Israelische Kampfflugzeuge beschiessen Gaza
Rückgrat der israelischen Luftwaffe: Amerikanischer Jagdbomber F-16 "Fighting Falcon".
Israelische Kampfflugzeuge und -Hubschrauber haben in der Nacht zum Sonntag Ziele im Gazastreifen angegriffen. Wie die israelische Tageszeitung «Haaretz» in ihrer Internet-Ausgabe berichtete, beschoss ein Kampfhubschrauber am frühen Sonntagmorgen das Büro einer militanten Palästinensergruppe in Gaza-Stadt.
Zuvor hatten nach palästinensischen Angaben israelische F-16- Kampfflugzeuge zwei Raketen auf ein Gebiet nahe der Stadt Bet Lahia im Norden des Gazastreifens abgefeuert. Verletzte gab es in beiden Fällen offenbar nicht. Nach palästinensischer Darstellung handelte es sich um Vergeltungsschläge für Angriffe militanter Palästinenser, die drei Kassam-Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert hatten.
Wie «Haaretz» weiter berichtete, habe die israelische Armee schon am Abend nach dem Abschuss der ersten beiden Kassam-Raketen mit Artillerie-Feuer auf ein Gebiet im Norden des Gazastreifens reagiert. Die palästinensischen Raketen seien sämtlich auf einem offenen Feld eingeschlagen, Schäden habe es nicht gegeben.
Bereits am Samstagmorgen hatte die israelische Küstenwache vor der Küste Gazas ein palästinensisches Boot versenkt und dabei einen 22- jährigen Palästinenser getötet. Wie es von israelischer Seite hieß, hätten die Palästinenser das Feuer eröffnet, als sie zur Kontrolle gestoppt werden sollten. Daraufhin sei ihr Boot versenkt worden. An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel töteten Wachsoldaten außerdem einen jungen Palästinenser, der nach palästinensischen Angaben zusammen mit zwei Begleitern über den Sicherheitszaun nach Israel gelangen wollte.
Unterdessen begann in den Palästinensergebieten die Registrierung für die am 25. Januar geplanten Parlamentswahlen. Der Termin wurde von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas per Dekret festgelegt. Die radikale Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) meldete ihren in einem palästinensischen Gefängnis einsitzenden Führer, Achmed Sadat, als Spitzenkandidat an. Er wird von Israel für die Ermordung von Kabinettsminister Rahvam Zaavi im Jahr 2001 verantwortlich gemacht.
Israels Armee billigt Erleichterungen
Die israelische Armee hat eine Reihe von Erleichterungen für die palästinensische Bevölkerung gebilligt. Eine Militärsprechern bestätigte, 4000 weiteren Palästinensern aus dem Westjordanland sollten Arbeitsgenehmigungen in Israel erteilt werden. Damit belaufe sich die Zahl der Genehmigungen auf etwa 37 000. Zudem sollten 2000 Händler aus dem Gazastreifen sowie 500 christliche Gläubige vor den Weihnachtsfeiertagen einreisen dürfen.
Peres Schlüsselrolle bei Friedensbemühungen
Israels Premier Ariel Scharon hat seinem ehemaligen Vize Schimon Peres eine Schlüsselrolle im künftigen Nahostfriedensprozess zugesichert. Scharon ist bereit, Peres im Falle eines Siegs seiner neuen Partei Kadima bei den Wahlen im März «jedes Amt» zu geben. Peres bekräftigte seine Unterstützung für den Regierungschef: Scharon sei der Einzige, der eine Koalition für den Frieden erfolgreich führen könne, sagte er. Peres hatte am Mittwoch seinen Austritt aus der Arbeitspartei erklärt.
Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:54:57 Uhr.
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