Stellungnahme zum Überfall
Israel betrachtet die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) unter der Regierung der Terrororganisation Hamas allein verantwortlich für den Überfall auf „Kerem Shalom“ und für das Schicksal des entführten israelischen Soldaten.
Der Vorsitzende der PA, Mahmoud Abbas, verfügt über alle Mittel - auch militärische - um den entführten Soldaten zu befreien. Abbas muss nun beweisen, dass er zu seinen Absichten steht. Israel ruft den Vorsitzenden auf, im Gazastreifen zu bleiben und sofort etwas zu unternehmen.
Israel ruft die internationale Staatengemeinschaft auf, ihren Einfluss auf den Vorsitzenden Abbas zu nutzen, um die sofortige Freilassung des entführten Soldaten sicherzustellen und der PA die Konsequenzen im Falle des Scheiterns der Freilassung deutlich zu machen.
Israel behält sich das Recht vor, alle notwendigen Maßnahmen für die sichere Rückkehr des entführten Soldaten nach Israel einzuleiten.
Der Terrorangriff vom Sonntag ist ein weiterer Angriff von palästinensischen Terrororganisationen auf die zentralen Lebensadern der palästinensischen Zivilbevölkerung. Israel hat immer wieder davor gewarnt, dass palästinensische Terrororganisationen die Absicht verfolgen, Grenzübergänge anzugreifen, durch die Waren und humanitäre Hilfsmittel für die palästinensische Bevölkerung in den Gazastreifen transportiert werden. Der Zwischenfall in Kerem Shalom beweist ein weiteres Mal, dass die palästinensischen Terrororganisationen nicht davor zurückschrecken, dem palästinensischen Volk größtes Leid zuzufügen.
Der Überfall geschah auch vor dem Hintergrund der andauernden massiven Raketen-Angriffe auf israelische Städte im näheren Umkreis des Gazastreifens. Seit dem Truppenrückzug und der Umsiedlung der Zivilisten aus dem Gazastreifen vor fast einem Jahr sind mehr als 500 Qassam-Raketen auf israelischem Gebiet eingeschlagen.
Durch den Abschuss dieser Raketen aus dicht bevölkerten Gebieten im Gazastreifen sowie durch die wiederholten Angriffe auf die Grenzübergänge, die die tägliche Versorgung sicherstellen, schaden die palästinensischen Terrororganisationen ihrer eigenen Bevölkerung.
In den vergangenen Monaten hat Israel alle Anstrengungen unternommen, um diese Grenzübergänge offen zu halten, damit Waren und humanitäre Hilfsmittel an die Bewohner des Gazastreifens geliefert werden können. Gleichzeitig wurden alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen für die Mitarbeiter an den Übergängen getroffen.
Die israelische Regierung wird alle nötigen Schritte unternehmen, um seine Bürger und sein Gebiet zu schützen, so wie es jede andere Regierung auch tun würde. Die alleinige Verantwortung für die Konsequenzen palästinensischer Terrorangriffe liegt bei der Palästinensischen Autonomiebehörde.
Überfall auf dem Übergang „Kerem Shalom“
Bei einem Angriff auf den Übergang zum Gazastreifen im Gebiet des Kibbuz „Kerem Shalom“ am Sonntag (25.6.2006) haben bewaffnete Palästinenser der „Hamas“ und der „Popular Resistance Committees“ (PRC) zwei israelische Soldaten getötet und einen Soldat entführt. Vier Soldaten wurden verletzt.
Bei den getöteten Soldaten handelt es sich um den 20-jährigen Lt. Hanan Barak aus Arad und den ebenfalls 20-jährigen Uffz. Pavel Slutzker aus Dimona. Hauptgefreiter Gilad Shalit (Foto: IDF) wird vermisst.
Gegen 5:30 Uhr drangen Mitglieder der Terrororganisationen Hamas und PRC durch einen 10 Meter tiefen Tunnel unter dem Grenzzaun auf israelisches Territorium vor. Der Tunneleingang befand sich im Gebiet von Rafah im südlichen Gazastreifen und führte in das Gebiet zwischen „Kerem Shalom“ und der Kreuzung „Sufa“ in Israel. Unter dem Schutz von Granatfeuer und Panzerabwehrraketen aus dem Gazastreifen attackierten die Terroristen ein Armeefahrzeug, einen Panzer und einen Wachturm. Die Soldaten erwiderten das Feuer und töteten mindestens zwei Angreifer.
Hochrangige Mitglieder der Terrororganisation Hamas haben diesen Angriff von langer Hand vorbereitet und geleitet. Die Führung der Hamas genehmigte den Angriff. Der Sprecher der Hamas, Sami Abu Zahari, übernahm die Verantwortung für den Überfall und lobte die Angreifer als Helden des palästinensischen Volkes. Im Umkreis des Vorsitzenden der PA, Mahmoud Abbas, beschuldigte man am Sonntag Khaled Mashal, Leiter des Politbüros der Hamas. Er habe die Anordnung für den Überfall gegeben.
Die israelische Armee macht die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) und die demokratisch gewählte Hamas-Regierung für den tödlichen Angriff und für das Schicksal des entführten Soldaten verantwortlich.
Quelle: Mitteilung der israelischen Armee, IDF
Soldaten aus nächster Nähe erschossen
Die zwei Soldaten, die bei dem Angriff auf den Übergang „Kerem Shalom“ am Sonntag getötet wurden, wurden aus nächster Nähe erschossen. Dies berichtete heute Morgen die Zeitung „Maariv“ unter Berufung auf erste Ermittlungen der israelischen Armee.
Gemäß der Mitteilung hatte ein palästinensisches Kommando ein RPG-Geschoss auf einen Panzer abgefeuert, in dem die beiden Soldaten saßen und dabei nur leichten Sachschaden verursacht. Nachdem es den Angreifern nicht gelang, die hintere Tür des Panzers zu öffnen, die von innen verriegelt war, kletterten sie auf den Panzerturm und zwangen den Kommandanten Hanan Barak und seinen Fahrer Pabel Soltzker aus dem Panzer zu kommen. Dann erschossen sie die beiden aus nächster Nähe. Die beiden Soldaten befanden sich wegen der Explosion des RPG-Geschosses unter Schock und haben deshalb anscheinend nicht gegen das Kommando gekämpft.
Der dritte Soldat im Team, Gilad Shalit, wurde durch die Explosion leicht verletzt und nach Gaza entführt. Die Ermittlungen haben außerdem ergeben, dass sich ein vierter Soldat, Roi Amiti, im Panzer aufhielt und zur Zeit des Angriffs schlief. Die Terroristen haben ihn übersehen. Er wurde von zwei Handgranaten verletzt, die ins Innere des Panzers geworfen wurden. Sein Zustand ist ernst.
Aus der Zeugenaussage Amitis geht hervor, dass die Soldaten tags zuvor über einen Tunnel unterrichtet wurden, den Palästinenser gegraben hätten, sowie über die Absicht eines Terrorkommandos, einen Anschlag zu verüben. Amiti teilte mit, dass die Soldaten zu erhöhter Wachsamkeit angewiesen wurden.
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