Die Zukunft Israels ist Grün
Am „Welttag der Erde“ des Frühlings 2004 haben israelische Umweltorganisationen und akademische Einrichtungen voller Stolz ihre wirtschaftlichen Erfolge und Errungenschaften Israels ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Es gibt tatsächlich Dutzende äußerst aktive, große und kleine, „grüne“ Gruppierungen und Organisationen in Israel, wie zum Beispiel jene für saubere Luft oder ökologischen Hausbau, Menschen gegen Strahlung, die Tel Aviver Fahrradgruppe, die Gesellschaft für Naturschutz in Israel oder die Israelische Union zum Schutz der Umwelt.
Israels Hochschulen sind in den letzten Jahren Teil der Umweltschutzgemeinschaft geworden und nehmen sogar eine führende Rolle ein, Methoden zur Verbesserung der Umwelt zu entwickeln.
Zu Ehren des Welttages der Erde haben sich viele der führenden Mitglieder der Umweltschutzgemeinschaft zu einer Konferenz in der Tel Aviv Universität (TAU) http://www.tau.ac.il/ versammelt, die von ihr und der PSES (Porter School of Environmental Studies http://www.tau.ac.il/environment/) ausgerichtet wurde.
Professor Gideon Dagan von TAU, Fakultät für Ingenieurswissenschaften, hat zum Beispiel sein aktuelles Projekt, die Modellierung eines Salzwasserkörpers im Grundwasser des nördlichen Teils des Flusses Yarkon vorgestellt. Professor Dan Gerling diskutierte die ökologischen Wechselbeziehungen zwischen Insekten in israelischen Wäldern und Professor Eyal Ben Dror von der Fakultät für Geographie und Umwelt hat eine Einführung in seine Arbeit über hyperspektrale Fernerkundung zur Umweltüberwachung gegeben.
Dr. Eli Stern vom israelischen Umweltministerium gab einen Überblick über die Bemühungen der Regierung zu den unterschiedlichen „grünen“ Themen. Er bewertete die Fortschritte zuversichtlich, die in den vielen Bereichen des Umweltschutzes bereits erreicht wurden, von der Trinkwasserqualität über die Strahlung durch Mobilfunksysteme hin zum Lärmpegel. Auch soll in Zukunft mehr Wert auf die Verlagerung des Transportwesens auf den Schienentransport gelegt werden. Am Beispiel des Flusses Kishon hat Dr. Stern dargestellt, dass die Verschmutzung durch Schwermetalle und organische Verunreinigungen stark gesunken ist. Gemeinsam mit der Planungsstelle des Innenministeriums werden inzwischen Richtlinien entwickelt, die die Freiflächen und Strände in Israel schützen sollen. Das geht soweit, dass die Knesset, das israelische Parlament, gerade an einem Gesetz arbeitet, das sämtliche Baumaßnahmen an allen Stränden Israels verbietet.
Ein besonderes Projekt wurde den Konferenzteilnehmern von Dana Milstein und Professor Avital Gasith von dem Institut für Naturschutzforschung von der TAU vorgestellt, das erklärt, wie eine Verringerung der Verschmutzung der Hauptwasserstraße Israels, dem Fluss Yarkon, erreicht werden kann, der durch Israels dichtest besiedelte Region um Gush Dan nach Tel Aviv fließt. Aufgrund des zunehmenden Wasserverbrauches in Privathaushalten durch die steigende Bevölkerungszahl, aber auch durch Industrie und Landwirtschaft, ist nicht nur der Wasserspiegel gesunken, sondern die Wasserqualität leidet dadurch enorm. Um trotz der trockenen Sommer und des steigenden Verbrauchs eine Wasserversorgung und -qualität zu gewährleisten, sollen Feuchtgebiete ähnlich denen in Europa oder Nordamerika angelegt werden, die die Verunreinigungen durch die entstehende Vegetation herausfiltern. Das größte Problem ist jedoch der fehlende Platz für die anzulegenden Feuchtgebiete. Feuchtgebiete soll es nun in einer konzentrierten Form geben, mit modularen Becken in verschiedenen Größen und mit Kieselbett und unterschiedlichen Pflanzen, um so die Industrieabwässer herauszufiltern. Der mit der Zeit auf dem Kieselbett entstehende Biofilm nimmt den Schmutz auf, so dass der Fluss diesen Biofilm anschließend weiter abbauen kann. Derzeit beaufsichtigen die Wissenschaftlerinnen ein Pilotprojekt auf einer Fläche von 2,5 Dunam, doch es werden 50-60 Dunam Land für das gesamte Projekt benötigt, das in der Nähe des Flusses Khanna geplant ist. Khanna ist der Hauptzufluss des Yarkon.
Zusätzlich wird die Methode der elektro-chemischen Flockung von Professor Avner Avidan von der Hebräischen Universität Jerusalem (HUJ) http://www.huji.ac.il/ verwandt, die zusätzlich die Wasserqualität steigern wird. Professor Levin, Leiter der PSES sagte: „Als Universität ist es unsere Aufgabe, objektive und präzise Information bereitzustellen, um Umweltorganisationen, Regierungsministerien und der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, auf dieser Basis von Fakten und Zahlen zu arbeiten. Wir wollen weg vom Image des Elfenbeinturmes und den Zugang zu Informationen leichter machen.“ Die PSES wurde im Dezember 2002 gegründet und hat einen multidisziplinären Ansatz in wissenschaftlichen, technologischen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen und ethischen Aspekten der Ökologie. Sie arbeitet mit lokalen und Regierungsbehörden sowie mit NGOs zusammen und baute schon 2002 eine fruchtbare Kooperation mit der italienischen Regierung auf, dem Israelisch-Italienischen Forum für Umwelttechnologie.
Die Professoren sind sehr optimistisch, was den Zustand der Umwelt in Israel betrifft. In vielen der jüngsten Kommunalwahlen waren „grüne Themen“ von zentraler Bedeutung. „Es wäre nie möglich gewesen, vor 20 Jahren etwas wie die PSES zu gründen. Die Situation verbessert sich definitiv“, so Levin.
Weitere Publikationen zum Thema Umwelt aus dem Informationskatalog des Außenministeriums unter:
http://www.mfa.gov.il/mfa/mfa%20publications/printed%20material/Israel%20Information%20Center%20Catalogue%202003#env
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