Jahresbericht zum Militärgleichgewicht

Das "Jaffe"-Strategiezentrum der Universität Tel Aviv hat Israel in seinem Jahresbericht eine bessere strategische Situation im Nahen Osten bescheinigt. Ein ägyptischer Überraschungsangriff wie beim Jom-Kippur-Krieg sei heute kaum mehr möglich, urteilten die Experten.

Die Strategie-Experten hoben die "ausgezeichnete Leistung" der israelischen Sicherheitskräfte hervor, die im vergangenen Jahr gegen den Terror gekämpft haben. Gleichzeitig konnte jedoch der Antrieb der Palästinenser, gegen Israel zu kämpfen, nicht geschwächt werden.

Dies geht laut "Jerusalem Post" aus dem Jahresbericht "Strategische Balance im Nahen Osten 2003-2004" hervor, der vom "Jaffe" Strategiezentrum am Montag veröffentlicht wurde. Dessen Leiter, Schai Feldman, sagte, das vergangene Jahr sei auch gekennzeichnet von verpassten Gelegenheiten, wie etwa in Bezug auf Anzeichen Syriens, Friedensverhandlungen durchzuführen.

Besondere Beachtung schenkt der Bericht der Fortentwicklung des Nuklear-Programms im Iran. Die USA hätten am ehesten die Möglichkeiten, den Iran davon abzuhalten, das Nuklear-Programm weiterzuentwickeln, findet der stellvertretende Leiter des Zentrums, Ephraim Kam. Eine israelische Militär-Operation gegen den Iran müsste vorher mit den USA abgeklärt werden, da diese derzeit zwischen beiden Staaten stünden.

Der Iran hat demnach im letzten Jahr bedeutende Fortschritte etwa bei der Produktion von angereichertem Uran gemacht, welches für Nuklearwaffen notwendig ist. Die weltweite Aufmerksamkeit gegenüber diesen Gefahren aus dem Iran sei jedoch angestiegen, bemerken die Wissenschaftler, vor allem in den USA und in manchen europäischen Staaten.

In den kommenden zwei Monaten müsse die Internationale Atomenergie-Behörde entscheiden, ob sie den UNO-Sicherheitsrat dazu auffordern will, eine Resolution zum iranischen Nuklearprogramm zu verabschieden.

General Schlomo Brom und Jiftah Schapir vom Jaffe-Zentrum sagten in Bezug auf Ägypten: "Die weiter bestehende Kluft zwischen Ägypten und Israel liegt in der Unmöglichkeit Ägyptens, das Militär zu reformieren - was beinhaltet, Informationstechnologie zu integrieren und die Kommunikationsstrukturen zu optimieren". Das militärische Gleichgewicht zwischen Staaten entscheide sich nicht nur an der Quantität der Waffen, sondern auch daran, wie gut die Waffen kontrolliert und eingesetzt würden. Ägypten wäre heute nicht mehr in der Lage, Israel wie beim Jom Kippur-Krieg zu überraschen, so Brom. Denn die Ägypter benutzten die Militärtechnik der Amerikaner, und amerikanische Militärexperten seien jederzeit über die ägyptischen Militäraktionen unterrichtet.

Die größte Bedrohung für Israel bestehe heutzutage in den nicht-konventionellen Waffen und in den angestiegenen Aktivitäten der Terror-Organisationen, so der Bericht.

Der Wissenschaftler Joram Schweitzer warnte davor, dass der Terror aus dem Irak "aussickern" könnte mit dem Ziel, Saudi Arabien von innen zu destabilisieren. "Saudi-Arabien zu erobern, ist der große Traum Bin Ladens", so Schweitzer.

Sein Kollege Feldman warnte zudem die israelische Führung davor, die Gefahr nicht zu vernachlässigen, dass internationale Terroristen an nicht-konventionelle Waffen gelangen könnten.

Mit freundlicher Unterstützung

© Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

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