Abu Mazens Versuch
zurückzuführen, die Stimmung in der palästinensischen
Öffentlichkeit zu verändern und den gewaltsamen Konflikt zu
beenden. Dazu gehört auch ein Ende des „Führerkultes“ aus der
Amtszeit Arafats. Am 30. Januar 2005 besuchte der
palästinensische Ministerpräsident Abu Ala die palästinensischen
Fernsehstudios in Gaza und rief zu einem Wandel im
Fernsehprogramm und zu mehr „Objektivität und Pluralismus“ auf.
Abu Mazen hat durchzusetzen versucht, dass antiisraelische Hetze
aus palästinensischen Fernsehkanälen verschwindet, vor allem
aber aus den arabischen Satellitenprogrammen. Abu Mazen ist sich
aber auch der Schwierigkeiten bewusst, die die tief verwurzelten
Erklärungsmuster mit sich bringen, die vorrangig im
Erziehungsbereich und in den Moscheen vermittelt wurden. Hier
ist eine Auseinandersetzung mit dem Hamas unausweichlich. Die
Organisation spielt eine zentrale Rolle in der anhaltenden Hetze
gegen Israel.
Doch die palästinensischen Medien enthalten immer noch
antiisraelische Propaganda und Hetze, und es gibt noch keine
Veränderung in der Herkunft der Hetzkampagnen auf Graffiti,
Postern, Moscheen und im Erziehungssystem.
Was ist Hetze?
Die Hetze äußert sich in Aufwiegelung zum Terror, Gewalt und
Hass, in diesem Fall auf das jüdische Volk und auf Israel,
insbesondere durch Dämonisierung Israels und Dämonisierung des
jüdischen Volkes. Die Hetze kann sich im offenen Aufruf zur
Gewalt oder in indirekten Botschaften manifestieren. Sie zielen
eher auf Emotionen als auf den Intellekt. Hetze kann tagtäglich
und oberflächlich (Medien, Straßengraffiti) oder grundlegend und
langfristig (Moschee, Schule, Kindergarten, Universität)
vermittelt werden. Während der Ära Arafat waren antiisraelische
und antijüdische Hetze genährt von Arafats Äußerungen und wurden
von der palästinensischen Bevölkerung vollkommen absorbiert. Aus
diesem Grund ist der Rückgang der Hetze in ihrer alltäglichen
Erscheinungsform ein deutliches Zeichen für die neuen Absichten
der PA unter der Leitung Abu Mazens.
Änderungen durch Abu Mazen:
Während der Ära Arafat widmeten sich die palästinensischen
TV-Sendungen vor allem religiösen Themen, aktuellen Ereignissen
und verschiedenen politischen Themen (Gefangene, Jerusalem,
Geschichte) und mit starkem Bezug auf die Auseinandersetzungen
mit Israel. Daneben gab es Lieder und eindeutig
propagandistische Hetzprogramme, die Gewalt und Aufstand gegen
Israel predigten. Dazu gehörten Porträts von Terroristen als
Helden und Pop-Ikonen.
Zwischen seiner Wahl und dem Gipfeltreffen in Sharm el-Sheikh
hat Abu Mazen höchst ermutigende Statements abgegeben, worin er
den Friedensprozess mit Israel pries und zum „Ende aller
Gewaltaktivitäten zwischen Israelis und Palästinensern, wo immer
sie sich befinden“ aufrief (Al-Jazeera TV, 8. Februar 2005).
Tatsächlich veränderte sich in der Folge das palästinensische
TV-Programm: Deutlicher Rückgang in der Zahl der Hetzlieder, die
zur Gewalt gegen Israel aufrufen. Während der Arafat Ära wurden
durchschnittlich etwa 15 solcher Lieder gesendet, während
israelischer Armeeeinsätze stieg die Zahl häufig auf 30. Seit
der Wahl Abu Mazens sank die Zahl auf drei bis fünf Lieder
täglich. Stattdessen wurden Nationallieder gesendet. Während der
letzten Tage (seit 13. Februar 2005) wurden keine dieser Lieder
gesendet.
TV-Sender unterstützen die Politik Abu Mazens:
Die
palästinensischen Medien haben Berichte veröffentlicht, die die
Schritte Abu Mazens unterstützen und die hoffen lassen, dass sie
den eingeschlagenen Kurs Abu Mazens erfolgreich unterstützen
werden. Das palästinensische Fernsehen hat Berichte über die
aktuellen Ereignisse in sein Programm aufgenommen, darunter
Interviews mit palästinensischen Zivilisten im Gazastreifen, die
die Entsendung palästinensischer Truppen in den Gazastreifen
unterstützen und Kritik an den palästinensischen Angriffen auf
israelisches Territorium mit Qassam-Raketen sowie am Tunnelbau
zum Waffenschmuggel üben.
Beispiele:
Die
Bilder (vgl. vier Bilder aus dem Palästinensischen TV, nur
HTML-Version) zeigen Palästinenser, die sich für die
Zerstörung der Waffentunnel im Gazastreifen aussprechen
(Palästinensisches Fernsehen, 2. Februar 2005). Die interviewten
Personen zeigen sich zufrieden mit den Einsätzen der
palästinensischen Sicherheitskräfte gegen die Tunnel
(Palästinensisches TV, 31. Januar 2005), die nach ihren Angaben
auch zum Drogenschmuggel verwendet wurden (Al-Ayyam, 7. Februar
2005).
Darüber hinaus gibt es deutlich mehr Sendebeiträge über Kultur,
Lifestyle, Unterhaltung, Sport, Spielshows, Internet, etc. Der
Personenkult, der für das Regime Arafats charakteristisch war,
ging zurück und die Betonung liegt nun auf der Bedeutung der
Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.
Veränderte Terminologie:
Berichten zufolge haben Programmdirektoren die Anweisung
erteilt, feindliche Begriffe wie „der zionistische Feind“ und
„israelische Besatzungssoldaten“ aus den Sendungen zu nehmen
(vgl. 2 Bilder, HTML-Version). Bis jetzt (8.2.05) gibt es
keine Anzeichen auf signifikante Veränderungen in dieser
Terminologie, und die israelische Armee wird immer noch als
„israelische Besatzertruppen“ bezeichnet. Jedoch wird der
Verteidigungsminister nicht mehr „Kriegsminister“ genannt,
sondern nunmehr „Armeeminister“.
Maher
al-Rais, Direktor des Palästinensischen Fernsehens, erläutert
einem Reporter des israelischen Fernsehens (Arutz 2) seine
Entscheidung über die Änderung der Terminologie im
palästinensischen Fernsehen. Tatsächlich konnten bisher keine
Veränderungen festgestellt werden (Israelisches Fernsehen, Arutz
2, 20. Januar 2005).
Karikaturen:
Veröffentlichung von antiisraelischen Cartoons im „Sprachrohr
der PA“, Al Hayat Al Jadeedah:
In palästinensischen Medien erscheinen weiterhin antiisraelische
Cartoons der Karikaturistin Omayya Joha, die durch ihre
verleumderischen Zeichnungen bekannt wurde. Omayya Joha steht
politisch der Ideologie des Hamas nahe. Ihr Ehemann, ein
Hamas-Terrorist, starb 2003 bei einem Feuergefecht mit
israelischen Soldaten.
Beispiele
(2 Bilder in der HTML-Version):
Bild
1: Israel stachelt zum Krieg an, Omayya Joha, Al Hayat Al
Jadeedah, 16. Januar 2005.
Bild 2 (unten): Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon
verglichen mit dem Tsunami in Südostasien, der im Dezember 2004
etwa 300.000 Personen tötete, Omayya Joha, Al Hayat Al Jadeedah,
15. Januar 2005.
Freitagsgebete:
Ein Beispiel für kleine Veränderungen in der antiisraelischen
Hetze ist in den Freitagspredigten des Hamas-nahestehenden
Sheikhs Ibrahim Madeiras, Hauptgeistlicher in Gaza, zu bemerken.
Seine Predigten beinhalten grobe antiisraelische Propaganda und
Hetze (teilweise antisemitisch) und werden live im von der PA
kontrollierten Fernsehen übertragen. Während der vergangenen
Wochen konnte folgendes festgestellt werden:
28.
Januar 2005: Ein Teil der Predigt widmete sich der Erklärung
gegenüber den Gottesdienstbesuchern, warum die Waffenruhe
wichtig ist (als „Ruhezeit für die Kämpfer“)
20. Januar 2005: Während des Gebetes zum Opferfest, an dem Abu
Mazen teilgenommen hatte, sprach der Sheikh über einen neuen
Kurs der PA und verurteilte die „Anarchie der Waffen“, mit
Verweisen auf religiöse Begründungen
11. Februar 2005: Die Freitagspredigt wurde nicht übertragen.
4. Februar 2005: In der Freitagspredigt am 4.2. merkte der
Sheikh jedoch an, dass die Palästinenser das Land von 1948 noch
nicht abgetreten haben. Er kündigte an, die Palästinenser würden
auf dieses Gebiet zurückkehren, und zwar nicht im Rahmen von
politischen Verhandlungen, selbst wenn es sich um eine
Angelegenheit handle, die noch zukünftige Generationen betreffe.
„Dies bedeutet nicht, dass wir Jerusalem, Haifa, Jaffa, Lod,
Ramle und Tel Aviv abgetreten haben“, so Sheikh Ibrahim Madeiras
am 4.2.2005.
Schulen:
Berichten zufolge soll das palästinensische
Erziehungsministerium Schulen in der West Bank angewiesen haben,
antiisraelische Terminologien (z.B. „verheertes Land“) nicht
mehr zu gebrauchen. Bislang ist nicht klar, ob und wie diese
Anweisung umgesetzt wird.
Zeitungen:
In
palästinensischen Zeitungen wird Israel häufig noch durch
Anschuldigungen verunglimpft, die auf glatten Lügen basieren.
Zum Beispiel hat Al hayat Al Jadeedah am 4. Febr. 2005 eine
Pressemeldung des „National Guidance Department“ im Osten
Ramallahs übernommen, das Palästinenser davor warnt, sich nicht
verdächtigen Gegenständen und Landminen zu nähern (sic). Nach
der Mitteilung sollen die „Besatzungssoldaten“ oder Siedler die
Sprengsätze in vielen Gebieten gelegt haben, darunter in der
Nähe von Brunnen, Schulen und Ackerland. Als Begründung wurde
angegeben, die „Besatzungssoldaten wollen das palästinensische
Volk auf verschiedenen Wegen zwingen, ihr Land zu verlieren“, so
die palästinensische Zeitung am 4.2.2005.
Fazit:
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Abu Mazen und andere
hochrangige Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde
positive Signale setzen, die vielleicht den Beginn eines Wandels
ankündigen. Jedoch hat die PA bisher nur oberflächliche Schritte
eingeleitet.
Um die Hetze in Zukunft zu unterbinden und grundlegende
Veränderungen im palästinensischen Bewusstsein gegenüber Israel
einzuleiten, wird die PA sehr viel effektiver und langfristiger
gegen die antiisraelische Hetze vorgehen müssen. Dazu gehören:
Tiefgreifende Veränderungen in den palästinensischen Medien:
Ausstrahlung positiver Statements von Vertretern der
palästinensischen Führung, Absetzung aller verleumderischen
Lieder und Programme, andere Terminologien in bezug auf Israel.
Reinigung der Straßen von antiisraelischer Propaganda: inklusive
der öffentlichen Einrichtungen, insbesondere der Schulen
Ende der Herstellung und Verbreitung von Büchern, Kassetten und
CDs, die Hass und Gewalt gegen Juden predigen (einige davon sind
Importwaren aus Ägypten und Saudi-Arabien)
Ende der Hetze in den Moscheen und verstärkte Beobachtung der
Prediger, vor allem derjenigen, die in Verbindung mit dem Hamas
stehen.
(Quelle: Intelligence and Terrorism Information Center at
the Center for Special Studies (C.S.S.), Special Information
Bulletin: Anti-Israeli incitement by the Palestinian Authority
since the election of Abu Mazen,
http://www.intelligence.org.il/eng/sib/2_05/abu_mazen.htm)
Hintergrund:
http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/document.asp?DocumentID=33581&MissionID=88
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