Abbas im Gazastreifen gefeiert
PLO-Chef Mahmud Abbas ist am Samstag im Flüchtlingslager Rafah im Gazastreifen von zehntausenden Menschen begeistert gefeiert worden. Zahlreiche Bewaffnete trugen ihn auf ihren Schultern und versprachen ihm ihre Unterstützung bei der palästinensischen Präsidentschaftswahl. Der 69-Jährige ist der Favorit bei der palästinensischen Präsidentenwahl am 9. Januar. In seiner Wahlkampfrede stellte Abbas den hunderttausenden palästinensischen Flüchtlingen eine faire Lösung in Aussicht und forderte die Bevölkerung nach dem Tod Jassir Arafats zur Einheit auf. «Wir wollen ein gutes und sicheres Leben für unser Volk», rief der PLO-Chef der jubelnden Menge zu.
Abbas braucht nach Ansicht seiner Berater bei der Wahl am Sonntag kommender Woche eine deutliche Mehrheit, um bei Verhandlungen mit Israel eine gestärkte Position zu haben. Während er sich in der Vergangenheit kritisch gegenüber dem bewaffneten Aufstand äußerte und die Intifada als sinnlos brandmarkte, schlug er am Samstag moderate Töne gegenüber gewaltbereiten Gruppen an und lobte die «unbeugsame Bevölkerung» von Rafah. Bei mehreren Wahlkampfauftritten in den vergangenen Tagen traf er demonstrativ mit von Israel gesuchten Extremisten zusammen.
Tausende Palästinenser applaudierten in Chan Junis, als der Konvoi mit Abbas durch die Straßen der Stadt fuhr; sie schwenkten Plakate mit den Bildern Abbas' und des verstorbenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat. Mitglieder der El-Aksa-Brigaden trugen Abbas auf ihren Schultern und schossen in die Luft. Die Menschen drängelten sich so dicht an Abbas heran, dass er an der Hand verletzt wurde. Der 69-Jährige ist der Favorit bei der palästinensischen Präsidentenwahl am 9. Januar.
PLO-Chef Mahmud Abbas will militante Palästinenser vor einer Verfolgung durch die israelischen Streitkräfte schützen. Abbas erklärte weiter, er sei es den militanten Palästinensern schuldig, «sie vor Ermordung, Tötungen und all diesen Dingen, die sie von den Israelis erleiden müssen, zu schützen». Der PLO-Chef kritisierte, dass der geplante israelische Abzug aus dem Gazastreifen ohne Absprache mit den Palästinensern erfolge. Der Nahost-Konflikt könne nur beendet werden, wenn auch die Besetzung des Westjordanlands aufgehoben, Ost-Jerusalem an die Palästinenser übergeben und eine Lösung für die im Ausland lebenden palästinensischen Flüchtlinge gefunden werde. Um diese Fragen zu klären, müsse sich Israel zu neuen Friedensverhandlungen bereit erklären.
Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den Autonomiegebieten sagte der Fatah-Kandidat der Nachrichtenagentur AP, viele Extremisten wären bereit, sich in die Gesellschaft zu integrieren, wenn ihnen im Gegenzug Sicherheit vor Verfolgung garantiert würde.
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