Iran schickt erste Rakete ins All
Der Iran hat nach eigenen Angaben seine erste Rakete ins All geschickt. Der Start sei erfolgreich verlaufen, berichtete das iranische Staatsfernsehen. Eine unabhängige Bestätigung des Raketenflugs gab es nicht. Es ist allerdings bekannt, dass das Land ein eigenes Weltraumprogramm verfolgt. Im Streit mit den USA um sein Atomprogramm gab sich der Iran hart: "Wir sind auf alle Situationen eingestellt, einschließlich eines Krieges", sagte Vize-Außenminister Manuschehr Mohammadi. Israel bereitet laut einem Pressebericht auf einen möglichen Luftangriff auf iranische Atomanlagen vor.
Die erste Weltraumrakete aus iranischer Produktion habe Forschungsmaterial im Auftrag des Wissenschafts- und des Verteidigungsministeriums an Bord, zitierte das Staatsfernsehen den Chef des iranischen Raumfahrtforschungszentrums, Mohsen Bahrami. "Die Sanktionen des Feindes haben die Entwicklung einer Luftfahrt- und Weltraumindustrie nicht verhindern können", sagte Verteidigungsminister Mohammed Nadschar mit Blick auf das US-Handelsembargo. Die Betriebe des Verteidigungsministeriums arbeiteten weiter an einem Programm zum Bau von Satelliten und Trägerraketen. Der erste iranische Satellit, Sina-1, war im Oktober 2005 von einer russischen Rakete ins All befördert worden. Er wurde allerdings in Russland hergestellt.
Die Nachricht vom Raketenstart platzt mitten in die Dauerkrise um das iranische Atomprogramm. Die USA und Israel verdächtigen Teheran, damit unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung militärische Ziele zu verfolgen. Beide Länder haben einen Angriff auf den Iran bisher nicht ausgeschlossen.
Die israelische Regierung fragte nach einem Bericht der britischen Tageszeitung "The Daily Telegraph" bei der US-Regierung an, ob israelische Jets im Falle einer Entscheidung für einen Luftangriff auf iranische Atomanlagen den irakischen Luftraum überfliegen dürften. Das Blatt berief sich auf einen hochrangigen, nicht namentlich genannten Mitarbeiter des israelischen Verteidigungsministeriums. Die israelische Regierung dementierte den Bericht.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erneuerte den Anspruch seines Landes auf ein eigenes Nuklearprogramm. "Wir haben die Bremse des Atomzuges weggeworfen", sagte er laut iranischen Agenturberichten. Der Iran sei zu Gesprächen mit den Vereinigten Staaten bereit, ebenso aber auch auf einen "Krieg" vorbereitet, zitierte die Nachrichtenagentur Isna Vize-Außenminister Mohammadi.
Israel sucht angeblich Zugang zu Luftraum Iraks
Israel bemüht sich laut einem britischen Zeitungsbericht um Zugang zum irakischen Luftraum für etwaige Angriffe auf iranische Atomanlagen. Zu diesem Zweck fänden zurzeit Verhandlungen mit den amerikanischen Besatzungsbehörden im Irak statt, meldete der «Daily Telegraph» am Samstag unter Berufung auf israelische Verteidigungskreise. Dahinter stecke das Interesse, auf alle denkbaren Szenarien vorbereitet zu sein - einschließlich der möglichen Bombardierung iranischer Reaktoren.
Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Ephraim Sneh wies den Bericht als falsch zurück. Er entbehre jeder Grundlage und wolle vermutlich nur von der Notwendigkeit ablenken, die Sanktionen gegen Teheran zu verschärfen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) stellte am vergangenen Donnerstag fest, dass der Iran der internationalen Forderung nach Einstellung seiner Urananreicherung nicht nachgekommen ist.
Die Zeitung "The Daily Telegraph" berief sich auf einen hochrangigen, nicht namentlich genannten Mitarbeiter des israelischen Verteidigungsministeriums. "Eine der letzten Fragen, die wir klären müssen, ist, wie wir eigentlich zu den Zielen im Iran gelangen. Der einzige Weg ist, durch den von der USA kontrollierten Luftraum im Irak zu fliegen", sagte der Offizier, der dem Bericht zufolge an den militärischen Planungen beteiligt ist. Es sei wichtig, die Frage eines Luftkorridors zu klären, ansonsten "könnten wir eine Situation haben, wo amerikanische und israelische Jagdflugzeuge aufeinander zu schießen beginnen", zitierte "The Daily Telegraph" weiter.
Die USA und Israel verdächtigen Teheran, mit seinem Atomprogramm unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung militärische Ziele zu verfolgen. Beide Länder haben einen Angriff auf den Iran bisher nicht ausgeschlossen.
Offiziell betont Israel, dass die Lösung des Atomstreits mit dem Iran durch Verhandlungen auf internationaler Ebene und nicht durch einen israelischen Alleingang gelöst werden müsse. Es sei offenkundig, dass der Zeitungsbericht falsch sei, sagte Vize-Minister Sneh. 1981 hatte Israel den Irak verdächtigt, Atomwaffen zu bauen. Israelische Kampfflieger zerstörten deshalb die irakische Atomanlage in Osirak.
Ein am Donnerstag von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) veröffentlichter Bericht kommt zu dem Schluss, dass Iran trotz zahlreicher Appelle seine umstrittene Urananreicherung ausgeweitet hat und damit eine Resolution des UN-Sicherheitsrates missachtet. US-Vizepräsident Dick Cheney bekräftigte, dass die US-Regierung alles tun werde, damit der Iran nicht in den Besitz von Nuklearwaffen gelange. "Alle Optionen bleiben auf dem Tisch", sagte er bei einer Pressekonferenz mit dem australischen Regierungschef John Howard in Sydney.
Quelle: jns und Agenturen
25. Februar 2007
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