Syrische Aufrüstung mit Hilfe des Iran
Die syrische Armee rüstet seit einiger Zeit auf beispiellose Weise auf und zwar mit Hilfe iranischer Gelder. Die syrische Aufrüstung erstreckt sich auf alle Bereiche außer auf die Luftwaffe, die seit langem als schwach gilt. Der Schwerpunkt liegt auf Raketen und Langstreckenraketen. Auch die syrische Marine, die viele Jahre vernachlässigt wurde, stattet sich seit kurzem mit chinesisch-iranischen Raketen aus, mit deren Hilfe die Hisbollah im zweiten Libanonkrieg die israelische Korvette („ahi hanit“) treffen konnte.
Neben der Aufrüstung ist in Syrien eine Änderung in der Aufstellung der Truppen zu erkennen. Es scheint, dass das Regime in Damaskus Truppen in die Nähe der Grenze mit Israel verlegt hat.
Zur Aufrüstung gehören auch Raketentests. In den letzten Wochen hat Syrien die neueste Scud-Rakete - Scud-D - getestet. Diese Scud hat eine Reichweite von rund 400 Kilometern und deckt damit den Großteil des israelischen Staatsgebietes ab.
Zusätzlich verfügt Syrien über zwei kleine Raketen, die beide der Hisbollah geliefert wurden: eine 220 mm-Rakete, die einen Sprengkopf mit Streuwirkung hat sowie eine 305 mm-Rakete. Beide Raketen haben eine Reichweite von zig Kilometern.
Die Raketen und Langstreckenraketen sollen die auffallende Schwäche der syrischen Luftwaffe wettmachen.
Aufrüstung der Marine
Neu und überraschend ist jedoch die syrische Aufrüstung der Marine. In den letzten Jahren ist die syrische Marine von der Bildfläche verschwunden. Zunächst wurden die U-Boote außer Verkehr gezogen. Dann scheiterten ihre Raketenschiffe und veralteten. Die syrische Marine gab sich zur Verteidigung der Küste mit Küsten-Meer-Raketen zufrieden, teils Langstreckenraketen aus russischer Produktion, die im Gebiet um die Hafenstadt Tartus stationiert waren.
Es scheint, dass die Auswertung des zweiten Libanonkrieges das Regime in Damaskus angespornt hat, mit Hilfe der Iraner erneut ihren Schwerpunkt auf die Marine zu legen.
Die Rolle Russlands
Russland und Syrien stehen vor der Vereinbarung einer riesigen Transaktion zum Kauf von Antipanzerraketen aus russischer Produktion für die syrische Armee. Nach israelischen Informationen sind die weit gefächerten Bemühungen Israels, die Transaktion zu stoppen, gescheitert.
Nach verschiedenen Einschätzungen handelt es sich um eine Transaktion im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar zum Kauf von Tausenden Antipanzerraketen fortschrittlichen Typs.
Angesichts der Erfahrungen aus dem Libanonkrieg hat Syrien den Druck auf Russland erhöht, Raketen zu verkaufen.
Iran und Syrien vertiefen Beziehungen
Iran und Syrien werden gemeinsam versuchen, die Initiativen Israels und der USA im Nahen Osten zum scheitern zu bringen. Dies erklärte Irans Präsident Mahmoud Ahmadinedschad am Sonntag nach einem Treffen mit dem syrischen Präsidenten Bashar Assad in Teheran.
Ahmadinedschad sagte, dass der israelische Verlust im Libanonkrieg und das Misslingen des amerikanischen Militäreinsatzes im Irak „deutliche Zeichen für die zunehmende Schwäche der USA und des Zionismus“ seien. Nach seinen Worten vertiefen Syrien und der Iran ihre Beziehungen.
Die muslimischen Staaten müssten „wachsam sein und auf Einheit und Vernunft achten, um die neuen Initiativen zum scheitern zu bringen“. Er fügte hinzu, dass die USA und Israel versuchten, die Region zu kontrollieren. Der Iran und Syrien hätten die wichtige Aufgabe, diesen Plan zu verhindern.
Es war der zweite Besuch von Assad in Teheran seit der Wahl Ahmadinedschads im Sommer 2005 zum Präsidenten.
Enge Wirtschaftsbeziehungen
Das Bündnis zwischen dem Iran und Syrien macht sich im gemeinsamen politischen Kurs bemerkbar sowie bei den ausgedehnten wirtschaftlichen Investitionen Teherans in Syrien. Am Montag (19.2.07) gab es Arbeitstreffen zu verschiedenen Themen zwischen syrischen Delegationen und Vertretern der iranischen Regierung.
Am Sonntag hatte Ahmadinedschad für die syrische Delegation ein Abendessen gegeben. Assad traf sich auch mit Hashemi Rafsanjani, dem Leiter der Kommission für die Identifizierung der Interessen des iranischen Regimes. Bei seinem Besuch traf sich der syrische Präsident auch mit dem geistigen Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamanai.
Syriens Truppen in Richtung israelische Grenze
Syrien hat einem israelischen Pressebericht zufolge Truppen in Richtung der zwischen beiden Ländern umstrittenen Golanhöhen versetzt. Der Militärkorrespondent der Zeitung "Haaretz", Seev Schiff, berichtete in der Donnerstagsausgabe, ähnliche Truppenbewegungen habe es vor der syrischen Offensive während des israelisch-arabischen Jom-Kippur-Kriegs vom Oktober 1973 gegeben. Die syrische Armee werde derzeit mit finanzieller Hilfe aus dem Iran aufgerüstet, insbesondere im Bereich von Raketen mit langer Reichweite.
Quelle: jns und Agenturen
22. Februar 2007
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