Israel stimmt Rückkehr zu
Israel hat der Rückkehr aller aus dem Westjordanland ausgewiesenen Palästinenser zugestimmt. Der israelische Regierungsberater Ranaan Gissin bestätigte am Samstagmittag entsprechende Aussagen des palästinensischen Unterhändlers Sajeb Erakat. Wann die 55 unter Terrorverdacht in den Gazastreifen oder nach Europa abgeschobenen Palästinenser heimkehren dürfen, sei noch unklar, sagte Gissin. Israel werde sie in keiner Weise mehr verfolgen, «so lange sie sich von terroristischen Aktivitäten fernhalten».
Einige der Betroffenen trafen am Samstag in der Stadt Gaza mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zusammen. «Uns wurde gesagt, dass wir wahrscheinlich in ein bis zwei Wochen zurückkehren können», sagte der vor zwei Jahren aus dem Westjordanland ausgewiesene Ghanem Sweilem in einer anschließenden Pressekonferenz.
Ein Großteil der 55 Ausgewiesenen wurde nach einer monatelangen Belagerung der Geburtskirche in Betlehem im Mai 2002 abgeschoben, in der sich zahlreiche von Israel gesuchte Palästinenser verschanzt hatten. 26 wurden damals in den Gazastreifen gebracht, 13 nach Zypern, von wo aus sie in mehrere europäische Länder weitergeflogen wurden, die sich in einer Vereinbarung mit Israel zur Aufnahme der militanten Palästinenser bereit erklärt hatten.
Am Freitagabend wurde aus dem Westjordanland erneut ein Verstoß gegen die am Dienstag beschlossene Waffenruhe gemeldet. Palästinenser beschossen eine israelische Militärpatrouille, die eine jüdische Siedlung nahe Nablus bewachte. Verletzt wurde niemand, wie ein Armeesprecher erklärte. Am Donnerstag hatten Extremisten die jüdischen Siedlungen Neve Dekalim und Gedid im Gazastreifen mit Dutzenden Mörsergranaten und Raketen beschossen. Der palästinensische Präsident Abbas entließ daraufhin mehrere ranghohe Kommandeure seiner Sicherheitskräfte.
Aus Protest gegen die Angriffe vom Vortag versuchten jüdische Siedler im Gazastreifen am Freitag, Palästinenser von Fahrten auf einer öffentlichen Straße nahe ihrer Siedlung abzuhalten. Laut einem Bericht der Zeitung «Haaretz» warfen die Siedler mit Steinen auf Fahrzeuge und versuchten, Palästinenser aus ihren Autos zu ziehen. Einem Polizeisprecher zufolge wurden sieben Siedler festgenommen.
Letzte Änderung am Samstag, 5. Juli 2008 um 21:54:54 Uhr.
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