Übernahmespekulation
im Streit zwischen Lufthansa und El Al
JERUSALEM (inn) - Die deutsche
Fluggesellschaft Lufthansa prüft offenbar die Möglichkeit einer Beteiligung an
der staatlichen israelischen Gesellschaft El Al. Das berichten israelische
Medien vor dem Hintergrund des anhaltenden Streits zwischen Lufthansa und El Al
über die Kürzung von Flugkapazitäten der deutschen Fluggesellschaft auf ihren
Flügen nach Tel Aviv.
Am Dienstag hatte sich der Streit zwischen beiden Gesellschaften weiter
zugespitzt. Der Hintergrund: Die israelische Luftfahrtbehörde hatte zum "Schutz"
von El Al eine Kürzung der Lufthansa-Sitzkapazitäten auf ihren Verbindung
zwischen Deutschland und Israel um rund ein Drittel angeordnet. Daraufhin hatte
sich Lufthansa an den Obersten Gerichtshof in Jerusalem gewandt, der die
Anordnung vorübergehend aussetzte. Die Lufthansa hatte die Zahl ihrer Passagiere
auf der Linie nach Israel im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf insgesamt
332.000 Fluggäste gesteigert.
Am Dienstag fand zudem ein Gespräch zwischen Bundesaußenminister Josef Fischer
und seinem israelischen Amtskollegen Silvan Schalom über den Streit zwischen
Lufthansa und El Al statt. Dabei sei jedoch keine Einigung erzielt worden,
berichtete die israelische Tageszeitung "Jediot Achronoth" in ihrer
Online-Ausgabe. Berlin erwäge nun im Gegenzug, Flüge von El Al in die deutsche
Hauptstadt einzuschränken oder zu stoppen, heißt es in Medienberichten.
Nun prüft die Lufthansa offenbar die Möglichkeit einer Unternehmensbeteiligung
an der El Al. Das berichtet der israelische Informationsdienst "Medialine".
Hintergrund ist der geplante Verkauf der israelischen Fluggesellschaft, die in
rund einem Jahr vom Staat Israel zum Verkauf freigegeben werden soll.
Es wird jedoch erwartet, dass zunächst die zweitgrößte israelische
Fluggesellschaft, Arkia, an dem Kauf von El Al interessiert ist. Beobachter
vermuten, dass sich Lufthansa daher in den kommenden zwölf Monaten auch mit
Arkia über eine strategische Übernahme oder einen Einstieg bei El Al einigen
könnte.
El Al
EL AL, Israels Fluggesellschaft, wurde 1949 gegründet. Schon vor dem offiziellen
Start fand im September 1948 der Jungfernflug von Genf nach Tel Aviv statt. Mit
an Bord war Chaim Weizmann, Israels erster Präsident. EL AL (sinngemäß
übersetzt: "himmelwärts" oder "auf nach oben") flog im Oktober 1957 erstmals
München an, im April 1980 kam die Verbindung Tel Aviv – Kairo dazu.
EL AL ( www.elal.co.il) hat heute nach
eigenen Angaben 32 moderne Jets im Einsatz (2 Boeing 737-700, 3 Boeing 737-800,
4 Boeing 747-400, 8 Boeing 747-200, 9 Boeing 757 und 6 Boeing 767). Damit
bedient die Fluggesellschaft internationale Ziele von Los Angeles bis Seoul, von
Helsinki bis Johannesburg.
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