Kampf gegen den Terror
Großeinsatz der IDF im Gazastreifen
Die israelische Armee (IDF) hat am Dienstagmorgen ihren Großeinsatz in Rafah an der Grenze zwischen Ägypten und Gaza begonnen. Nach Zeugenberichten wurden dabei mindestens 15 Palästinenser getötet. Der Armeeeinsatz richtet sich gegen den Waffenschmuggel von Ägypten nach Gaza und gegen militante Palästinenser. Nach den Angaben befinden sich unter den Toten auch drei Kinder, darunter ein 13jähriger Junge und seine 16jährige Schwester. Begleitet von Kampfhubschraubern rückten in den frühen Morgenstunden Panzer und Bulldozer in die Stadt im südlichen Gazastreifen und in ihr Flüchtlingslager vor. Tags zuvor hatten Einheiten die Gegend vom übrigen Gazastreifen abgeriegelt. Der Generalstabschef der IDF, Moshe Ya’alon, sagte am Morgen, die Armee verfüge über Informationen, wonach neun der Getöteten militante Palästinenser sind, die der Armee namentlich bekannt waren. Weitere 25 Palästinenser wurden verletzt, hieß es.
Generalstabschef Moshe Ya’alon zum Einsatz
„Wir werden mit den Aktionen in Rafah fortfahren, bis wir sie zu Ende gebracht haben“, erklärte heute morgen der Generalstabschef der IDF, Moshe Ya’alon, vor dem Hintergrund der großangelegten Militäraktion, die heute nacht in Rafah begonnen hat. Die Palästinenser berichten von 13 Toten und ca. 30 Verletzten. Der Generalstabschef sagte, dass „wir von 15 bei den Aktionen getöteten Terroristen wissen, von denen uns neun Namen gut bekannt sind.“ Weiter betonte er: „Wir müssen verhindern, dass Kampfmittel geschmuggelt werden und ich schätze, dass das nicht nur ein oder zwei Tage dauern wird, da wir äußerst vorsichtig und sorgfältig vorgehen, bis wir den Einsatz zu Ende gebracht haben werden“.
Bei einem Briefing für die Berichterstatter sagte der Generalstabschef: „Wir befinden uns auf dem Höhepunkt einer Aktion in der Stadt Rafah, einer Aktion, von der wir gezwungen sind, sie durchzuführen, da Rafah zum Tor des Terrors geworden ist, durch das RPG-Geschosse (panzerbrechende Waffen) und andere Waffen hineingekommen sind. Und seit einigen Tagen gibt es Versuche, auch andere Kampfmittel durch die Tunnel an der israelisch-ägyptischen Grenze zu schmuggeln.“ Der Generalstabschef fügte hinzu: „Nachdem wir versucht haben, die Palästinenser zu überzeugen, diese Aktionen zu stoppen, sind wir nun gezwungen, den Schmuggel selbst zu unterbinden.“
In Bezug auf die Bilder der in Rafah zerstörten Häuser sagte er: „Es ist nicht unser Hobby, Häuser zu zerstören. Während der Aktion und der Kämpfe heute Nacht, wurden drei Häuser zerstört. Wer möchte, dass keine Häuser zerstört werden, muss damit aufhören, Waffen zu schmuggeln. Wir zerstören Häuser nicht systematisch oder generell. Sondern nur in dem Fall, wenn wir einen Tunnel entdecken, der unter einem Haus gegraben wurde oder wenn wir während eines Kampfes Waffen in einem Haus entdecken. Dann wird dieses Haus zerstört, um unsere Soldaten nicht zu gefährden.“
Zahlreiche Tote und Verletzte bei Armeeeinsatz
Untersuchungen des schweren Zwischenfalls dauern an
Im Rahmen des Armeeeinsatzes gegen die Terrorinfrastruktur im Gazastreifen, haben israelische Einheiten in den frühen Morgenstunden in Tel Sultan, einem Stadtviertel von Rafah, begonnen, gesuchte Palästinenser, die auf israelischen Fahndungslisten stehen, zu verhaften und palästinensische Waffenbestände sicherzustellen. Während des Einsatzes schossen bewaffnete Palästinenser auf die Soldaten. Außerdem sind zahlreiche Straßen und Hauswände mit Sprengsätzen vermint, was die Kampfhandlungen noch erschwert.
Mindestens 10 Palästinenser wurden getötet und Dutzende verletzt, als sich eine Gruppe von rund 3.000 Demonstranten aus dem Stadtzentrum von Rafah auf die Kampfzone Tel Sultan zu bewegte. Nach palästinensischen Angaben sind unter den Toten viele Frauen und Kinder.
In einer offiziellen Stellungnahme der israelischen Armee sagte die Sprecherin der IDF, Brig. Gen.’ Ruth Yaron:
Die israelische Armee bedauert zutiefst den schweren Zwischenfall, bei dem heute Nachmittag in Rafah unschuldige Menschen getötet worden sind.
Erste Untersuchungen zeigen, dass die Rakete, die von einem Kampfhubschrauber aus abgeschossen wurde, ein Warnschuss auf offenes Feld war, bei dem niemand getroffen wurde. Als man sah, dass dies die Tausende Demonstranten, unter denen auch bewaffnete Palästinenser waren, nicht davon abhielt, sich weiter in Richtung der Kampfzone zu bewegen, wurde der Befehl gegeben, vier Panzergeschosse in Richtung eines verlassenen Gebäudes zu schießen. Man vermutet, dass diese Geschosse eine von den Palästinensern verminte Straße getroffen hat, und dass auf diese Weise so viele Menschen getötet wurden.
Ein endgültiger Bericht der Untersuchung wird in den kommenden Tagen vorliegen.
Die Sprecherin der IDF hat angeboten, dass die Verletzten in Krankenhäusern in Israel behandelt werden.
Erste Stellungnahme des Außenministeriums
Rafah ist das palästinensische „Tor des Terrors“ im Gazastreifen. Das Ziel der israelischen Militäraktionen im Gazastreifen ist es, dem Schmuggel von Kampfmitteln durch die Tunnel aus Ägypten in den Gazastreifen ein Ende zu setzen. Dieser Schmuggel sollte Gaza zu einer Raketenbasis machen, die auch das israelische Kernland bedroht. Seit April diesen Jahres hat die israelische Armee im Gebiet von Rafah acht Tunnel entdeckt, durch die Kampfmittel geschmuggelt wurden. Seit Jahresbeginn wurden elf Tunnel entdeckt und seit Beginn des Konflikts im September 2000 bereits 90 Tunnel.
Sollte Israel die Aktionen dort einstellen, würden wir uns in Kürze mit Kampfmitteln im Gazastreifen konfrontiert sehen, die den Beschuss Israels und seiner Städte durch Raketen, insbesondere Katjusha-Raketen der Hisbollah aus Syrien und dem Iran, bedeuten würde. Der Versuch der Terrororganisationen, qualitativ hochwertige Kampfmittel (darunter RPG-Geschosse) nach Gaza zu schmuggeln, kann zum Zusammenbruch der gesamten Sicherheitslage führen, was die Situation der Zivilbevölkerung im Gazastreifen noch weiter verschlechtern würde.
Die palästinensische Autonomiebehörde unternimmt nichts, um dem Terror in Gaza entgegenzuwirken. Sie unterstützt ihn. Wenn die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) gemäss der Vereinbarungen handeln würde, zu der sie sich im ersten Abschnitt des internationalen Friedensplans („road map“) verpflichtet hat und sich gegen den Terror stellen würde, dann wären die derzeitigen Aktionen der israelischen Armee nicht notwendig.
Im Bereich um Rafah gibt es eine Terrorbasis, die sich aus Banden zusammensetzt, die aus extremistischen, ideologischen und finanziellen Motiven handeln. Vor diesem Hintergrund haben diese Banden ein Interesse an der Fortführung der Aktionen gegen die israelischen Streitkräfte entlang der „Philadelphi-Route“ und gegen die örtliche Bevölkerung von Rafah.
In der Vergangenheit gab es Versuche der Bevölkerung von Rafah, diese Schmugglerbanden, die ihre Häuser besetzen und diese zum Zentrum der Tunnelverstecke machen, abzuwehren. Die Banden sind blind gegenüber dem Leiden der Bevölkerung und bereit, weiter auf deren Rücken ihre Aktivitäten fortzuführen, nur um den Schmuggel aufrecht zu erhalten.
Die israelische Armee tut ihr Bestes, um die Zivilbevölkerung zu schonen und setzt soweit wie möglich Infanteriesoldaten ein. Dabei setzt sie das Leben ihrer Soldaten aufs Spiel, um das Leben der Zivilbevölkerung so wenig wie möglich zu gefährden.
Die Organisationen, die dort für die Bevölkerung humanitäre Hilfe leisten, müssen Druck auf die Terrororganisationen ausüben, damit diese die Zivilbevölkerung nicht in den Terror und vor allem nicht in gewaltsame Aktionen verwickeln.
In der Presse wurde über die Zerstörung Hunderter von Häusern berichtet. Es ist unbedingt zu betonen, dass es sich n i c h t um eine „Massenzerstörung“ von Häusern handelt, sondern um genau jene Häuser, die für die „Verwaltung“ der Tunnel genutzt wurden, oder aus denen auf unsere Soldaten geschossen wurde, ein Ergebnis eben der Kämpfen in diesem Gebiet.
In diesem Zusammenhang muss die Presse auf die früheren Berichte über Jenin im Westjordanland aufmerksam gemacht werden. Damals wurden falsche Informationen veröffentlicht, die überhaupt keinen Bezug mehr zu dem hatten, was sich dort tatsächlich zugetragen hatte. Die fehlerhaften Berichte mussten später korrigiert werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Öffentlichkeit jedoch kaum noch dafür interessiert, was wirklich im Frühjahr 2002 in Jenin geschehen war. (Jerusalem)
Bild 1: Eingang zu einem Tunnel in einem palästinensischen Haus in Rafah (IDF)
Bild 2: Beschlagnahmter Plan mit erklärungen zu dem Tunnelsystem (IDF)
Bild 3: Tunnelsystem (schematische Darstellung, IDF)
Mit freundlicher Unterstützung
© Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
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