Erneut Raketen und Granaten

Nach der relativen Ruhe, die im Zeitraum um den Gipfel in Sharm el Sheikh im Gazastreifen herrschte, haben palästinensische Terrorgruppen seit den frühen Morgenstunden ca. 46 Granaten und Raketen auf israelische Ziele im Gazastreifen abgeschossen. Es gab mehrere Explosionen in den Siedlungen Gush Kativ und Neve Dekalim, wobei Sachschaden entstanden ist, jedoch keine Personen verletzt wurden. Wie die israelische Armee berichtete, erwiderten israelische Soldaten das Feuer. Laut den Berichten der Armee wurden die Angriffe der militanten Gruppen von Gebieten aus gestartet, in welchen die Palästinensische Autonomiebehörde eigene Sicherheitskräfte stationiert hatte. Die Angriffe sind die schwersten, seit der PA-Vorsitzende Abbas eine Einigung mit der Hamas am 22. Januar 2005 erreichte, nach welcher die Terrororganisationen ihre Angriffe einstellen würden, wenn Israel seine militärischen Aktionen beenden würde.

Das Büro des Ministerpräsidenten hat am Nachmittag seine tiefe Besorgnis über den anhaltenden Beschuss im Gazastreifen geäußert und geplante Treffen mit palästinensischen Unterhändlern aus Protest gegen die Angriffe abgesagt. Bei dem Treffen sollten Sicherheitsfragen besprochen werden, sowie die Freilassung von palästinensischen Gefangenen und die Übergabe von fünf Städten in der Westbank, in denen palästinensische Sicherheitskräfte die Verantwortung übertragen werden sollte. Ministerpräsident Sharon informierte Ägypten und die USA über die Vorgänge im Gazastreifen und warnte, dass Israel militärisch eingreifen wird, wenn die Angriffe nicht aufhören werden.

Am gestrigen Abend haben vier Männer sich dem Sicherheitszaun um die Siedlung Atzmona in Gaza genähert, wobei eine Person durch Warnschüsse der dort stationierten israelischen Soldaten verletzt wurde. Laut palästinensischen Angaben starb der Mann später. Weiterhin wurde ein palästinensischer Autodieb in der Nähe von Ramallah (Westjordanland) getötet, als dieser versuchte, durch einen Kontrollpunkt der israelischen Armee zu brechen.

Im Gazastreifen wurde ein Hamasmitglied bei einem sogenannten „Arbeitsunfall“ getötet und zwei verletzt, als die Terroristen einen Sprengsatz am Rande einer Strasse platzierten.

Nichtsdestotrotz hält Israel an seiner Politik fest, das Leben der palästinensischen Zivilbevölkerung zu erleichtern. So wurden insgesamt 3.000 Arbeitserlaubnisse für palästinensische Arbeiter ausgestellt, um ihnen die Möglichkeit zu geben, in Israel arbeiten zu können. Zudem wurde der Erez-Kontrollübergang wieder geöffnet, damit palästinensische Arbeiter ihre Tätigkeiten im Erez-Industriepark wieder aufnehmen können. Des Weiteren wurden, wie von MP Sharon gegenüber Mahmoud Abbas versprochen, mehrere Kontrollpunkte im Westjordanland abgebaut und die Gush Katif Kreuzung im Gazastreifen für alle Fahrzeuge geöffnet. (Haaretz, Jerusalem Post, MFA)

Abu Mazen schickte Delegation zu Nasrallah

Versuche, Nasrallah in die Waffenruhe einzubinden: der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas (Abu Mazen), schickte parallel zum Gipfeltreffen in Sharm el Sheikh Gesandte zu der Führung der Hisbollah nach Beirut, mit dem Versuch, die Organisation in die Waffenruhe miteinzubinden und sie so daran zu hindern, die Gewalt erneut zu entfachen. Dies teilte eine führende palästinensische Quelle mit.

Die Delegation leiten Abed Al Fatah Hamail, ehemaliger Minister der vorhergehenden Regierung Mahmoud Abbas, und zwei weitere Persönlichkeiten. Der offizielle Anlass für den Besuch ist die Überreichung eines persönlichen Schreibens Mahmoud Abbas an die libanesische Führung, den Präsdienten, den Ministerpräsidenten und den Parlamentsvorsitzenden. Doch wie die palästinensische Quelle der israelischen Nachrichtenplattform y-net mitteilte, ist der wahre Grund des Besuchs das Treffen mit der Führung der Hisbollah und den Führern von der Hisbollah nahestehenden palästinensischen Organisationen.

Vor dem Hintergrund der Treffen im Libanon weisen die Palästinenser darauf hin, dass die Hisbollah ihre Aktionen fortsetze und weiterhin in den palästinensischen Gebieten Personen für die Durchführung von Anschlägen rekrutiere. Die Aktivitäten der Organisation konzentrieren sich auf Aktivisten der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden. Wie die palästinensischen Quellen weiter berichten, offeriert die Hisbollah mittlerweile 100.000 US$ denjenigen, die gewillt sind, Anschläge gegen Israel auszuüben. Die palästinensische Delegation wird die Hisbollah auffordern, nicht zu versuchen, Einfluss auf das innere, palästinensische Geschehen auszuüben und die palästinensischen Interessen zu sabotieren. Dies ist der erste Kontakt zwischen den beiden Seiten seit der Wahl Mahmoud Abbas und seit vielen Jahren überhaupt, da die Organisation die PLO und die Autonomiebehörde aufs Schärfste wegen der Osloer Verträge und der Anerkennung des Staates Israels angegriffen hatte.

Die Delegation wird der Hisbollah die Informationen, die den palästinensischen Sicherheitsbehörden vorliegen, erläutern, nach denen die von der Hisbollah gesteuerten Organisationen die meisten Anschläge, in Westbank und Gaza zu verantworten haben. Außerdem wird die palästinensische Delegation der Hisbollah Informationen vorlegen, die Transaktionen von Geldern, Telefongespräche und Internetverbindungen zwischen Mitgliedern der Hisbollah und palästinensischer Terrorgruppen aufzeigen, welche die palästinensischen Sicherheitsbehörden aufgedeckt haben und die den Kontakt zwischen der schiitischen Terrororganisation und Terroristen in Westjordanland und Gaza unter Beweis stellen.

Befürchtung: der Iran hat begonnen, direkt in den Gebieten zu agieren
In letzter Zeit haben die Palästinenser ihre Befürchtung zum Ausdruck gebracht, dass die iranischen Revolutionsgarden beginnen könnten, direkt in den palästinensischen Autonomiegebieten zu agieren und nicht nur stellvertretend durch die Hisbollah. Die Delegation wird der Hisbollah die Bedeutsamkeit einer Waffenruhe zum jetzigen Zeitpunkt und die Tatsache verdeutlichen, dass die Palästinenser fest entschlossen sind, die Waffenruhe denen, die sich ihr entgegenstellen, aufzuzwingen.

Mahmoud Abbas selbst erklärte vor einigen Tagen, dass er es den verschiedenen Gruppierungen nicht ermöglichen werde, das palästinensische Geschehen zu beeinflussen. Die Führung der PA sah das Treffen zwischen dem Leiter des Politbüros der Hamas, Khaled Mashal, und dem Generalsekretär der Hisboallah, Sheich Hassan Nasrallah, nicht gerne. Sie sahen darin den Versuch der Hisbollah, die Verhandlungen in den Autonomiegebieten zwischen den verschiedenen palästinensischen Gruppen bezüglich einer Feuerpause mit Israel, zu beeinflussen. Deshalb wurde die Delegation entsandt, die Hisbollah um Unterstützung der palästinensischen Bemühungen zu bitten, die nach dem Waffenstillstand politische Lösungen mit Israel anstreben.

Der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, erhielt in der vergangenen Woche eine Einladung, den Iran zu besuchen. Noch steht nicht fest, wann er in den Iran reisen wird. Sollte dieser Besuch jedoch wirklich stattfinden, wird die Rolle der Hisbollah und des Iran in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde eines der Hauptthemen sein. (Y-Net)

© Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:59:01 Uhr.

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