Keine Schweizer Radpanzer für Israel

Piranhas-Panzer Die Radpanzer bleiben vorläufig zu Hause

Ein Veto aus den USA und komplizierte behördliche Bewilligungsverfahren.
Eigentlich hätte die Kreuzlinger Mowag einen ihrer weltberühmten Radschützenpanzer vom Typ Piranha an eine israelische Rüstungsfirma liefern sollen. Der Gesamtbundesrat hatte nach Einsprache des Aussenministeriums eine Ausfuhrbewilligung durch das Staatssekretariat des Volkswirtschaftsdepartements genehmigt.

Die Begründung lautete, dass es sich nicht um einen Rüstungsexport handle, sondern um die Unterstützung von Marktchancen des Schweizer Unternehmens: Die israelische Firma Eldit hatte sich die Mowag als privilegierten Partner ausgesucht, wie tachles-Recherchen ergaben, um ihren Turm beziehungsweise ihr Battlefield-Management-System (BMS) auf den robusten Schweizer Radpanzer zu montieren. Gemeinsames Auftreten in diesem Bereich hätte beiden Firmen, beispielsweise an Verkaufsmessen, den Marktzugang verbessert.

Verschiedene Offerten

Dennoch kam, wie tachles in Bern erfuhr, kein endgültiges Ausfuhrgesuch aus Kreuzlingen. Schuld daran sind offenbar nicht etwa Bedenken des Staates Portugal wegen einer «Israel-Connection» der Mowag, wie in einem Beitrag der Schweizer TV-Nachrichtensendung «10 vor 10» am 26. August berichtet worden war. Portugal, das eine grössere Anzahl Radschützenpanzer beschaffen will, prüft in der Tat noch bis Ende Oktober das Angebot der Mowag, aber auch die Offerten der österreichischen Steyr-Puch und der finnischen Firma Patria.

Amerikanische Interessen

Die Gründe, weshalb nun doch kein Piranha an die israelische Firma Eldit verkauft wird, liegen, wie tachles erfuhr, nicht nur im komplizierten Bewilligungsverfahren in Bern, sondern vor allem in den USA, im Veto der neuen Mowag-Mutterfirma, des US-amerikanischen Rüstungsriesen General Dynamics (GD), welchem die Mowag seit anderthalb Jahren gehört. Die GD produziert den Radpanzer Stryker, der auf dem schweizerischen Piranha basiert und betrachtet vom Standpunkt der Marktzuteilung her Israel als ihr Verkaufsgebiet. Nun wird die israelische Eldit ihr BMS eben auf einem amerikanischen Stryker montieren, der dem Piranha täuschend gleicht.
Von Gisela Blau - tachles Jüdisches Wochenmagazin

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