Iranische Raketen-Sprengköpfe
Weiterentwicklung könnte Europa gefährden
Iranische Tageszeitungen haben vor drei Wochen Fotoaufnahmen veröffentlicht, die neue Details über die Weiterentwicklung iranischer Raketensprengköpfe enthüllen. Danach ist anzunehmen, dass die weiterentwickelte Shihab-3 Rakete einen langsameren Eintritt in die Atmosphäre ermöglicht....
(Ha´aretz daily/ jpost/ israel.de)
Dies kann den eventuell chemischen Sprengkopf beständiger machen und seinen Inhalt besser schützen. Es ist auch anzunehmen, dass die Reichweite der Rakete erweitert wurde. Die operativen und technologischen Veränderungen zeigen, dass sich die Iraner nicht auf den Lorbeeren ihrer Raketenentwicklung ausruhen. Sie geben einen Einblick in ihre wagemutige, technologische Planung. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ausländische Experten aus Nordkorea sowie der früheren Sowjetunion von den Iranern unter Vertrag genommen wurden.
Auch ist anzunehmen, dass sich die iranischen Bemühungen nicht nur auf die Shihab-3 Raketen beschränken, die eine Reichweite von ca. 1.300 Kilometern haben, sondern dass auch an den Shihab-4 Raketen gearbeitet wird, deren Reichweite auf mindestens 2.000 Kilometern geschätzt wird. Derzeit könnte eine Shihab-3 Rakete bereits in Reichweite des NATO-Mitgliedes Türkei einschlagen oder nahezu jede Stadt und jedes Ölfeld in Saudi-Arabien treffen. Bei den letzten Tests der Shihab-3 am 11. August 2004 wurde die vorgesehene Flugbahn jedoch nicht erreicht. Die Iraner haben bei ihrem experimentellen Versuch für eine ausgedehnte Berichterstattung gesorgt. Der Test sollte eine Antwort auf Israels Abschuss-Versuch der „Chez“- (Arrow) – Rakete sein. Der „Chez“ konnte Ende Juli bei einem Test in den Vereinigten Staaten erfolgreich eine Scud-Rakete abwehren.
Neu ist auch, dass die Rakete, außer dem neuen Sprengkopf, zum ersten Mal von einem operativen Fahrzeug und nicht von einem gewöhnlichen Raketenwerfer abgefeuert wurde. Bei allen anderen Shihab 3 – Tests war der Sprengkopf kegelförmig, doch dieses Mal hatte er eine neue, flachere Form und schien über kleine Flügel zu verfügen. Experten aus den verschiedensten Ländern werden die technologischen und operativen Weiterentwicklungen der neuen Shihab-3 Rakete analysieren. Dies wird besonders für einige europäische Länder interessant sein, denn sie haben bereits begriffen, dass der Tag näher rückt, an dem ein Großteil Europas in die Reichweite der iranischen Raketen geraten ist.
Bei dem Besuch des deutschen Außenministers Joschka Fischer in Jordanien äußerte sich dieser besorgt um Irans Atomwaffenprogramm. Ein Iran im Besitz von Atomwaffen wäre ein „Albtraum“, sagte er in Amman. Bundesaußenminister Fischer fügte hinzu, dass dies nur zu den vielen Problemen im Nahen Osten beitrage, welche die Sicherheit und Instabilität im Nachkriegs-Irak beinhaltet. Außerdem würde es eine Lösung des arabisch-israelischen Konfliktes und die Einführung demokratischer Reformen erschweren.
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