Kadima-Partei stärkste Partei
Die Kadima-Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert (60) tritt bei der israelischen Parlamentswahl an diesem Dienstag als klarer Favorit an. Israelische Zeitungen veröffentlichten am Montag letzte Umfragen, denen zufolge die Partei mit mindestens 34 der 120 Parlamentssitze rechnen kann.
Die Arbeitspartei unter Führung von Amir Perez (53) lag mit 17 bis 21 Mandaten an zweiter Stelle, gefolgt von der Likud-Partei Benjamin Netanjahus (56), die auf 13 bis 14 Sitze kommt.
Zu der Wahl sind am Dienstag mehr als fünf Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Mehr als 8200 Wahllokalen sind von 08.00 bis 22.00 Uhr (MESZ) geöffnet. Die Abstimmung erfolgt nach dem Verhältniswahlrecht. Die Sperrklausel für einen Einzug ins Parlament beträgt zwei Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei den letzten Wahlen im Jahre 2003 bei fast 70 Prozent.
Insgesamt ist der ursprünglich sehr deutliche Vorsprung von Kadima in den vergangenen Wochen immer weiter geschrumpft. Im Januar war die Partei nach dem Schlaganfall des Ministerpräsidenten Ariel Scharon in den Umfragen auf 44 Mandate gekommen. Den jüngsten Umfragen zufolge ist der Block rechtsorientierter und religiöser Parteien stärker geworden und kann laut der Zeitung «Maariv» mit bis zu 59 Sitzen rechnen.
Der Sohn des 1995 von einem jüdischen Fanatiker ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin stellte sich unterdessen hinter die Kadima-Partei. Juval Rabin, ehemaliges Mitglied der Arbeitspartei, sagte der Zeitung «Jediot Achronot» vom Montag, Olmert sei «der richtige Mann für das Amt». Er würde Perez gern in der Regierung sehen, sagte Rabin, aber nicht als Ministerpräsident.
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