Scharons Sohn angeklagt
Omri Scharon
Ein Sohn des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon muss sich in einer seit Jahren schwelenden Wahlkampfaffäre vor Gericht verantworten. Der israelische Generalstaatsanwalt erhob Anklage gegen Omri Scharon wegen einer Reihe von Verletzungen des Wahlkampffinanzierungsgesetzes, wie der israelische Rundfunk berichtet. Es geht um Falschaussage und Dokumentenfälschung. Der Politikersohn ist ein einflussreicher Berater des Ministerpräsidenten und sitzt selbst für die Likud-Partei im Parlament.
Die Anklage des Scharon-Sohnes wurde erst nach einer Gesetzesänderung möglich, die das Parlament im Juli verabschiedete. Danach kann der Generalstaatsanwalt einen Abgeordneten anklagen, ohne zuvor einen Parlamentsausschuss um Aufhebung der Immunität zu bitten. Nach Informationen der israelischen Medien wurde das Gesetz speziell für den Fall Omri Scharon geändert.
Generalstaatsanwalt Menachem Masus will den Berichten zufolge ein Exempel statuieren und Scharons Sohn ins Gefängnis bringen. Omri Scharon will sich demnach zu einem Teil der Anklagen schuldig bekennen. Im Gegenzug wolle er eine symbolische Bestrafung von sechs Monaten gemeinnütziger Arbeit erreichen.
Die Spendenaffäre reicht in das Jahr 1999 zurück. Omri Scharon hatte damals laut Staatsanwaltschaft Spenden von israelischen und ausländischen Unternehmen über eine Firma gewaschen und damit die Kampagne seines Vaters um den Vorsitz der Likud-Partei finanziert. Ariel Scharon hat stets gesagt, er habe keinerlei Kenntnisse über die Finanzierung der Kampagne.
Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:55:15 Uhr.
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