Überleben des jüdischen Volkes

Bericht stellt das Überleben in Frage

Ein umfassender Bericht, der gestern der Regierung vorgelegt wurde, warnt davor, dass das Überleben des jüdischen Volkes in Zukunft nicht gesichert ist. Zu diesem Schluss kamen die Autoren unter anderem aufgrund der Tatsache, dass die jüdische Bevölkerung weltweit aufgrund der niedrigen Geburtenrate sowie steigender Assimilation kaum noch anwächst. Der erste Bericht dieser Art, der die Situation des jüdischen Volkes in Israel und der Diaspora untersucht, wurde vom „Institut für politische Planung des jüdischen Volkes“ erstellt. Das Institut wurde von der Jewish Agency gegründet. An der Seite des Vorsitzenden des Instituts, des amerikanischen Diplomaten Dennis Ross, beteiligte sich eine ganze Reihe von Experten aus Israel und der ganzen Welt mit der Studie, darunter der Demograph Prof. Sergio De Lapargola und der Brigadegeneral Amos Gilboa.

Der Bericht besagt, dass das jüdische Volk heutzutage Bedrohungen von außen (wie dem immer stärker werdenden islamischen Fundamentalismus) und innen (wie Mischehen) ausgesetzt ist, welche das Überleben des jüdischen Volkes gefährden könnten. Nach dem Bericht sind die Juden von heute weniger geneigt, Geld für jüdische Zwecke zu spenden. Nur ein Drittel großer Spenden geht an jüdische Organisationen. Der Rest geht an Museen, Krankenhäuser und Universitäten. Die Verfasser des Berichts geben sich nicht mit Warnungen zufrieden und schlagen einen neue Strategie für Israel und die Diaspora vor, die dafür sorgen soll, dass das jüdische Volk überlebt und gedeiht.

Um das Weiterbestehen und das Gedeihen des jüdischen Volkes in der Zukunft zu garantieren, rufen die Verfasser des Berichtes dazu auf, die Kräfte Israels zu stärken. Dies soll geschehen durch verstärkte Einwanderung, eine höhere Geburtenziffer, eine Stärkung der jüdischen Identität und dadurch, dass man jüdische Jugendliche dazu bringt, sich um gehobene Positionen in ihren Ländern zu bemühen. Weiter empfiehlt das Institut, eine Beratungsstelle für die israelische Regierung einzurichten, die die Diaspora vertritt. Diese Einrichtung wird an politischen und militärischen Entscheidungen beteiligt sein, die Auswirkungen auf das haben, was in den jüdischen Gemeinden geschieht, sowie auf das Verhalten gegenüber Juden auf der ganzen Welt. Außerdem rufen die Forscher dazu auf, sich zu bemühen, wenigstens eine Teillösung für den Konflikt mit den Palästinensern zu erzielen. Die Forscher sind der Meinung, dass die Regierung Rücksicht nicht nur auf die Juden in der Diaspora nehmen muss, sondern auch auf die religiöse, orthodoxe Oberschicht. Nach ihren Worten drängen die Schwierigkeiten beim Konvertieren zum Judentum viele aus der jüdischen Welt hinaus und verschärfen nur noch das demographische Problem in Israel und der Diaspora.

„Es muss alles getan werden, um es Juden leichter zu machen, nach Israel einzuwandern und das wird sich im Budget der Regierung 2005 bemerkbar machen“, sagte Ministerpräsident Ariel Sharon in Reaktion auf den Bericht. „Da wuchs eine Generation heran, die zwischen Nachmittagsgebet und Abendgebet, zwischen dem Sidur und dem Festgebetbuch nicht unterscheidet. Eine Generation, die die Geschichte des Landes Israel nicht genug kennt und der das Wissen über die jüdische Weisheit und unser Recht auf das Land fehlt. Die Kinder Israels in der Diaspora müssen neben der allgemeinen Erziehung auch eine jüdisch-zionistische Erziehung erhalten.“

Der Vorsitzende der Jewish Agency, Sali Meridor sagte, dass man sich mit großen Bedrohungen konfrontiert sehe, die man kaum bewältigen könne. Das jüdische Volk könnte untergehen. Deshalb müsse man sicher gehen, dass die Juden nicht nur für 100 oder für 500 Jahre ins Land zurückgekehrt sind, sondern für immer, so der Bericht weiter.
(Yedioth Aharonoth)

Mit freundlicher Unterstützung

© Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

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