Islamismus bedroht Demokratie
Die Europäer - darunter an vorderster Front die Deutschen - hätten scheinbar verlernt, "für die Freiheit kämpferisch einzustehen". Nur wenigen sei bewusst, dass Islamisten Deutschland als Ruhezone benutzten und sich dabei auf die Religionsfreiheit beriefen. "Gilt Religionsfreiheit auch, wenn sie für politische, gegen die Demokratie gerichtete Weltanschauungen in religiösem Gewand instrumentalisiert wird?", fragt der 59-Jährige. Tibi warnt vor allzu blauäugigen Sichtweisen. Nicht alle Islamisten trügen ihre Geisteshaltung offen zur Schau, sondern lebten in der Praxis der "Taqiyya" - der Täuschung durch Verstellung - und präsentierten sich als brave Demokraten. Darum habe unter anderem das Urteil im Kopftuchstreit "die Scharia durch die Hintertür der Religionsfreiheit in Deutschland zugelassen." Aus der Sicht des Wissenschaftlers konkurrieren im 21. Jahrhundert drei Modelle um die führende Rolle in der Gesellschaft: Zum einen die amerikanisch dominierte Weltordnung ("Pax Americana"), daneben das so genannte islamische Friedensmodell "Pax Islamica", und das Modell des pluralistischen Friedens zwischen den Demokratien. Für Tibi steht Europa in seiner Konfrontation mit dem Islamismus vor der größten Herausforderung seit dem stalinistischen Kommunismus und dem Faschismus des Dritten Reichs. Selbst wenn man dabei nicht nur zwischen Islam und Islamismus, sondern auch zwischen friedlichen und gewaltbereiten Islamisten unterscheiden müsse, sollten sich Demokraten keinen "Sand in die Augen streuen lassen". |
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| Europa droht eine Islamisierung |
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| Der Göttinger
Politikwissenschaftler Bassam Tibi hat vor
einer Islamisierung Europas gewarnt. "Wer sich in der Islam-Diaspora
Europas auskennt, weiß, dass nicht nur die Islamisten von einem
islamischen, von der Scharia beherrschten Europa träumen; auch orthodoxe
Moslems tun dies und rechnen Europa durch demographische Islamisierung
durch Migration zum 'Dar al-Islam' (Haus des Islam)", schreibt der
Moslem nach Angaben von "idea" in einem Kommentar der Tageszeitung "Die
Welt". Laut Tibi missbrauchen Islamisten die Gesellschaft als Instrument für ihre Bewegungsfreiheit: "Der Terror richtet sich gegen die liberale Freiheit und gleichzeitig instrumentalisiert er diese für seine Zwecke." Tibi fordert die Moslems in Europa auf, "unzweideutig jeden Terror zu verurteilen". Von Vertretern der deutschen Islam-Diaspora höre man jedoch nur Warnungen vor einem "Feindbild Islam", nicht vor dem Terrorismus. "Dabei wird mit dem Vorwurf Antiislamismus in propagandistischer Manier eine völlig falsche Parallele zum Antisemitismus konstruiert, wobei anzumerken ist, dass viele Islamisten selbst Antisemiten sind", so der Wissenschaftler. Seiner Ansicht nach ist die Integration der Moslems in Deutschland gescheitert. In den Moscheevereinen lernten die jungen Moslems nicht, wie sie Grundgesetz, Demokratie und ihre Religion in Einklang bringen könnten, sondern läsen Schriften islamischer Fundamentalisten. Während sich europäisch gebildete, beruflich erfolgreiche Moslems meist integrierten, bildeten die Moscheevereine eher Parallelgesellschaften. Dies sei das genaue Gegenteil von Integration. |
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