Auf der Suche nach Ron Arad
Millionen sollen helfen
Eine Belohnung von zehn Millionen Dollar hat die Vereinigung «Zur Freiheit geboren» für Informationen ausgesetzt, welche das Schicksal des seit über 18 Jahren vermissten Ron Arad klären.
Am 16. Oktober waren schon 18 Jahre verstrichen, seit der israelische Flugnavigator Ron Arad über dem Libanon abgeschossen worden war, und noch immer kann sein Schicksal nicht geklärt werden. Jede Regierung in Jerusalem hat sich verpflichtet, Arad nach Hause zu bringen – ein Versprechen, das bisher niemand erfüllt hat. Internationale und individuelle Initiativen wurden gestartet, Organisationen, Politiker und Einzelpersonen schnitten das Thema in Damaskus und Teheran an, doch konkrete Resultate sind bisher ausgeblieben.
Das soll sich nun ändern, wenn es nach der Vereinigung «Zur Freiheit geboren» geht. Mit Hilfe privater Spenden und mit Geldern des israelischen Verteidigungsestablishments ist es der Vereinigung, die aus Dienstkameraden Arads, aus Familienangehörigen und weiteren Sympathisanten besteht, gelungen, zehn Millionen Dollar zu sammeln, die all jenen versprochen werden, welche Informationen liefern, die zu Ron Arad führen. Dieser Tage startet die Vereinigung eine weltweite PR-Kampagne, die via Internet und Fernsehen auch jene Kreise in Iran, Syrien und Libanon ansprechen soll, die wissen, was mit dem Navigator geschehen ist. «Dutzende von Menschen in aller Welt», erklärte ein Aktivist der Vereinigung an der Eröffnungsveranstaltung in Tel Aviv, «wissen Einzelheiten über Rons Schicksal, und das Geld wird sie vielleicht veranlassen, mit der Information rauszurücken.» Die Taktik der Vereinigung gleicht jener, welche die USA in Irak angewandt hatten, als sie auf der Suche nach Saddam Hussein waren. «Wer uns Informationen liefert», betonte der Anwalt Eliad Shraga von der Vereinigung, «kann auf unsere absolute Diskretion zählen und auf einen umfassenden Schutz.»
Ami Ayalon, der ehemalige Chef des Shabak-Geheimdienstes, der der Vereinigung ebenfalls angehört, stellt eine Prüfung aller im Londoner Aktionszentrum eingehenden Informationen durch Experten in Aussicht. «Nötigenfalls», unterstrich er gegenüber der Zeitung «Yediot Achronot», «werden alle zuständigen Abteilungen des Sicherheitsestablishments eingespannt, um diese oder jene Information zu untersuchen.»
Bei allem Optimismus, welchen die Vereinigung hinsichtlich der Klärung von Ron Arads Schicksal ausstrahlt, verlieren vor allem die Familienangehörigen den Bezug zur Realität nicht. «In sieben Monaten», sagte Chen Arad, der Bruder des vermissten Ron, «wird Ron Arads Tochter aus der Armee entlassen, doch der Vater ist immer noch nicht zurückgekehrt. Für mich zeigt das, dass der Staat seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist.» Aber auch Chen Arad ist fest davon überzeugt, dass «ein Wort des iranischen Präsidenten oder jedes anderen hochgestellten Iraners» genügen würde, um Ron nach Hause zu bringen.
Jacques Ungar
Informationen über Ron Arad können über die Telefonnummer 0044 208 808 08 08, die Faxnummer 0044 208 303 03 04 oder über die Website www.10million.org übermittelt werden.
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