Iran bestätigt US-Spionageflüge über Atomanlagen

Die USA setzen unbemannte Flugkörper zur Überwachung der Atomanlagen im Iran ein, wie der iranische Geheimdienstminister Ali Junesi am Mittwoch mitteilte. «Die Spionageaktivitäten der USA im iranischen Luftraum dauern seit langer Zeit an», sagte Junesi am Mittwoch in Teheran. Er bestätigte damit erstmals amerikanische Presseberichte über den Einsatz sogenannter Drohnen im Iran.

«Die meisten der leuchtenden Objekte, die Bewohner im Himmel über dem Iran sehen, sind amerikanische Spionagegeräte, die nukleare und militärische Einrichtungen ausspionieren», sagte Junesi. Solche Beobachtungen wurden unter anderem aus der Umgebung von Isfahan gemeldet, wo es eine Anlage zur Herstellung von Uranhexaflourid gibt, den Ausgangsstoff für die umstrittene Anreicherung von Uran.

Die iranische Regierung will nach eigenen Angaben schwach angereichertes Uran für die Energiegewinnung in Atomkraftwerken nutzen. Die USA und ihre Verbündeten befürchten jedoch, dass Teheran auch hoch angereichertes Uran für die Entwicklung von Atomsprengköpfen erzeugen könnte.

«Unsere nuklearen Aktivitäten sind offen und sehr transparent», sagte Junesi bei der Besichtigung eines ehemaligen Gefängnisses für Dissidenten während des Schah-Regimes. Er bekräftigte zugleich eine Anweisung vom Dezember vergangenen Jahres, dass alle unbekannten oder verdächtigen Flugkörper im eigenen Luftraum abgeschossen werden sollen.

Die israelische Regierung warnte am Mittwoch davor, dass der Iran innerhalb von sechs Monaten die Fähigkeit zur Herstellung von Atombomben erworben haben könnte. Bis dahin seien die eingeleiteten Tests abgeschlossen sein, sagte der israelische Außenminister Silvan Schalom am Mittwoch vor Journalisten in London und fügte hinzu: «Dies ist nicht nur Israels Problem, sondern ein internationales Problem, da die Langstreckenraketen Europa erreichen können.»

Iran und Syrien bilden "gemeinsame Front"

Iran und Syrien wollen künftig eine "gemeinsame Front" gegen Israel und gegen Druck aus den USA bilden. Damaskus und Teheran sollten gemeinsam den "zahlreichen Herausforderungen" der Zeit begegnen, sagte der syrische Ministerpräsident Mohammed Nadschi Otri bei einem Besuch in Teheran. "Unsere syrischen Verbündeten sehen sich mit verschiedenen Bedrohungen konfrontiert. Wir sind bereit, ihnen jegliche Unterstützung zu geben", erklärte der iranische Vize-Präsident Mohammed Resa Aref.

"Dieses Treffen findet in einer sehr wichtigen und sensiblen Phase statt", sagte Otri weiter. Syrien wird zurzeit von den USA wegen seiner ungeklärten Rolle bei der Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri unter Druck gesetzt. Dem Iran wirft Washington vor, heimlich an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten.

Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:59:09 Uhr.

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