Holocaust-Gedenktag

Knapp eine Woche nach dem Pessachfest gedenkt das israelische Volk den sechs Millionen Opfern des jüdischen Volkes, die von den Nationalsozialisten im Holocaust ermordet wurden. Die Gedenk-Veranstaltungen zum HOLOCAUSTMÄRTYRER- UND HELDENGEDENKTAG beginnen am Vorabend (24.4.2006) mit der zentralen Gedenkfeier in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem. Sechs Überlebende des Holocaust entzünden jeweils eine Fackel. Am Dienstag ertönt um zehn Uhr morgens eine Sirene, die zwei Schweigeminuten für die gesamte Nation einleitet – „zum Gedenken und zur Mahnung anderer, niemals zu vergessen." Das hebräische Datum für den israelischen Gedenktag richtet sich nach Tag, an dem im Warschauer Ghetto 1944 der Aufstand gegen die SS-Truppen begann.

Zu den traditionellen Ereignissen außerhalb Israels gehört der „Marsch der Lebenden“. Überwiegend junge Israelis reisen nach Polen, um Auschwitz und polnische Städte wie Krakau zu besuchen, wo die alten Synagogen noch stehen, aber der größte Teil des jüdischen Lebens ausgelöscht worden ist. In diesem Jahr begleitet Shimon Peres den „Marsch der Lebenden“. Etwa hundert Kilometer nördlich von Warschau besuchte er das Geburtshaus von Staatsgründer David Ben Gurion und jenes Haus, wo sein Großvater von den Nazis ermordet worden ist. „Normalerweise halte ich meine Gefühle zurück, aber hier brechen sie aus mir heraus", sagte Peres mit gebrochener Stimme in einem Interview mit dem israelischen Rundfunk.

Weitere Informationen zum Gedenktag: The Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority Yad Vashem http://www.yadvashem.org/
Eine Woche später findet der GEDENKTAG FÜR DIE GEFALLENEN DER KRIEGE ISRAELS statt. Es ist ein Gedenktag für alle, die im Kampf um die Gründung und Verteidigung des Staates Israel ihr Leben verloren haben. Um acht Uhr abends und um elf Uhr vormittags werden jeweils zwei Schweigeminuten abgehalten. Unmittelbar auf diesen Gedenktag folgt der UNABHÄNGIGKEITSTAG (5. Iyar), der Jahrestag der Proklamation der Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948. Der Unabhängigkeitstag ist für zahlreiche Bürger, die selbst aktiv an der Gründung des neuen Staates teilgenommen und die gewaltigen Veränderungen seit 1948 erlebt haben, von hoher Bedeutung.

Holocaust-Überlebende in Behandlung

Die Anzahl der Holocaust-Überlebenden, die sich einer psychologischen Therapie zuwenden, nimmt seit den vergangenen Jahren stetig zu. Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der Patienten, die im „Amcha“ Zentrum (http://www.amcha.org/) betreut werden, um 23% zu. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl fast verdreifacht.

„Wir treffen auf viele Überlebende, die viele Jahre gelebt haben, ohne eine Therapie zu benötigen, aber durch Ereignisse, die mit ihrem Alterungsprozess verbunden sind, wie das Ableben des Partners oder eine schwere Krankheit, wurden bei ihnen die Erlebnisse aus der Vergangenheit wieder geweckt“, erklärt Dr. Nathan Dorset, Psychologe und klinischer Generaldirektor des Vereins. Der Anstieg ist vor allem bei Überlebenden zu verzeichnen, die während des Holocaust 16 bis 25 Jahre alt oder kleine Kinder waren. „Überlebende sehnen sich nach einer Welt, die verloren gegangen ist, und wenn sie zur Therapie kommen, leisten sie eine Trauerarbeit, die sie bisher nicht durchgemacht haben“.

Die Behandlung bei „Amcha“ wird subventioniert. Eine Einzelstunde kostet 140 NIS. Überlebende, die in Folge der Verfolgung durch die Nazis als Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen gelten, erhalten die Behandlung umsonst. Überlebende, die eine Monatsrente von der Bundesregierung erhalten, zahlen 350 NIS, bekommen aber innerhalb eines Monats eine Rückerstattung von Deutschland. (Haaretz)

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Hintergrund zum Einsatz in Jericho
Holocaust-Gedenktag in Israel