Gouverneur der Israelischen Zentralbank

Stanley Fisher

Nach Angaben führender Vertreter des Finanzministeriums wurde Stanley Fisher, stellvertretender Vorsitzender des internationalen Investmenthauses Citigroup, am Sonntag zum neuen Gouverneur der israelischen Zentralbank bestimmt. Ihren Ausführungen zufolge hat Fisher den Vorschlag von Premierminister Ariel Sharon und Finanzminister Binyamin Netanyahu angenommen.

Finanzminister Binyamin Netanyahu und Premierminister Ariel Sharon haben sich hinsichtlich der Ernennung des nächsten Gouverneurs der Israelischen Zentralbank überraschend geeinigt: Sie beschlossen, das Amt dem Amerikaner Fisher anzubieten, der zu den führenden Ökonomen weltweit gehört. Fisher amtiert heute als stellvertretender Vorsitzender von Citigroup, der größten Bankengruppe der Welt. In der Vergangenheit war er Chefökonom des internationalen Währungsfonds.

Beamte des Finanzministeriums hatten sich Samstag abend mit dem Einverständnis des Büros des Premierministers an Fisher gewandt und ihm das Amt angeboten, worauf Fisher um eine kurze Bedenkzeit bat.

Fisher, ein Hebräisch sprechender jüdischer Amerikaner, der in Rhodesien (heute Zimbabwe) geboren wurde, ist in Israel auf wirtschaftlichem Gebiet kein Unbekannter. Er war an wichtigen wirtschaftlichen Entscheidungen beteiligt, unter anderem an einem Plan, der im Jahre 1985 die israelische Wirtschaft vor der Inflation gerettet hat. Fisher ist jedoch nicht israelischer Staatsbürger und um das Amt zu erhalten, muss er nach Israel auswandern.

Der Premierminister und der Finanzminister veröffentlichten gestern eine Erklärung, in der es heißt, dass „Fisher ein begabter Ökonom mit weltweiten Kontakten ist und das Israel sich glücklich schätzen kann, in den Genuss solcher Begabungen zu gelangen, besonders im Zeitalter der Globalisierung der Wirtschaftsmärkte. Die Tatsache, dass ein Mann seines Formats bereit ist, seine Beschäftigung bei der Citigroup zu beenden und nach Israel auszuwandern, um dort das Amt des Gouverneurs der Zentralbank auszuüben, ist eine goldene Chance für die israelische Wirtschaft.“

„Die Ernennung von Stanley Fisher ist eine nicht angemessene Berufung und stellt eine Verletzung der zionistischen Werte dar. Es kann nicht angehen, einen Mann, der kein Israeli ist, für ein derart wichtiges und hochrangiges Amt zu ernennen“, sagte der Knessetabgeordnete Poraz in seiner Reaktion zur Ernennung von Fisher zum Gouverneur. „Morgen werden vielleicht auch der Premierminister und der Finanzminister aus den Kreisen der amerikanischen Staatsbürger ernannt. Die Ernennung trifft eine Reihe hochrangiger Ökonomen in Israel schwer, die dieses Amt in würdiger Weise hätten ausüben können“, fügte Poraz hinzu. (ynet)

© Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

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