Islamisten geben nicht auf
Nachdem die Stadt Berlin die Durchführung einer islamistischen Konferenz auf ihrem Territorium verboten hat, hoffen die Organisatoren nun, den Anlass in Wien durchführen zu können.
Fadi Mahdi, der vor einigen Wochen aus Deutschland nach Beirut abgeschoben worden ist, erklärte gegenüber «Spiegel Online», der erste Arabisch-Islamische Kongress in Europa werde nun hoffentlich in Wien stattfinden, nachdem die deutschen Behörden die Durchführung des Anlasses in Berlin untersagt hatten. Im Anschluss an dieses Statement appellierten Gegner in einem offenen Brief auf der Website www.juedische.at an Wiens Bürgermeister Michael Haupl und forderten ihn auf, die Abhaltung des Kongresses in der österreichischen Kapitale zu verhindern.
Nicht willkommen in Wien
Sie zitierten die Organisatoren des islamischen Anlasses, welche die Gründung einer «weltweiten Bewegung gegen den amerikanischen und zionistischen Nazismus» vorschlagen und dazu auffordern, sich «voller Stolz mit unseren Märtyrern» zusammenzutun. Die Unterzeichner des Protestschreibens baten Haupl, dem österreichischen Volk klar zu machen, dass «die Befürworter von Gewalt und Terror in Wien nicht willkommen sind». Die Gegner des Kongresses haben alle Chancen, mit ihrem Anliegen durchzudringen. Am 20. September versicherte Österreichs Präsident Heinz Fischer Rabbi Marvin Hier vom Simon-Wiesenthal-Zentrum, er werde die nötigen Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass die Konferenz nicht in Wien stattfinde. «Die Deutschen wollen den Anlass nicht, und auch wir wollen ihn nicht», sagte Fischer zu Hier gemäss einer Verlautbarung des Wiesenthal-Zentrums. Rabbi Hier und die Berliner Behörden fürchteten, der Slogan des Anlasses «Erhebt Euch und leistet Widerstand» sei ein nur notdürftig vertuschter Aufruf zur Gewalt.
Unselige Personalunion
Nach Angaben der Zeitung «Die Welt» ist Mahdi, der Organisator des Kongresses, gleichzeitig auch Sprecher der «Internationalen Bewegung gegen die amerikanische und zionistische Globalisierung und Dominanz». Mitorganisator Gabriel Daher ist ein Christ syrischen Ursprungs, der seit 26 Jahren in Berlin lebt. An einer kürzlich durchgeführten Veranstaltung aus Anlass des vierten Jahrestages des israelischen Rückzugs aus dem Libanon soll Dahr angeblich Selbstmordanschläge als «Akte der feinsten Selbstverteidigung und Befreiung» gelobt haben. Auf der Website der islamischen Gruppe beklagte Daher die «grundlose Aufregung» rund um den Anlass, die auf den Druck zurückzuführen sei, den das Wiesenthal-Zentrum auf die deutsche Regierung ausübe.
Arabisch-islamische Konferenzen hat es bereits in der Vergangenheit gegeben, doch nach Angaben der Zeitung «Die Welt» fanden sie bisher stets in der arabischen Welt statt. Zu den Personen und Kreisen, welche den Kongress offiziell unterstützen, gehören Saddam Hussein, extreme islamistische Gruppen in Ägypten und die Hizbollah-Miliz im Südlibanon.
Toby Axelrod
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