Über drei Millionen Surfer
Der Hang der israelischen Bürger zum Internet wird allmählich zur Sucht. Innert einem Jahr stieg die Zahl der Surfer um 28 Prozent auf 3,2 Millionen.
Der Begriff «das Volks des Buches», mit dem die Juden seit Menschengedenken etikettiert werden, erhält ernsthafte Konkurrenz durch den Titel «Volk des Internets», gab es gemäss einer vom israelischen Meinungsforschungsinstitut TNS durchgeführten Umfrage im Herbst 2004 in Israel doch total 3,2 Millionen Internetsurfer, 28 Prozent mehr als im November 2003, als rund 2,5 Millionen Surfer gezählt wurden.
Die Studie erfasste die jüdische Landesbevölkerung im Alter von über 13 Jahren und gelangte zum Schluss, dass in diesem Segment nicht weniger als 47 Prozent aller Israeli Internetkunden sind. Vor einem Jahr waren es erst 36 Prozent gewesen. Diese Zahlen sind auch im internationalen Vergleich sehr beachtlich, haben beispielsweise in den USA doch nur 20 Prozent der Haushalte einen Internetanschluss.
Über eine Million israelische Haushalte sind heute mit dem Internet verbunden, 88 Prozent von ihnen, also rund 900000 Familien, verfügen über einen sogenannten schnellen Anschluss. Aus den folgenden Umfrageergebnissen lässt sich ferner ablesen, dass das Internet für den Durchschnittsisraeli alles andere als eine Wochenendbeschäftigung ist:
82 Prozent der Surfer (2,6 Millionen Menschen), verglichen mit 74 Prozent im Vorjahr, benutzen das Internet täglich.
42 Prozent (2003: 36) der Surfer sitzen mindestens zehn Stunden pro Woche im Netz. Nicht weniger als 93 Prozent der surfenden Israeli tun dies von zu Hause aus, während 60 Prozent sich dieser Tätigkeit auch am Arbeitsplatz, an der Universität, in der Schule oder im Kaffee hingeben. In Israel ist Internet immer noch vorwiegend ein «männlicher Sport», sind 55 Prozent der Surfer doch Männer. Wenig überrascht sicher die Erkenntnis, dass das Surfen eher eine Beschäftigung für Jüngere ist. 60 Prozent der israelischen Surfer haben das 40. Altersjahr noch nicht erreicht.
Werfen wir abschliessend noch einen Blick auf die Gründe, welche israelische Surfer für die Benutzung des Internets angeben: 93 Prozent sind nach eigenen Angaben auf der allgemeinen Suche nach Wissen und Daten. An zweiter Stelle folgt mit 84 Prozent Empfangen und Verschicken von E-Mails, dann Lesen von Zeitungen und Nachrichten (74 Prozent), gefolgt von Herunterladen von Programmen und Dateien (65 Prozent), Bank- und Finanzaktivitäten (48 Prozent), Spielen (46 Prozent), Chatten (43 Prozent), sowie das Kaufen beziehungsweise das Bestellen von Gütern und Dienstleistungen (42 Prozent). Erst auf Rang elf folgt mit zehn Prozent die zwischenmenschliche Kontaktsuche.
Jacques Ungar - tachles Jüdisches Wochenmagazin
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