Papst empfängt israelischen Präsidenten Katzav
Der israelische Präsident Mosche Katzav ist von Papst Benedikt XVI. im Vatikan zu einer Audienz empfangen worden. Das Treffen dauerte 25 Minuten und fand nach Angaben des Vatikans in einer "herzlichen Atmosphäre" statt. Über den Inhalt wurden keine Angaben gemacht.
Der Pontifex maximus schenkte dem israelischen Staatschef eine Ausgabe der Erklärung "Nostra Aetate", die beim Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedet wurde und das Verhältnis der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen behandelt. Die Erklärung gilt als Wende im Verhältnis zwischen Katholizismus und Judentum. Katzav brachte dem Papst unter anderem ein altes hebräisches Manuskript mit.
Vor drei Jahren hatte der damalige Papst Johannes Paul II. Katzav als erstem israelischem Staatsoberhaupt eine 16-minütige Audienz gewährt. Unter Johannes Paul II. hatte die Annäherung zwischen der katholischen Kirche und Israel begonnen, die sein Nachfolger fortsetzen will.
Er äußerte die Hoffnung, dass der Besuch des Papstes in Israel im kommenden Jahr stattfinden werde. Der Vorgänger von Papst Benedikt, Johannes Paul II., hatte das Land im Jahr 2000 besucht. Israel und der Vatikan unterhalten erst seit den 90er Jahren diplomatische Beziehungen.
Seit seiner Wahl im April hat Benedikt mehrere Gesten an Israel und das jüdische Volk gemacht. Er besichtigte eine Synagoge in Deutschland und traf sich mit führenden Rabbinern. Auch warnte er vor einer weltweiten Zunahme antisemitischer Ressentiments.
Der Besuch Katzavs im Vatikan folgt auf einen diplomatischen Zwist im Juli. Als der Papst damals mehrere Länder aufführte, die unter Terrorismus leiden, nannte er Israel nicht. In Israel rief dies Empörung hervor, und Ministerpräsident Ariel Scharon schrieb Benedikt einen Brief. Inzwischen sei der Streit überwunden, heißt es aus Jerusalem.
Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:55:07 Uhr.
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