"Arbeit der Hizbollah"

Analyse zur Ermordung von Rafiq Hariri

Nach einer erneuten Beurteilung geht die Nachrichtenabteilung der israelischen Armee davon aus, dass die Hizbollah für die Tötung des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri verantwortlich ist. Nach einer ersten Lageeinschätzung war man davon ausgegangen, dass Syrien hinter dem tödlichen Anschlag steht.

Die nachrichtendienstliche Abteilung stützt sich dabei auf einige wenige Tatsachen: erstens war Hariri eine der herausragenden Persönlichkeiten im öffentlichen Leben im Libanon, die versucht haben, einen liberalen, zivilen Gesellschaftsumbruch herbeizuführen; zweitens unterstützte er die Stationierung der libanesischen Armee an der Grenze zu Israel und die Verdrängung der Hisbollah aus dem Libanon; drittens hat die Hizbollah in der Vergangenheit Hariri scharf kritisiert und ihre Besorgnis gegenüber seinen Wiederaufbauaktionen in Beirut ausgedrückt - Aktionen, die Beirut für den Tourismus und Geschäfte aus dem Westen öffneten.

Bei der nachrichtendienstlichen Abteilung hieß es, dass die Tatsache, dass die Tötung den syrischen Präsidenten Bashar Assad in eine komplizierte Lage gebracht und nun endgültig dessen Beziehungen zu den USA zerstört habe, für die Hizbollah nur von Vorteil sei, da diese selbst daran interessiert war, dass die syrischen Truppen so schnell wie möglich aus Teilen des Libanon abziehen.
„Durch einen Anschlag gegen Hariri signalisiert die Hizbollah dem jungen syrischen Präsidenten, dass sein Leben in Gefahr sein wird, falls er es zu einem Konflikt mit der Organisation kommen läßt oder deren Schritte beschränkt“, so die nachrichtendienstliche Abteilung.

Die nachrichtendienstliche Abteilung weiß nicht, wie Assad reagieren wird, wenn er erfährt, wer hinter dem Anschlag steht und ob er es wagen wird, sich öffentlich gegen die Hizbollah zu wenden oder ob er „den Wink verstehen“ und deshalb seine Kontakte zur Hizbollah vertiefen wird.

Unterdessen teilte die libanesische Regierung mit, dass sie eine militärische Untersuchungskommission eingerichtet hat, die die Umstände der Tötung Hariris untersuchen soll.

Die Europäische Union beriet gestern über den Antrag Israels, die Hizbollah auf die europäische Liste der Terrororganisationen zu setzen, doch es kam zu keiner Entscheidung. Israel führte in den vergangenen Wochen einen diplomatischen Aufklärungsfeldzug gegen die Hizbollah durch und zwar mit der Begründung, dass die Organisation in den Gebieten Terroraktionen initiiert und das Regime des Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, gefährdet. Frankreichs Präsident, Jacques Chirac, sagte Aussenminister Silvan Shalom, dass er die Position Israels grundsätzlich unterstütze, doch der Zeitpunk schlecht gewählt sei. (Yedioth Aharonot)

© Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:58:41 Uhr.

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