Barak drängt auf schnellen Zaunbau

Der ehemalige Premierminister Ehud Barak hat Ariel Scharon dazu aufgerufen, den Sicherheitszaun im Westjordanland schnellstmöglich fertig zu stellen. Barak sowie sein damaliger Außenminister Schlomo Ben-Ami sprachen sich zudem für den Rückzugsplan Scharons aus.

Barak und Ben-Ami äußerten sich zu Scharons Politik auf einer Podiumsdiskussion anlässlich des neuen Buches von Ben-Ami mit dem Titel "A Front Without a Rearguard" ("Eine Front ohne Nachhut") am Sonntagabend. Barak riet der derzeitigen israelischen Regierung, kein Abkommen über einen palästinensischen Staat zu unterzeichnen, bevor der Sicherheitszaun fertiggestellt ist. Es sei wichtig für Israels Sicherheit, dass er so schnell wie möglich gebaut werde, so Barak. "Bis heute sind etwa 1.000 Menschen in der Intifada getötet worden, und nach meiner Einschätzung sind 700 von ihnen gestorben, weil es keinen Zaun gibt", sagte der ehemalige Vorsitzende der oppositionellen Arbeitspartei.
Beide verwiesen auf die Friedensverhandlungen von Camp David im Jahre 2000, von denen Ben-Amis Buch handelt. Vier Jahre danach glaubten beide nach wie vor, der Plan des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton habe mehr Chancen auf Frieden gebracht als die Pläne des jetzigen Präsidenten George W. Bush. Die Grenze, von der in diesem Abkommen die Rede war, sei die letztendliche Grenze, die Israel akzeptieren könne.

Barak dementierte zudem die Behauptungen vieler, er verstünde Palästinenserführer Jasser Arafat nicht. Er kenne Arafat sehr gut, so Barak, und das Problem sei, dass dieser kein Partner sei. Das sei der Grund, warum eine einseitige Lösung wie der Zaun notwendig sei -
mit einem Minimum an Palästinensern und einem Maximum an Israelis dahinter, einschließlich der Siedlungen Ariel and Ma´aleh Adumim.

Er wies darauf hin, dass Gaza und einige isolierte Siedlungen nicht das einzige Land seien, das Israel werde abgeben müssen. Dies wisse Scharon sehr gut, so Barak. Zu jeder Zeit könnten die Palästinenser diese Entwicklung stoppen, indem sie zurück an den Verhandlungstisch kämen. "Wir sind jederzeit bereit, uns mit ihnen zusammenzusetzen und zu reden", so Barak.

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