Inter-religiöser Dialog

Vatikan und Israels Ober-Rabbinat

Ende Februar sind die Delegationen des Vatikan und des israelischen Ober-Rabbinats in Rom zu einem sechsten Treffen im Rahmen des inter-religiösen Dialogs zusammengekommen.

Die Idee zum Dialog entstand im Laufe des Besuches von Papst Johannes Paul II. in Israel. Zu dem ersten Treffen kam es im Jahr 2002.

Es folgt das Schreiben unseres Botschafters Oded Ben-Hur beim Vatikan, das die gemeinsame Erklärung zusammenfasst, die am Ende des Gesprächs veröffentlicht wurde:

Am Ende der Gespräche des gemeinsamen Sonderausschusses, die zwischen dem 26. und 28. Februar 2006 in Rom stattfanden, veröffentlichten die Mitglieder eine gemeinsame, 10 Artikel starke Mitteilung über das Thema des diesmaligen Treffens, die Beziehung zwischen Technologie und dem Leben.

Es muss nicht erwähnt werden, dass sich die meisten Artikel mit der Heiligkeit des Lebens befassen, betrachten doch beide Religionen den Menschen als von Gott nach seinem Bilde geschaffen, und daher muss das Leben geschützt und geehrt werden. Jede Idee über die Selbstbestimmung des Menschen über sein Leben und ein Recht, über Wert und Dauer seines Lebens zu bestimmen, muss zurückgewiesen werden. Ab hier verneint die Erklärung die aktive Sterbehilfe („Euthanasie“). In Bezug auf die Fähigkeit von Technologie und Wissenschaft, das Leben des Menschen künstlich zu verlängern bzw. zu erleichtern, muss entsprechend vorsichtig verfahren und bedacht werden, dass diese Erneuerungen und Erfindungen auch große Gefahren und ethische Herausforderungen in sich bergen.

Das Dokument richtet sich sowohl an Familien, deren Angehörige im Sterben liegen als auch an Ärzte und Wissenschaftler. Bei Fragen über Leben und Tod sollte entsprechend dem religiösen Glauben geholfen und weise Entscheidungen getroffen werden.

Die Erklärung sieht einen klaren Zusammenhang zwischen der stetigen Suche nach Wegen, einerseits dem menschlichen Geschlecht Gutes zu tun und andererseits die Würde Gottes, der Religion, ihrer Symbole und heiligen Stätten zu wahren.

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