Räumung der Siedlungen Sa-Nour und Homesh

Heute morgen (Dienstag) sind israelische Soldaten und Polizisten in Sa-Nour und Homesh im Norden der Westbank eingedrungen. Sa-Nour und Homesh sind die letzten der im Rahmen des Abkopplungsplans zu räumenden Siedlungen. Bulldozer der israelischen Armee (Zahal) durchbrachen kurz nach 7 Uhr die beiden Zufahrtstore der Orte. Polizisten betraten die Siedlungen zu Fuß und entfernten spitze Gegenstände, die Abkopplungsgegner auf die Straße gelegt hatten.

In den Morgenstunden wurden bei Kadumim 50 Abkopplungsgegner auf ihrem Weg zu den Siedlungen gestoppt. Weitere Aktivisten wurden an der Kreuzung von Iron aufgehalten. Abkopplungsgegner bei Kadumim durchstachen die Reifen eines Reisebusses der Armee und setzten ihn in Brand. Auch bei Sa-Nour wurden die Reifen eines Armeewagens durchstochen. In beiden Fällen entkamen die Täter.

Während sechs Tage nach Beginn der Umsiedlung aus dem Gazastreifen die Spannungen zwischen Siedlern und israelischen Behörden zunehmen, wurde gestern ein überraschendes Umfage-Ergebnis veröffentlicht: Zwei Wochen nach dem Rücktritt des Finanzministers Benyamin Netanyahu aus Protest gegen die Siedlungssräumung liegt Ministerpräsident Sharon im Rennen um die Parteiführung der regierenden Likud-Partei wieder vorn. Sharon erhielt in der Umfrage rund 36%, Netanyahu 28% der Stimmen des Likud.

Telefonat zwischen MP Sharon und PA-Chef Abbas

Ministerpräsident Ariel Sharon hat am Montagabend (22.8.) mit dem Vorsitzenden des Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, telefoniert. Abbas begrüßte in seinem Anruf die Umsetzung des Abkopplungsplans und nannte sie eine mutige und historische Entscheidung. Der Vorsitzende der PA brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der Abkopplungsplan ein neues Kapitel zwischen den beiden Völkern aufschlage. Beide müssten nun ihre Zusammenarbeit fortsetzen, sagte Abbas. Sharon und Abbas einigten sich auf ein baldiges Treffen.

PA zufrieden über Koordination mit Israel

Der palästinensische Innenminister Nasser Youssef hat am 20. August eine „Kontrollfahrt“ zu den Truppen der Nationalen Sicherheit unternommen, die um die israelischen Siedlungen im Gazastreifen stationiert wurden. Youssef äußerte sich zufrieden über die Koordinierungstreffen mit der israelischen Seite. Die Truppen der Nationalen Sicherheit und der Polizei hätten ihre Aufgabe wie geplant erfüllt und seien bereit, die von Israel geräumten Gebiete zu übernehmen.

Der Vorsitzende der Behörde für Grundbesitz in der Palästinensischen Autonomiebehörde, Farih Abu Madin, wandte sich mit der Bitte an das palästinensische Volk, die geräumten Siedlungen „in Liebe“ zu betreten und die Gebäude und den Boden der Siedlungen nicht in Beschlag zu nehmen. Die vorhandene Infrastruktur in den geräumten Siedlungen müsse beibehalten werden: Strom- und Wasserleitungen, öffentliche und landwirtschaftliche Einrichtungen usw. (Palästinensisches Fernsehen, 20.8./ The Intelligence and Terrorism Information Center at the Center for Special Studies C.S.S.)

Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:55:10 Uhr.

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