Israel schafft "Sicherheitszone" im Gaza
Die israelische Armee hat mit der Schaffung einer so genannten Sicherheitszone im nördlichen Teil des Gazastreifens begonnen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kann jeder Palästinenser, der die "Sicherheitszone" betritt, von der israelischen Armee beschossen werden. (AFP, )
Drei Monate nach dem Abzug aus dem Gazastreifen hat die israelische Armee mit der Schaffung einer "Sicherheitszone" im nördlichen Teil der Region begonnen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen Raketenangriffe auf israelisches Territorium gestoppt werden, indem die Bewegungsfreiheit von Palästinensern in diesem "Niemandsland" eingeschränkt wird. Zur Durchsetzung der "Sicherheitszone" griffen israelische Armeehubschrauber Gebäude der Fatah-Bewegung und Straßen im Gazastreifen an. Die Autonomiebehörde protestierte gegen das Vorgehen.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kann jeder Palästinenser, der die "Sicherheitszone" betritt, von der israelischen Armee beschossen werden. Mitglieder der radikalen Palästinenserbewegung Islamischer Dschihad, die sich zu den meisten der jüngsten Raketenangriffe auf israelisches Gebiet bekannt hatte, sollten "gezielt getötet" werden.
Die "Sicherheitszone" soll mehrere ehemalige jüdische Siedlungen im nördlichen Gazastreifen umschließen, die im September geräumt worden waren. "Über die genaue Definition dieser Zone oder dieses Streifens wird noch entschieden", sagte ein Militärsprecher. Der Sprecher der palästinensischen Autonomiebehörde, Nabil Abu Rudeina, forderte die US-Regierung auf, Israel von der Umsetzung des Plans abzuhalten. Auch der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia lehnte den Plan "kategorisch" ab.
Israelische Raketen zerstören Fatah-Gebäude
Israelische Armeehubschrauber haben am frühen Morgen Ziele im Gazastreifen beschossen. Dabei sei ein Gebäude der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teilweise zerstört worden, verlautete aus palästinensischen Sicherheitskreisen. Das Gebäude in Beit Lahja im Norden des Gazastreifens sei von Raketen getroffen worden. Auch sei ein Ziel in Gaza-Stadt angegriffen worden. Angaben zu möglichen Opfern liegen bisher nicht vor.
Wenige Stunden zuvor waren mehrere Raketen aus dem Gazastreifen auf israelischem Gebiet eingeschlagen. Israels Verteidigungsminister Schaul Mofas hatte am Montagabend angeordnet, die Entscheidung über die Errichtung einer Sicherheitszone im Norden des Gazastreifens sofort umzusetzen.
Nach Angaben des öffentlichen Fernsehens begibt sich jeder Palästinenser, der das "Niemandsland" betritt, "in Lebensgefahr". Die Armee werde verstärkt Hubschrauber einsetzen, wenn Palästinenser eindrängen, und Mitglieder der radikalen Palästinenserbewegung Islamischer Dschihad auch gezielt töten. Die Gruppe hat sich zu den meisten der jüngsten Raketenangriffe vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet bekannt.
Rudeina verurteilte die Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen am frühen Morgen als "israelische Eskalation". Armeehubschrauber feuerten Raketen auf Büros der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Beit Lahija im nördlichen Gazastreifen ab. Nach palästinensischen Angaben entstand erheblicher Sachschaden, verletzt wurde niemand. Die Hubschrauber bombardierten auch eine Brücke und Straßen, die zu Gebieten führen, von denen aus Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert werden.
Unterdessen besetzten mehrere dutzend Bewaffnete im nördlichen Gazastreifen ein Regierungsgebäude. Etwa 30 Mitglieder der militanten El-Aksa-Brigaden hätten das Gouverneursbüro in Beit Lahija gestürmt, wie es aus Kreisen der Sicherheitskräfte hieß. Augenzeugen zufolge umstellten rund hundert palästinensische Polizisten das Gebäude. Die Besatzer fordern ihre Aufnahme in die Sicherheitsdienste der Autonomiebehörde. Die El-Aksa-Brigaden sind ein bewaffneter Arm der Fatah-Bewegung.
Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:54:54 Uhr.
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